Archiv für Dezember 2006

Chaos über Stühle und Bänke

Dezember 29, 2006

Worte fliegen unkontrolliert durch die Luft, hier geht Meyer in die Knie, da duckt sich Jonscher weg, Ahlers bleibt gleich ganz in Deckung,  Raue wankt: Ich wünschte Zauner wäre hier oder ein paar Leute von KPMG kämen vorbei, halt, die nicht, bei uns muß der Steuerzahler nicht ran, müssen wir selber zahlen.  Zu teuer.  Dabei geht es nur um ein Wort, wurde wider besseres Wissen (‘denn wir – Raue u. Co. – müssen eigentlich wissen, dass Worte…eine politische Wirkung haben’) verwendet. Na gut, versuchen wir es gleich mit einer Lüge: ‘..ein Gebäude, das an derselben Stelle und mit demselben Grundriss rekonstruiert…’ wurde, mit winzig, winzig kleinen (‘winzig’ hat Raue nicht gesagt, diese ehrliche Haut) ‘Nebengebäuden ergänzt’  – ja warum soll man das nicht Schloss nennen dürfen, wäre doch alles viel klarer.  Aber dieser blöde Presserat. Ein ‘zweidimensionales Bauobjekt’ – auch im Presserat sitzen sehr fähige Wortschöpfer  – nämlich diese papierdünne Fassade mit anschließendem Kaufhaus, ist nun mal kein Schloss. Auch wenn Herr Otto noch so oft faselt ‘Das Schloss kommt wieder!’ 

Nun wollen wir aber nach vorne blicken. Ein sowohl treffendes, wie nicht zu beanstandendes und trotzdem gefälliges Wort muß her. ‘Einkaufsmonster’ würde zwar passen, dann gibt’s aber vielleicht weniger Anzeigen von ECE.  Einzelhandelsvernichtungseinrichtung – zu lang, auch abgekürzt als EVE.  ‘Sockenburg’ vielleicht? Weil  Zauner jetzt da ist, mischt er sich gleich ein und sagt: Da kommt mir die Dessousabteilung aber zu kurz! Damit ist die Sockenburg erledigt. ‘Bereicherungstempel’ wird als zu deutlich verworfen. ‘Nummernkonto – Plateau’ klingt zwar gut, könnte aber im Rathaus Probleme machen.  ‘Standesamtanhängsel’ – trifft auch daneben. ‘Krebsgeschwür der Innenstadt’  wirft ein noch völlig unbekannter Praktikant ein, bekommt sofort seine Papiere. ‘ Jetzt hab’ ich’s’ ruft Ahlers gebildet aus seinem Versteck heraus ein: Nationalbibliotheksshop. Immer muß er an die ungeschriebenen kritischen Artikel über den Nationalpark denken, die spielen ihm jetzt einen Streich. Verworfen. Millionenstrich, Anmutungsambiente, Hoffmanntempel – die Worte fliegen nur so hin und her. Warum nicht Arkadenschloss oder Schloßarkaden? Ein anderer: Weil das Ding keine Arkaden hat, du Dämel. Der Ton wird rauher. Dann wird es ganz still und irgendwie hell. Raue spricht. Burg nenen wir das Ding. EINKAUFSBURG. Er erläutert und plant bereits einen längeren Artikel über diesen Geistesblitz. ‘Jeder erkennt, dass ECE kein Schloss ist, aber auf die Idee, dass es keine Burg ist, ist noch niemand gekommen. Und niemand kann bstreiten: Man kann darin einkaufen!’ Beifallsgemurmel, auch aus dem Versteck von Herrn Ahlers. Ruhe kehrt ein. ‘Ich telefoniere nur noch kurz mit dem Presserat, Herrn Hoffmann  und Herrn Otto. Ich danke für die lebhafte Beteiligung. Die Redaktionskonferenz ist beendet. Guten Rutsch!’ Da kann man sich nur anschließen.

Richtigstellung: Abgerissen wurde das Schloß. War auch extrem blöd.

