Das derzeitige Wirtschaftsdenken wird von den genannten Autoren bestimmt. Es besagt in etwa, dass man auf irgendwelches wirtschaftliches Moral- oder Gerechtigkeitsgefasel verzichten könne, weil ‘der Markt’ es schon so richten werde, dass die Kapitalinhaber oder Reichen von ihrem wachsenden Reichtum schon so viele Brosamen vom Tisch fallen ließen, dass es dem Rest der Nicht-Reichen schon ausreichend gut gehen würde.
Diese einfache Botschaft dringt auch in die härtesten Beton- oder Holzköpfe ein, über die auch solche verfügen, die nicht reich sind aber über öffentliches Eigentum verfügen können. Der genannten Theorie nach ist es so, dass im Idealfall ‘der Kapitalist’ sein Kapital nimmt, eine Firma gründet und Arbeitsplätze schafft. Nun ist es im kommunalen Bereich aber so, dass der Kapitalist, im kommunalen Bereich häufig ‘Investor genannt’ sein Kaptal ebenfalls nimmt, ein wenig mit den Entscheidungsträgern redet und ihnen das Eigentum abschwatzt, über das sie im Rahmen ihrer Ratsmehrheiten verfügen können. Die Interessen der wirklichen Eigentümer der städtischen Besitzungen, nämlich die Bürger, die dieses Eigentum generationenübergreifend geschaffen haben, werden dann gar nicht mehr gefragt.
Der ‘Investor’ aber darf sich die Hände reiben. Denn er hat ja im Kaufvertrag mit den weitgehend ahnungslosen Stadtvätern, -müttern und -verwaltungsspitzen diese oft über den Tisch gezogen, vor allem aber braucht er nichts mehr zu gründen sondern kann sich aufs Profiteinsammeln konzentrieren. Das wird zum Beispiel deutlich beim Verkauf der Stadtwerke, eines profitablen städtischen Betriebes, dessen Profite nun zu 75% nicht mehr der Stadt zur Verfügung stehen.
Der von OB Hoffmann und der CDU geplante Rathausabriß scheitert nun daran, dass Braunschweiger Bürgern ein Teil des Gebäudes gehört oder zur Nutzung überlassen bleibt. So soll es aus ihrer Sicht auch bleiben. Herr Hoffmann aber hofft weiterhin auf einen ‘privaten Investor’, dem er gerne weiterhin das neue Rathaus zu schildbürgerhaften Konditionen (‘Teilabriß’) überlassen würde, damit die Stadt es dann zu überhöhten Preisen zurückmieten kann. Denn dass die Sanierung teurer ist als der von ihm betriebene ‘Teilabriß’ samt dessen Sanierung kann er natürlich nicht nachweisen, was der eigentliche Grund für die Aufgabe der Braunschweiger Schildbürgerei sein dürfte. Da hatte die BIBS wohl einmal zuviel nach konkreten Zahlen gefragt.
Trotzdem läuft läuft in Braunschweig derselbe Privatisierungswahn weiter. Gerade sind die städtischen Schulen dran. Anstatt aus Eigenem, vielleicht sogar eigenen Schulden, die Gebäude zu sanieren, wird um eine für viele Jahrzehnte laufende überteuerte Rückmietung der zu verkaufenden Schulen betrieben. Damit noch unsere Enkel was zu bezahlen haben und diese quasi Verschuldung im Schattenhaushalt verschwinden kann. Wer das für sinnvoll hält? Die drei von oben.