Archiv für September 2006

Divinus

September 27, 2006

Divinus OB

Die Braunschweiger Zeitung ist ja bekannt für ihre politische Neutralität und Objektivität. Das zeigt sich beispielsweise auch darin, dass sie ziemlich unverschämte Leserbriefe abdruckt, wie den von Werner Hensel am 22.9.2006, der doch tatsächlich behauptet, der alte und neue OB Hoffmann sei nur von einem Viertel aller Wahlberechtigtren gewählt worden, wo doch jedes Baby weiß, dass er 57% aller abgegebenen Stimmen gekriegt hat. Und weil er, neben anderem, den Verkauf des öffentlichen Eigentums als sein ‚bestes Gebiet’ ansehe, blende er offensichtlich Kritik aus, die nachweist, dass die Verscherbelung öffentlichen Eigentums für die Bürger ein sehr schlechtes Geschäft ist.
Zum Glück zeigte sich da Frau Bergwitz, in einem gleich anschließend sehr objektiv abgedrucktem Leserbrief vernünftiger, denn sie habe verstanden, dass es Herr Hoffmann war, der Braunschweig erst ein Gesicht gegeben habe und sie ihm rundheraus danke. Nun kommt die eigentliche, die frohe Botschaft, auf die Menschen wie Frau Bergwitz schon lange gewartet haben und sie über solche wie Herrn Hensel triumphieren lassen werden. Denn es ist die Gründung einer Bürgerinitiative geplant, die als einziges, allerdings naheliegendes Ziel, die Vergöttlichung des OB Hoffmann zu Lebzeiten anstrebt. Die bekanntlich bei der Darstellung ihrer Pro-Hoffmann-Meinungen in der BZ bisher immer zu kurz gekommenen Leserbriefschreiber könnten in dieser Bürgerinitiative endlich ein angemessenes Forum finden. Die BZ wird sicher wieder, wie über andere Bürgerinitiativen auch, ihre besten Reporter berichten lassen, hoffentlich auch Herr Raue selbst. Damit der zu vergöttlichende Herr Hoffmann schließlich den passenden Titel bekommt, wäre wieder ein Leserwettbewerb angebracht. ‚Divinus’ soll aber auf jeden Fall in der Namensgebung vorkommen. Sonst wird, wie für das Einkaufszentrum, das weder Schloß ist noch Arkaden hat, ein völlig blödsinniger Name festgelegt.

Schreckliche Tatsachen

September 24, 2006

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Steuergeld bleibt im Kernbereich des Nationalparks hängen – damit einige Schützen es einfacher haben. In der behördlichen Sicherheitsüberwachung – z.B. des Transrapid – in Schulen und Universitäten kommt es nicht an.

Auf einer Teststrecke, auf der ein neues Verkehrssystem erprobt werden soll, werden nicht alle Sicherheitssysteme eingebaut, etwa solche, die einen Zug automatisch stoppen, wenn die Strecke nicht frei ist. Oder solche Systeme, die durch eine Aufsichtsperson (früher hießen die Leute Zugführer) bedient werden oder solche, die ein vorausschauender Passagier (früher hatte der eine Notbremse in seiner Nähe) bedienen kann. Einige der Transrapidreisenden werden ihren Tod vorausgeschaut haben, da kann man sicher sein. Der Transrapid ließ sich nicht stoppen. Menschen starben oder wurden verkrüppelt. Das ist furchtbar. Warum diese Unfähigkeit? Warum sind bestausgebildete Ingenieure nicht in der Lage, vorhandene Sicherheitstechniken zu nutzen und dadurch Menschen in den Tod zu schicken? Vielleicht sind sie, die Elite an der Spitze der Bildungshierarchie, zwar dort ganz oben. Aber vielleicht sind es dieselben, die Opfer des Ausfalls von wöchentlich Millionen Ausfallstunden in der Schule waren. Weil es zu wenig Lehrer gibt. Wie heute, am 24.9.2006, die Lehrer selbst in Heute beklagten. Vielleicht sind diese Ingenieure auch Opfer einer Hochschulpolitik, die Ingenieure entlässt, für die es zu wenig und zunehmend weniger Hochschullehrer gibt und geben soll. Vielleicht ist es so, dass Steuergeld, auch von Herrn Ministerpräsident Wulff und seinen Ministern, an der falschen Stelle verbraten wird, bei wunderbaren Reisen ins ferne Ausland – Peanuts.