Hoffmann opfert sich auf

Dezember 29, 2006

Und zwar für gute Ideen. Eine davon:  Die Verbandsklage gehört abgeschafft. Die gibt nämlich anerkannten Naturschutzverbänden die Möglichkeit, gegen Naturvernichtung durch unsinnige, ja manchmal kriminelle Projekte zu klagen. Auch wenn den Verbänden zum Beispiel das zu schützende Land überhaupt nicht gehört. Daraus geht nur zu deutlich hervor, dass Umweltkriminelle den Umweltverbänden hilflos ausgeliefert sind. Das kann so nicht weitergehen. Man kann Herrn Hoffmann gewiss allerhand vorwerfen, zum Beispiel die Farbauswahl seiner Klokacheln, aber nicht, dass er mit diesen den Umweltverbänden hilflos ausgelieferten Personen nicht mitfühlt. Er will helfen. Vergeblich. Die Verbandsklage bleibt. Da ruft er nächstens lieber direkt bei Sander an. Der hatte ja schon beim Schloßpark selig geholfen.

Im übrigen: Wie kann man nur Taschendieb auf dem Weihnachtsmarkt sein. Einzelnen was klauen und so das Recht verletzen. Da imponieren mir die Leute mehr, die das Recht selbst klauen.  

Ausrottungsjagd macht keinen Spaß mehr

Dezember 28, 2006

Wenn unsere größte deutsche Wildart, das Rotwild,  sich in den Nationalpark Harz zurückzieht, weil es irgendwo gelesen hat, in Nationalparken werde weder gejagt noch geförstert, dann wird da schnell der Abschuß von 220 auf 320 Exemplare erhöht.  Schließlich sind wir in Deutschland. Was scheren uns internationale Normen,  Gesetze, Bundesgesetze? Nix. Hauptsache die Verwaltungsbeamten haben und behalten ihre Privilegien. Sagen doch auch CDU und FDP. Beim Abschuß helfen dann  allein in Niedersachsen 270 Schützen im Natiomnalpark. Dann wechselt das Wild, sofern noch übrig,  schnell in die Staatsforsten und schädigt dort die Umwelt.  Frißt da den Wald auf. Deshalb gab es ja auch keine Wälder, bevor menschliche Förster und Jäger in Rampanlicht der Geschichte traten.  So geht das aber nicht!  Da muß Forstdirektot Peiffer (Clausthal) gleich eine Massenjagd ansetzen mit 71 Schützen. Die Schädlingsmassen müssen beseitigt werden. Zwanzig Hunde stöbern die Rothirschherden auf. Peng .Peng. Alles vorhandene Wild erschossen. Alle beide Stücken weg.  Nun wächst der Wald wieder ungestört.

Also logisch. Da verliert selbst der beamtesteste Forstbeamte den Spaß am Abballern. Daher können Naturfreunde weder im Nationalpark Harz noch in den Harzer Staatsforsten Wild beobachten.  Dafür sind die Ausrottungsbemühungen durch Ausrottungsjagden, der Ausverkauf  des Wildes auch an Fa. Kettner und Einzelschützen, wie in Goslar,  zu ‘erfolgreich’ (Günther Bärecke).  Aber beim BIBS-Stand vor Graf  kann man immerhin das Bild eines Hirsches angucken. Auf einem Plakat der buergerinitiative-nationalpark-harz.de.  Das ist doch schon mal was.

