Archiv für November 2006

Alles wird noch besser

November 30, 2006

Hier ist vor allem Karl Grziwa zu nennen. Der Umgangston im Rat muß besser werden. Aber wie kam er auf diese Idee? Bei der letzten Ratssitzung des ‘alten` Rates stellte eine Bürgerin den Ratsmitgliedern von CDU und FDP die Frage, wie  sie es mit ihrem Gewissen vereinbaren könnten, die letzten Großbäume am Bohlweg zu vernichten, wo doch jeder wisse, dass sie die Feinstaubbelastung verminderten und so das  Leben für Kinder,  Asthmatiker und sonstige  Menschen weniger gefährlich werde.  Grölendes Gelächter aus den Reihen von CDU und FDP und erregte Rufe: Ja, man könne sehr gut damit leben, das würde einem überhaupt nichts ausmachen.  In Fällen wie diesen wird Herr Grziwa künftig natürlich scharf durchgreifen. Nicht dass er Bürgeranfragen nicht mehr erlauben will. Nein, er wird ganz scharf gegen antidemokratische, unfähige Ratsmitglieder vorgehen, die in völlig blödsinniger Weise auf  berechtigte Fragen so reagieren, dass mann es auf der Zuschauertribüne bemerkt. Ganz bestimmt wird er dann eine seiner Brauen heben und die rechte oder linke Hand heben und den daran befindlichen Zeigefinger zwei, wenn nicht dreimal von rechts nach links bewegen. Kritik, auch scharfe,  muß eben erlaubt sein. Hoffentlich hält er diese Haltung durch.

Noch weiter geht Herr Raue. ‘Verschlemmen soll nicht der faule Bauch, was fleißige Hände erwarben’ zitiert er. Das wird jetzt sein eigenes Motto. Scharf wird er in Zukunft geißeln, dass der Begriff Konzern Stadt mißbraucht wird. Denn nie im Leben verkauft  für billig ein Konzern sein Eigentum und seine Rechte sondern behält und mehrt sie.  Diese ganze Lobhudelei um die Verschleuderung städtischen Eigentums macht er nicht mehr mit, läßt sich auch nicht mehr von Leuten mit H vorführen und mißbrauchen, will  wieder mehr dazu beitragen, dass das ‘Volk’ das berechtigte Gefühl hat, mitbestimmen zu können. Herr Ahlers darf dann sogar darüber schreiben wie Wulff und Konsorten Wahlversprechen brechen und Gesetze machen, die die Vergeudung von 300 Steuermillionen sicherstellen. Das ist bester Vorsatzjournalismus.  Da bleibt kaum noch was zum Rummeckern.

Deshalb freuen wir uns auf 2007!

Wie trickse ich den Rat aus?

November 29, 2006

Indem ich den Mitgliedern der Ausschüsse Beratungsunterlagen so kurz vor der Sitzung übergebe, dass sie nicht mehr rechtzeitig durchgearbeitet werden können.  Mache ich immer so.

Begrifflichkeit bis der Korpus ächzt

November 29, 2006

Herr Raue ist ein bekannter Freund klarer Worte. Deshalb, sagt er,  haben wir (!) uns entschlossen,  endlich praktikabel , kurz, treffend, einprägsam zu einer Begrifflichkeit zu  finden, die wir  selbst, aber auch andere, bestens verstehen. Da das nun wirklich nicht immer vorkommt, soll diese Begrifflichkeit an diesem 29.11.2006 nicht nur einzelnen Presseratsbeschwerdeführern, sonder jedem Leser ganz klar und unmißverständlich, aber auch mit der nötigen Deutlichkeit, mitgeteilt werden. Es geht um´s Schloß, neudeutsch auch Schloss genannt.  Also sprach Raue:

1. Als Schlossarkaden wollen wir ausschließlich das auch ECE-Einkaufszentrum genannte Kauf haus hinter (!!) der neuen Schloßfassade heißen.  Jawohl. HINTER. Also nur jenen Betonklotz, der den vergangenen Schloßpark unter sich begraben hat samt restlichen Grundmauern und restlicher Stadtmauer, jener, der eine wichtige Blickachse verstellt, jener der dazu beitragen wird, die Innenstadt zu veröden. Der Ausdruck Schlossarkaden ist ja auch deshalb so passend, weil der damit bezeichnete Betonklotz nun wirklich nicht eine enzige Arkade enthält. Braunschweiger Redakteure! Handelt wie geheißen. Verbiegt euch bis der Korpus ächzt. Denkt die Schloßfassade einfach weg, handelt dialektisch, denkt dialektisch. Nennt das Ding so, wie es nicht ist. Beschießt den Betonklotz so lange mit euren Worten, bis bis der Beton sich zu Arkaden biegt, treffend, einprägsam. Dafür werdet ihr bezahlt, basta.