Oder durch Gesetze, wie das Nationalparkgesetz Niedersächsischer Harz. Durch das festgelegt wird, dass eine bestimmte Clique von Personen im Nationalpark Harz z.B. ihren Tötungsgelüsten nachgehen kann, umsorgt von 120 staatlich subventionierten Personen (nur Niedersachsen), die in der weltweit personenstärksten Nationalparkverwaltung zum eigenen Wohle tätig sind. 300 Millionen verbraten Herr Wulff & Co. auf diese Weise, weil sie die Natur im Nationalpark nicht sich selbst überlassen. Für diese hunderte Millionen ließe sich viel Sicherheit verwirklichen oder behördlich einfordern, viel Bildungsnotstand beseitigen. Statt dessen hört man dummdreiste Sprüche: Die technische Sicherheit hat nicht versagt – so der MP. Weil sie nicht eingebaut war, Herr MP, weil Ingenieure so ausgebildet waren, dass sie sie nicht eingebaut hatten.

Journalistische Objektivität – Tatsache oder Meinung?

September 22, 2006

Die Unfähigkeit der Braunschweiger Zeitung, zwischen Tatsache und Meinung zu unterscheiden, ist bemerkenswert. Nehmen wir als Beispiel die Haupt – Überschriften der letzten Tage. Heute, am Freitag, den 22.September 2006, heißt sie: „So gut ist unsere Jugend!“. Ausrufezeichen! ‚Tolle Tatsache’, denkt man. Es handelt sich aber um die Meinung des BZ-Redakteurs, der die Ticker-Meldung kommentiert: Shell-Jugendstudie ist veröffentlicht. Darin geben Jugendliche ihre Meinung über sich selbst wieder, mehr nicht. Per Überschrift zu behaupten, die befragten Jugendlichen seien tatsächlich so, wie sie glauben zu sein, ist Meinungsmache, Manipulation. Aus der Meinung Jugendlicher über sich selbst wird per Überschrift eine positive Feststellung, die zur Beruhigung der Öffentlichkeit über die tatsächlichen Missstände dient, beispielsweise im Bildungsbereich. Oder die Überschrift: „Was wollen wir im Libanon?“ vom Donnerstag, den 21.September 2006. Hier geht es um die Berichterstattung über unterschiedliche Meinungen zur Sinnhaftigkeit der Entsendung deutscher Soldaten nach Nahost. ‚Wir’ haben allerdings überhaupt nichts zu melden, bekanntlich. Parlamentarier, ‚unsere’ Repräsentaten, haben unterschiedliche Auffassungen und mehrheitlich entschieden: Germans to the front! Soldaten nach Nahost. Durch die Überschrift wird Teihabe des Lesers am Entscheidungsprozeß suggeriert und das ist Manipulation.

Ein Kommentar- und nichts anderes sind die beispielhaft genannten Überschriften – muss als Kommentar klar erkennbar gemacht werden. Wenn dies nicht der Fall ist, dient er der Beeinflussung des Lesers, der eine neutrale und möglichst objektive Berichterstattung erwarten darf, solange sie nicht als Meinung deutlich gekennzeichnet ist. Findet die Trennung zwischen Tatsache und Meinung schon auf der Titelseite, dem „Aushängeschild“ einer Zeitung, nicht statt, lässt sich daraus leicht folgern, dass es damit auch in der restlichen Zeitung nicht weit her ist.