Manchmal ist es furchtbar

Dezember 28, 2006

Manchmal ist es furchtbar, was es für Leute gibt. Da glauben doch tatsächlich immer noch 48% aller Leute, die das Forsa-Insitut befragte, sie könnten noch gering mitbestimmen.  Obwohl wir doch die Parteien CDU und FDP, aber oft auch die SPD haben! Obwohl wir doch Leute wie Wulff (ich meine Lügenwulff natürlich) und Hoffmann haben. Sander. Kohl. Koch. Ehlen (Staatssekretär von Sander).  Alles gute, bis ausgezeichnete Leute, die das Grundgesetz ernst nehmen. Die wissen: Wir leben in einer Parteiendemokratie. Warum sind diese 48% nur so undemokratisch und wissen das nicht? Die restlichen  5% haben trotzdem recht, wenn sie an starke Mitbestimmung glauben. Das sind Leute wie Wulff, Hoffmann, Kohl, Koch, Ehlen und alle, die direkt von ihnen profitieren, auch in den Konzernen, auch ahnungslose Ignoranten in Umweltausschüssen (‘.. da wollen wir doch mal ein Komma wegstreichen in dem neuen Gesetz von Lügenwulff, ja, ja, wir sind schon sehr bedeutend!’) . Da kommen leicht 5% zusammen. Wissen die 47% aber schon, die an keinerlei  Mitbestimmung glauben. Ist nun mal so.

Lügenwulff traurig

Dezember 28, 2006

Erst zum Fest wurde überbracht, wie es wirklich war. Lügenwulff war überhaupt nicht von alleine darauf gekommen, bei der CDU in Oldenburg anzurufen und den Willen des Volkes (schon der Name ‘Volk’ sagt doch jedem vernünftigen Menschen, das man sich mit dem Arsch drauf setzen kann, ‘Wille des Volkes! -  wenn ich das schon höre) in sein Gegenteil zu verkehren. Obwohl er das bei der Umsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes in Landesrecht doch schon hingekriegt hatte. Weil er ganz von alleine also nicht drauf gekommen war, ist er jetzt immer noch ein bißchen traurig und soll auch über Weihnachten an seiner geschenkten Krawatte herumgekaut haben. Denn es bedurfte erst des Anrufes von Herrn Otto von ECE, dass Herr  Wulff zum Hörer griff und bei der CDU in Oldenburg  anrief und vermutlich sagte: Wenn ihr was werden wollt in der CDU, müßt ihr lügen und euer Wahlversprechen brechen. Seht mich an! Wenn ich nicht so gut lügen könnte, wäre ich nie Kanzlerkandidat geworden.  Das war natürlich ein prima Argument und – wie gesagt – schwupp die wupp – kriegte Herr Otto nun doch seine Zusage. Da floss auch kein Bestechungsgeld oder sowas. Da würde Herr Wulff nicht mitmachen. Auch Herr Otto nicht. Auch nicht die CDU-Leute  in Oldenburg. Die kämen noch nicht mal auf die Idee. Wo sind wir denn? Auch die Nordwest-Zeitung, die über die Anrufkette berichtet hatte,  soll mittlerweile ganz angetan sein von ECE und will mit großen Anzeigen von ECE die Anti-ECE-Saulusse Oldenburgs in Pro-ECE-Paulusse verwandeln.  Beispielhaft. Cellesche Zeitung: So macht man das. In Braunschweig sind solche Hinweise nicht nötig.

Frei ohne Geständnis

Dezember 23, 2006

Volkert gesteht – und kommt frei. Hätte keiner gedacht. Wie sieht es aber mit den Leuten aus, die 300 Millionen Steuergeld, gegen ein Bundesgesetz, nachweislich vorsätzlich,  verbraten, wie mit denen, die öffentliches Eigentum  zum Nachteil der Bürger den Konzernen überlassen? Wenn etwa ein Nationalpark auf kaltem Weg der öffentlichen ‘Nutzung’ durch Naturgenuß gegen das Bundesgesetz entzogen (‘privatisiert’) wird  zu Gunsten teuer bezahlter Weniger, oft beamteter Nutznießer; wenn man für den Rückkauf öffentlichen Eigentums ein Vielfaches des zuvor ausgekungelten Verkaufspreises zahlen muß, darf man dann  die Drahtzieher  dieser Aktionen als Straftäter bezeichnen? Jedenfalls laufen sie – ohne jedes Geständnis  – frei herum.

Auch das ist doch eine Frohe Botschaft für alle,  die ‘von guten Mächten treu und (vor allem) still umgeben’. Aber nach dem 1.1. wird Herr Raue auch die Nationalparkmißstände endlich kritisch beleuchten. Hat er doch versprochen. Erstmal jedoch ist Weihnachten. Alles Gute.