Also sprach Raue 2. zu uns:

Der ‘vordere Teil’ sei Schloss. Denn siehe: Er wird nicht als Kaufhaus genutzt. Kann er auch nicht. Denn der ‘rekonstruierte Baukörper mit zum Teil alten Bauelementen’  ist ausschließlich Fassade, eine Fassade, die der Außenansicht des abgerissenen richtigen Schlosses gleicht. Wie wir wissen: Spätklassizistische Gouvermentalarchitektur. Sie ist nur so breit, dass bestenfalls einige Tauben sie ‘nutzen’ können. Die Stadt hat aber nicht die Fassade gemietet, sondern die dahinter liegenden unbewohnbaren Betonhöhlen.  Sollen gleich mit ‘Schloss’ genannt werden. Nicht Betoncavernen. Nicht Millionengrab für Ausbaunotwendigkeiten. Redakteure: Werft über Bord, was ihr bisher über Schlösser zu wissen meintet. Hört auf die klare kurze, treffende, einprägsame, dennoch imperiale Begrifflichkeit eures Chefredakteurs. Paßt euch an, seid willig.

Also sprach Raue 3. zu uns:

Alles zusammen, die vergleichsweise hauchdünne Fassade vor einem kleinen Teil des Betonklotzes und dieser selbst ZUSAMMMEN (allerdings: ZUSAMMEN) mit der Fassade – dies alles sei aber auch Schloss. Nun ist es heraus. Hören wir auf lullende Makler,  sie seien unser Maßstab, lesen nicht genauer nach, was geschrieben steht, z.B. in der ’Zeit’, im ‘Angriff auf die City’ von u.a.  Holger Pump-Uhlmann.  Nennt Schloss,  was nicht Schloss sein kann. Seid üblich. Wie euer Chef. Macht euch zum Handlanger. Schmerz, auch geistiger,  kann Freude machen. Fragt die Dominas dieser Welt. Sich geistig zu verbiegen, zu Willen sein, Sprache aberwitzig zu nutzen, per aspera ad astra – das kann schön sein. Das müßt ihr euch sagen, wenn eure geistige Schwarte kracht. Knackt das  Schloss eurer Integrität. 

Innenausbau – Verpflichtungsermächtigungserklärung (!)

November 29, 2006

Innenausbau ist auch ein geistiger Prozess, schließlich geht es nicht nur um Steine, sagte schon jener Promi. Sondern um Kohle, öffentliche Kohle, dein Steuergeld, mein Steuergeld. Es geht um die Bewohnbarmachung unbewohn- und unbenutzbarer Betonhöhhlen auf dem Gelände des ehemaligen Schloßparks. Bildung ist auch ein geistiger Prozeß, also etwas Spezielles für die CDU. Auch die FDP zieht mit, dieser bedauernswert kleine Haufen. In Bildung – jedoch nicht allein, sondern im Verbund mit Bereich Wirtschaft - werde mehr Geld gesteckt als in den Höhlenausbau. Bravo,  ein mutiger Schritt nach vorn, nie claqueurendes Anhängsel werden! Gut, anfangs dachte man anders. Da wußte man ja auch noch nicht, was für unbewohnbares Zeug da angemietet war, kannte die Verträge – wie auch jetzt – noch nicht. Geänderte Lage.  Umfallen erlaubt.

Aber dann diese ´Erpressung´,  könnte man sagen, Innenausbau ok, aber dann bitte auch Jugendherberge, hörte Herr Meyer das Gras wachsen. Diese SPD. Ob die sich wohl die Verträge mit ECE zeigen lassen wird, bevor sie junktimmäßig zustimmt? Wodurch hat ECE die Stadt, dich, mich, in der Hand?  Außerdem fehlen die Verträge auch anderswo. Wie will man mit dem Wettbewerb `Die blödsinnigsten  Verträge, die die Stadt je schloss` weiterkommen, wenn sie, wahrscheinlich in Siegerlaune,  einfach nicht auf den Tisch gelegt werden? Also, lieber Herr Pesdischeck, machen Sie noch ein Junktim: Verträge erst auf den Tisch, dann Junktim für ein Faß aufmachen, eventuell sogar eins ohne Boden, für die Bewohnbarmachung der Betonhöhlen, eventuell sogar geeignet für Jugendherbergler.  Egal wie Herr H. sich windet. War doch selber mal jung.

PS: Wie hoch ist eigentlich die Rechnung von Herrn Stuhlemmer? Oder bekommt  er nix ohne Verpflichtungsermächtigungserklärung? Allein dieses Wortgebilde läßt in seiner sofort erkennbaren Schönheit direkte Rückschlüsse auf die zu erwartende Schönheit des von genanntem Herren geplanten Innenausbaus zu – einfach imperial und originell zugleich. Herr Disney soll bereits erblasst sein.

