Wie wir gesehen haben, geht es bei den Angriffen gegen den Nationalparkleiter Pusch keineswegs um bessere Anwendung des bestehenden Bundesrechts, was dann die Verschleuderung von Steuergeld um mindestens 500 Millionen Euro senken würde. Sondern um den Versuch, wenigstens ein kleines Bizzele weniger zu verschleudern, indem zwei Abteilungen zusammengelegt werden. So läuft das aber nicht.
Worum geht es noch? Wahrscheinlich auch um die Besetzung vakant gewordener Positionen im Nationalpark. Ossis sagen: Ihr bevorzugt Wessis. Also um das Privileg, auf Steuerzahlerkosten Staatsknete zu kassieren in einer Verwaltung, die auch mit 10 bis 15% ihres Personalbestandes auskommen würde, wenn Bundesrecht angewendet würde – macht in 50 Jahren eine Einsparung von 5oo Millionen. Dann und zugleich geht es um das Förstereiprivileg, also darum möglichst aktiv natürliche Dynamik auf Kosten des Steuerzahlers zu beeinflussen und zu verhindern. Dann natürlich darum, ganz unbeschwert Tiere im Nationalpark abzuballern. Ganz überhaupt nicht geht es darum, die im Bundesrecht festgeschriebene Teilhabe der Bevölkerung, also des Steuerzahlers, am naturdynamischen Geschehen einschließlich Wildbeobachtung, was ja bekanntlich den Naturtourismus fördert und der Allgemeinheit sehr zugute käme.
Zunächst einmal: Wie verhindert man nationalparkverwaltungsseits effektiv diesen ökonomischen Effekt. Unter dem nun auch erkennbar angeschossenen Herrn Pusch wurden die Jagdzeiten noch weiter ausgedehnt, also war mit der Abballerei nicht etwa am 15. Dezember Schluß. Da hatte sogar der Vorgänger von Herrn Pusch (Dr. Barth/Niedersachsen) seinen Laden besser im Griff. Es ist aber zu erwarten, dass nun die Schießetots im Nationalpark sich noch weiter durchsetzen. So wird vermutlich ganz offiziell demnächst im Nationalpark flächendeckend schon im Frühsommer auf Rotwild geschossen werden, damit es in der Kinderstube des Waldes nicht zu ruhig zugeht. Ferner wird man wohl die kurze Jagdpause, die aber mitten in der Hirschbrunft zugunsten Abballerei aufgehoben wurde (in Schweden kommt man für die Jagd während der Elchbrunft in den Knast) nun wohl ganz wegfallen lassen. Damit das Naturerlebnis der Abschießer noch intensiver wird und Naturtouristen garantiert noch nicht einmal einen Hirschröhren hören, geschweige denn sehen – vor diesem Kitsch muß die Öffentlichkeit bewahrt werden.
Kurzum – Mord und Totschlag werden gefördert, Geldverschwendung auf hohem Niveau gehalten, die Interessen der Menschen an gewährleisteter Naturdynamik mit dem Förstera… zugedeckt – aber auch mit dem Frauena… von Frau Wernicke, die sich noch nie für die strikte Anwendung des Bundesnaturschutzgesetzes § 24 eingesetzt hat dafür aber mit unqualifizierten Mobbingvorwürfen ins Tageslicht der Lokalpresse tritt. Nur der Vollständigkeit halber seien nochmal die anderen Personen genannt, die die Nichtanwendung des BNatSchG zu verantworten haben: Staatssekretäre Eberl, Aiekins, Nationalparkdirektoren Hlawatsch (wurde gleich darauf Nationalparkdirektor woanders) und Barth (jetzt Ruhestand), die zuständigen Minister Sander und Fr. Wernicke, mit Beteiligung der Ministerpräsidenten Böhmer und Wulff . Herrn Pusch kann man nur empfehlen, ein wenig über sich hinauszuwachsen und zu sagen: Ich stelle niemand mehr ein, egal ob Wessi oder Ossi, ich verbiete ganzjährig die Jagd, lasse Kyrills Opfer so liegen wie sie umgefallen sind, weil es bessere Naturdynamik nicht gibt. Dazu gehört natürlich viel Format- aber wird so jemand Nationalparkdirektor?
Übrigens: Im schönen, lindenreichen Drübbeck zwischen Ilsenburg und Wernigerode gab es eine Tagung zur Nationalparkbehandlung, insbesondere auch den Umgang mit den einheimischen Wildtieren. Hier wurde die Position der buergerinitiative-nationalpark-harz.de weitgehend bestätigt. Das, was wir skandalöse Mißachtung gesetzlicher und naturschützerischer Bestimmungen im Nationalpark Harz nennen, wurde dort nur etwas professoraler ausgedrückt. Ausdrücke wie ‘Gangstertum bleibt Gangstertum’ fielen nicht. Wahrscheinlich deshalb, weil die Mißachtung von Gesetzen durch Gesetze und Mißachtung der Bedürfnisse und Rechte von Menschen es nicht erlauben, jemanden, der das tut, automatisch Gangster zu nennen. Aber wer weiß schon, was ein Professor wirklich denkt.