Aber nun gibt es zum Glück eine neue Bürgerinitiative, die gestern, am 21.9.2006 gegründet wurde. Sie wird versuchen, Tatsachen zu nennen und Meinungen zu vertreten. Fein säuberlich getrennt. Damit WIR in Braunschweig, lieber Chefredakteur, nicht auf ‚Wir sind Papst’-Niveau absinken bzw. bleiben. (BS, 22.9.06)

OECD schlägt zurück

September 22, 2006

Lieber Lügen-Wulff!

Die OECD hat wieder einmal festgestellt, dass wir Deutschen zu wenig Geld für die Bildung ausgeben. Sind die von der OECD denn blöd? Haben die gar nicht mitgekriegt, dass in Niedersachsen per Gesetz 300 Millionen mehr ausgegeben werden als nötig? Und zwar dafür, dass beamtete Schützen mit Jagdschein für umsonst z.B. Rotwild totschießen können – was sie sich sonst überhaupt nicht leisten könnten! Noch dazu im Nationalpark, das hat Pfiff. Dass beim Anvisieren der Beute, dann innehalten und den Schuß auslösen mehr passiert als sich ein bürokratischer OECD-Fuzzi überhaupt vorstellen kann, das sehen die doch überhaupt nicht. Das ist nämlich auch so eine Art Bildungserlebnis: der Mann und seine Büchse, der Schuß bricht, das Tier bricht zusammen. Da wird jedem, der das mitmacht, das Herz ganz leicht. Lügen-Wulff, so ist es recht. das ist Bildung der besonderen Art, die lernt man nicht in Schulen, nicht in Universitäten, deshalb kriegen die auch nicht das Geld. Das ist der Triumph der menschlichen Überlegenheit über die Kreatur im Nationalpark. Dafür macht die Landesregierung gerne 300 Millionen locker. Und die OECD muß noch viel dazu lernen, wenn sie die Intentionen von Lügen-Wulff, seinem Umweltausschuß (die Grünen haben unverständlicher Weise nicht mitgemacht) und seinen FDP-Umweltminister samt Staatssekretär verstehen will. Schreibt Trostbriefe an Lügen-Wulff! Damit er so weitermacht.- 13.9.2006

Blutige Spur

September 13, 2006

Vom 1.9. bis 10.9. wurde im Nationalpark Harz, Niedersachsen gejagt, jetzt ist erstmal 14 Tage Schluß. Die Jeeps müssen sich nicht mehr auf schlechten Pfaden bis dicht an die Hochsitze in der Kernzone etc. quälen. Nur die Bänder hängen noch überall herum, die zu den den Schützenständen und Hochsitzen führen. Am 28.9. geht es dann weiter mit der Nationalparksonderbehandlung. Wen’s nicht freut, kann an Lügenwulff schreiben oder an Nationalparkdirektor Pusch in Wernigerode im Nationalparkhaus. Erlebnisweg Wildtiere im Nationalpark einfordern, heißt die Devise, s. buergerinitiative-nationalpark-harz.de

Hoffmann bereut

September 13, 2006

Wie man hört, will Herr Hoffmann alle Lügen aufarbeiten. Das ist schön. Dann wird er bestimmt  damit anfangen, sich bei allen Mitgliededern der BIBS zu entschuldigen,  denen er  fälschlich maoistischen Hintergund unterstellt hat. Gut so. Aber er sollte, auch nach Löschen seiner Internetseite, wissen: Jugendlicher ist man nur bis zum 18. Lebensjahr. Nur bis dahin kann man Jugendsünden begehen. Hat er sich aber nicht dran gehalten. Erst mit 24 raus aus der NPD-Führung  ist zu spät für Jugendsünde, das ist Erwachsenensünde. Jeder Jurist weiß, wann das Erwachsenenalter anfängt. Seins auch. Nur zur Sicherheit rufen wir ihm ganz allgemein und auch für andere Fälle gültig zu: Tear down your ignorance Mr. Hoffmann. Die BiBS hilft im Rat