Hei lücht

November 29, 2006

Wenn ein Mann, redlich und frei, sagt: Keinen Cent von mir für den Innenausbau (der angemieteten Betonhöhlen hinter der Schloßfassade, d.Verf.), dann aber flugs zeitgleich 1,2 Millionen Steuerknete für den Innenausbau lockermacht, darf man doch wohl sagen: Hei lücht.  Oder?

Die Anweisung

November 29, 2006

Die Anweisung soll etwa so lauten: Sollte sich ein Ratsmitglied erdreisten, Einblick in irgendwelche Verträge zu erbitten (soviel Respekt muß sein), darf der städtische Verwaltungsbeamte nicht etwa die Akte nehmen und herausgeben, sondern er darf sie nicht nehmen und herausgeben. Sondern über den Antrag zunächst das Verwaltungsoberhaupt über den Antrag informieren, sodann die Akte demselben übergeben. Dieser prüft dann sorgfältig, welche Aktenteile nicht herausgegeben werden dürfen, kennzeichnet diese oder nimmt sie selbst heraus, gibt die Akte dem Verwaltungsbeamten zurück, der die noch nicht herausgenommenen, aber gekennzeichneten Teile amtlich an sich nimmt, dann den dreisten Antragstellung informiert und ihm, falls er sich an die Antragstellung noch erinnert,   denn viel Zeit ist dann schon vergangen, die so gereinigte Akte eventuell aushändigt. Was soll das Ratsmitglied sich mit Details beschäftigen, die ihn nur belasten könnten. Nimmt unser OB alles auf sich, sehr brav. Schließlich haben wir hier keine Basisdemokratie, könnte ja was rauskommen, vielleicht sogar was Strafbares. Irgeneinen Grund für die Anweisung wird es also schon geben. Und überhaupt: Kontrolle ist besser. Wie in einem Konzern eben. Funktioniert auch in Diktaturen. Zuviel Transparenz ist Ka…e. 

Dämliche Verträge

November 29, 2006

gibt´s nicht nur in Braunschweig, auch die Bahn macht sie. Gedacht ist dabei nicht an die Verpachtung (oder den Verkauf, doch wohl nicht) an einen Konzern, jedenfalls die Privatisierung des Parkplatzes am Bahnhof, den man wegen Wucherpreisen, oh pardon, wegen marktwirtschaftlich knappest durchkalkulierter, durchaus gerechtfertigter, jedenfalls saftigster Preise durchaus benutzen sollte (lieber nicht benutzen sollte schreibe ich lieber nicht).  Die Bahn, die uns allen gehört, hat mit einem Meisterarchitekten beim Berliner Hauptbahnhof einen Vertrag gemacht, der sie verpflichtet, richtig schön teuer zu bauen. Herr Meisterarchitekt kann aufgrund dämlicher Vertragsgestaltung  jetzt verlangen, eine ansprechende billigere Variante einer Decke im Untergeschoß des Bahnhofs  gegen eine richtig schön teure auszuwechseln. Hat einer, wahrscheinlich ein Expertenteam der Bahn, nicht richtig aufgepasst bei der Vertragsgestaltung. So sind sie, die Konzerne.

Lügenwulff spricht:

November 29, 2006

‘Wir (!) vertreten ein Gesamtkonzept, das wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand mit sozialer Wohlfahrt verbindet’. Wissen wir längst. Ist bekannt  seit dem Nationalparkgesetz Niedersachsen. Seit letztem Dezember. Wachstum (und Dauer!) für eine in ihrer Größe überflüssige Nationalparkverwaltung, Wohlstand (und Sicherheit!) für in ihrer Menge) überflüssige Nationalparkförster durch Pensionssicherheit und Wohlfahrt für alle Nationalperkbürokraten durch dauerhafte Gewährleistung der Freude am Förstern und Jagen – kostenlos. Das ist doch schön.  Überhaupt nicht zu verstehen, warum so ein wunderbarer Kanzlerkandidat nicht mehr Stimmen bekommt als Stellvertreter. Dabei kann er doch so prima lügen. Und mißachtet das Bundesgesetz. Wie setzt dieser Mann sich ein! Warum wird das nicht besser erkannt? Fragezeichen, Fragezeichen.  

Der Papst spricht:

November 29, 2006

‘Christen und Muslime gehören zur Familie, die an einen Gott glaubt’.  Kaum noch ein Unterschied. Auf jeden Fall haben wir Christen nix mit Vielgötterei zu tun, das wär’ ja wohl das Letzte.  Und die paar Muslime, die den Glauben an Vater, Sohn und Heiligen Geist als Vielgötterei bezeichnen, wollen wir schnell komplett vergessen. Falls noch was unklar ist: Mohamed fragen,  Papst anrufen.

Korruption überzieht Deutschland

November 28, 2006

sagt die kluge Frau Bannenberg. Aber gilt das auch für Braunschweig? Oder kommt diese in  Konzernen gerade jetzt beliebte Erscheinungsform wirtschaftlichen Handelns erst, wenn auch Braunschweig Konzern ist? Viele Fragen.