Alles nicht so schlimm

Dezember 23, 2006

Rechtzeitig zu Weihnachten erreicht uns eine gute Nachricht. Zwar sind durch kriminelle Wirtschaftsverbrecher 640 Hektar Land und damit das darunter befindliche Grundwasser verseucht worden. Sicher werden sie ein Bußgeld zahlen müssen. Das ist gut. Wenn man 640 mal 10.000 nimmt,  hat man die Quadratmeterzahl, die nun auch für landwirtschaftliche Zwecke nicht mehr genutzt werden kann. Aber schlimm ist das nicht. Weil ja noch genug Land  da ist und auch das Grundwasser nicht getrunken werden muß. Weil das Trinkwasser aus dem Harz kommt. Deshalb sind auch die ganzen kritischen Kommentare der Braunschweiger Zeitung zu diesem Thema, das uns ein wenig an Asse II erinnert, auch völlig überflüssig. Haben sich die Redakteure dort gleich gadacht und sie weggelassen. Schließlich ist Weihnachten, das Gute überwiegt. Was ich allen von Herzen wünsche.

Kahlschlag im Nationalpark

Dezember 22, 2006

Aber warum? Weil gegenüber eines neu angelegten Kahlschlages im Nationalpark Harz eine ‘Wildtierbeobachtungsstation’ geschaffen werden soll, für 20 Leute. Und zwar an einer Stelle, wo man garantiert kein Wild sieht, vorne im Odertal. Kostet ca. 15-20000 Euro.  Und stellt zugleich den Gedanken des ‘Erlebnisweges Wildtiere im Nationalpark’ (s. buergerinitiative-nationalpark-harz.de) auf den Kopf. Danach sollen an Stellen, von denen aus in den letzten Jahrzehnten immer Wild zu sehen war, einfache Beobachtungsmöglichkeiten, die außer ein paar Nägeln nichts kosten,  hergestellt und ringsum die Jagd aufgegeben werden. Damit wäre ein  Naturerlebnis vergleichbar den Nationalparks erreicht, die den anliegenden Gemeinden profitablen Naturtourismus bescheren. Das, was im Odertal geschieht, ist eine teure, verlogene Augenwischerei, die nur dazu dient, der von Herrn Wulff beschlossenen ABM-Maßnahme für Forstbeamte eine gewisse Legitimität zu verschaffen. In Wirklichkeit sollen Harzbesucher von den Plätzen ferngehalten werden, an denen jene Beamten und ihre Kumpane zur Jagd gehen. Manche sogar über die beim früheren Nationalparkdirektor Dr. Barth immer eingehaltene Jagdzeitbegrenzung  bis jeweils 15. Dezember hinaus.  Kost’ diese Beamten doch nix. Werden doch vom Steuerzahler bezahlt. Schreibt Wulff!

PS: Fragt sich da einer: Kahlschlag und Jagd im Nationalpark? Das gibt’s doch nicht. Doch, doch. Wulff, Sander, Gabriel u. Co. machen’s möglich. Kost’ die Leute doch nix. Zahlen doch die Steuerzahler.

Pfadfinder sind auch nicht mehr das

Dezember 22, 2006

was sie einmal waren. Statt zu Fuß auf den Brocken zu gehen, fahren sie mit der Eisenbahn. Das Friedenslicht war zu schwer. Aber es gibt Schlimmeres!

Umbau zum Konzern Stadt zu langsam

Dezember 22, 2006

Wie wir hören, gibt es jetzt schon 60 Hinweise auf Korruption bei Volkswagen. Das waren kürzlich noch weniger.  Möglicherweise sind es morgen schon mehr. Wenn wir wollen, dass Braunschweig nicht ein Konzern wird, der in seiner Korruptionsrate hoffnungslos hinterherhinkt, muß der Umbau zum Konzern schneller gehen. Je länger wir mit dem Umbau warten, desto weniger Korruption im Konzern Stadt können wir vorweisen. Diese Blöße sollte sich Braunschweig nicht geben. Herr Hoffmann! Handeln Sie schneller!