Rotwildsymposium der Deutschen Wildtierstiftung

September 12, 2006

Am 8. und 9. September 2006 hatte die Deutsche Wildtierstiftung, gegründet von Herrn Rethwisch, zu einem Rotwildsymposium eingeladen und die Bürgerinitiative Pro Rotwild war dabei. Man war sich einig, dass Rotwild, cervus elaphus, die größte freilebende Tierart in Deutschland, mehr Lebensraum haben sollte. Jetzt lebt es nur auf ca. 20% seines ursprünglichen Verbreitungsgebietes, oft mehr schlecht als recht. Und die Allgemeinheit, also das Volk, Bürger und Bürgerinnen, sollte diese Leittierart auch wieder kennen lernen, dadurch schätzen und zugleich auch schützen. Auch vor dummen Vorurteilen, wie ‘Der Hirsch ist der Mann vom Reh’ (Griefahns Pressesprecherin), ‘Rotwild frißt den Wald auf’ (fast alle Förster), ‘Jagd muß auch im Nationalpark sein’ (jede deutsche Nationalparkverwaltung). Zu ‘Rotwild in Nationalparken’ gibt es im kommenden Frühjahr eine Tagung in Göttingen und wir werden all den gut bezahlten Nationalparkfuzzis den Beamtenteppich unter den Füßen wegziehen, die das mit der Jagd im NP behaupten.

Der ehrenwerte Herr Rethwisch jedenfalls hat ein ehemaliges Staatsjagdrevier gekauft, bejagt die Wese in dessen Mitte nicht und kann daher jedem Besucher Rotwild, Rehe und allerlei anderes Getier in freier Wildbahn vorführen, demnächst auch mittels Livecam überall hin. Man kann nur jedem raten: Hin nach Kleppelshagen in MacPom, gleich hinter Berlin. Sehr zu emp.fehlen aber auch das Duvernstedter Brook, am Rande Hamburgs. Auch da kann man zur Zeit die Rotwildbrunft sehr gut beobachten und behorchen. Am Tage.

Im Harz führen Förster auch Leute an (nachts!) an Stellen, wo ein Hirsch röhrt, klingt manchmal verdammt nach Gießkanne. Aber dunkel ist es auf jeden Fall.

SPD ratlos, ich auch

September 12, 2006

Obwohl die SPD doch alles getan hat, um Wähler und Stammwähler gleichermaßen zu überzeugen, hat sie eine Erdrutschniederlage erlitten. Mehr hätte sie für einen Sieg doch nicht tun können: Bäume ab im Schloßpark, Bäume ab im Waggumer Forst und dann noch lauter VIP-Logen fürs Volk, vor allem die Malocher natürlich. Und der gute alte Glogo hat auch wieder 9 Millionen bekommen, natürlich für besagte Malocher in den  VIP-Lounges. Verhält sich der mündige Wähler-Bürger da noch logisch? Wählt einfach nicht mehr SPD? Ich verstehe das auch nicht. Oder sollte der nicht gehörte Protest der SPD gegen die genannten Wohltaten dialektisch zu verstehen sein und in Wirklichkeit das Gegenteil von Claqueurismus, oder so, sein?  Jedenfalls ist die SPD mit gutem Grund ratlos. Hat aber jetzt viel Beistand im Rat.

Geklaut

September 12, 2006

BeklautSo ein schönes Rad wurde mir heute, am 12.11., aus dem Keller, abgeschlossen, angeschlossen, geklaut. Wer was über das Radl weiß, möge sich bitte melden. Es dient dem Erhalt der Arbeitskraft. Und unrecht Gut gedeihet nicht, sagt auch Lügen-Wulff aus Hannover. Der, der sagt: Bürokratie abbauen, massiv sparen will ich wenn ihr mich wählt. Als Gewählter zementiert er dann die größte Nationalparkverwaltung der Welt (im Harz), vergeudet 300 Millionen Euro mittels Gesetz zum Nationalpark Harz Niedersachsen, lächelt lieb, streicht Gelder für Bildung und Wissenschaft und natürlich  auch für die Polizei, wobei wir dann wieder beim abgebildeten Scott Ransom wären. Vermögen verschwindet aber auch ohne Gangster, wie so manche Lokalpolitik zeigt.