Archiv für März 2007

Redlicher geht’s nicht – SPD und ECE redlich

März 31, 2007

Wenn also zum Beispiel Herr Winter von der SPD eben mal über 5 Millionen Mark verbrät, nicht für sich, sondern als Planungskosten für ein Spaßbad, das viele Bürger nicht wollen, dem die SPD-Ratsmitglieder geschlossen  zustimmen müssen,  dann ist das sehr redlich. Oder hätte man gedacht, dass Geldverbraten für ein überflüssiges Bad  von vornherein so teuer ist? Doch wohl nicht.

Oder wenn nun endlich klar wird, was den Innenstadthandel schädigt,  nämlich die Schilder mit der Aufschrift Schloss und somit dem Einzelhandel der Innenstadt wie Schuppen von den Augen fällt, dass die Schilder den Innenstadthandel kaputt machen,  dann ist das auch von ECE redlich, weil sonst ja der Innenstadteinzelhandel nicht gewußt hätte, wodurch viele in die Pleite rutschen werden. Auch die IHK mit den dort beschäftigten Marktexperten hat sehr helle reagiert. Mit solchen Schildern konnte nun wirklichkeiner rechnen. Verheerend in ihrer Wirkung. Sehr clever analysiert. Positiv diese Kammer. Tatkräftig. Vorausschauend, ganz im Interesse des Innenstadteinzelhandels. Sehr helle und verantwortungsvolle Akademiker dort.

Eng und muffig

März 30, 2007

Obwohl von vornherein klar sein konnte, dass hinter der Schloß-Fassade nur ein Standard-Kaufhaus entstanden war, noch dazu mit dem Titel ‘Schloss-Arkaden’ ohne jede Arkade, waren viele Besucher doch enttäuscht. Frau Anna M.: ‘Eigentlich wollte ich mir das Schloß ansehen und ein wenig Schloßambiente schnuppern – nix da. Direkt hinter der Fassade alles eng und muffig, sofort Geschäfte und schlechte Luft. Gleich  war mein Asthma wieder da….’.  Ein Rentner, der seinen Namen nicht nennen wollte: ‘Ich habe mir ein blau-weiß gestreiftes Hemd gekauft und wollte dann wegen der schlechten Luft wieder raus. Ich habe den Ausgang aber nicht gefunden. Die Luft wurde immer schlechter und…..’  Das war wohl knapp? ‘Verdammt knapp. An der Oderfront damals war es im Bunker auch nicht viel besser. Söckchen habe ich auch nicht gefunden……’ . (Der Rentner war nicht Herr Funke, obwohl der bekannttlich dringend längere Söckchen braucht! Weil es einfach nicht gut aussieht, wenn er einen Schneeberg runterrutscht, die Beine hebt und seine jetzigen Söckchen  offensichtlich zu kurz sind).   In einem Geschäft der Innenstadt, ca. 40-jährige Frau: ‘Ich bin froh, dass ich bei Ihnen bin und hier einkaufen kann, die niedrigen Decken im ECE fand ich so bedrückend…., dass die den Platz so ausnützen müssen!’ Frau C. mit ihrem Kleinkind: ‘Fritzchen hat am besten das Kälbchen gefallen und wie die weißen Frauen da herumgetanzt sind. Soll es wirklich oben auf dem Dach  angebracht werden?’ Das Goldene Kalb stammt aus der Bibel und… ‘Das ist sehr schön, dass ECE auch an die Bibel denkt, ich bin selbst sehr gläubig und Fritzchen spielt immer mit Krippenfiguren…..’ . Vielen Dank für Ihre Äußerung.  Ein gut gekleideter Herr, der seinen Namen trotzdem nicht nennen wollte: ‘Es hieß doch immer, Herr Hoffmann werde auf einem goldenen ECE- Schwein reitend dargestellt werden, wo ist das denn? Der hat sich um Braunschweig derart verdient gemacht. Das Kalb ist kein Ersatz! Da kann kein Mensch drauf reiten!’ Keine Ahnung, wo das Schwein bleibt. ‘War es denn gestern bei der Gala mit dem Ministerpräsidenten da?’  Wahrscheinlich, aber ich bin nicht sicher, vielen Dank für Ihren Beitrag.

So oder ähnlich äußerten sich die zahlreichen Besucher, die allerdings vor allem wegen des Goldenen Kalbes gekommen waren. Die häufigste Kritik: Schlechte Luft im ECE, zu kleine Läden, nichts Neues, unübersichtlich, nichts Vernünftiges zu gewinnen, an Geschenke nicht ran zu kommen, zu niedrige Decken, Platzangst, kein Schloss, nur Fassade, kein Prinz oder sonstiger Adel, durfte als Bettler nicht rein, mein Hund wollte nicht rein, fand nicht wieder raus, Kalb kommt nicht auf den Portikus, Schwein fehlt.

Dieser kleinlichen Kritik steht aber als Anerkennung die religiöse Komponente gegenüber. Ein wortgewaltiger Braunschweiger Prediger: ‘Das Goldene Kalb wird allen Lumpen und Verbrechern dieser Stadt ein andauerndes Menetekel sein und sobald ich die 10 ECE-Gebote in Stein gemeißelt  und nicht nur auf sündigem Papier in diesen meinen Händen halte werde ich hintreten vor das Kalb und sie zerschmettern, dass die die Wände einstürzen wie seinerzeit in Jericho und diese meine Frau wird weinen vor Freude und alle Huren dieser Stadt….’ Den Rest haben wir am Ringerbrunnen schon gehört. Aber irgendwie richtig gut fand er ECE nicht. Moral muß sein.  Leider war nicht herauszubekommen,  wen der bewußte Prediger mit ‘Huren dieser Stadt’ meinte. Doch nicht etwa Journalisten, doch nicht etwa den mit M? Mit religiösen Eiferern läßt sich schlecht diskutieren, leider. Die Frage bleibt offen.   

Tausende kamen zur Anbetung

März 29, 2007

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Es hatte sich herumgesprochen, dass heute Gelegenheit war, das Goldene Kalb anzubeten, sich zu verausgaben, dem Mammon zu frönen und anzubeten die neuen Schloßherren – wie alle wissen, nicht nur ECE und  Credit-Swiss – sondern auch  Hoffmann und Lügenwulff. Auch die Beachtung der Zehn Center-Gebote wurde von Tausenden zugesagt.

Damit hat Braunschweig ein neues Gesicht. Zweifellos löst das Goldene Kalb jetzt den Löwen ab, der das Gemüt der Mehrheiten im Braunschweiger Rat längst nicht so präzise symbolisiert wie das angebetete Kalb.

Ab 5 Uhr 55 wird zurückgeschossen – ECE-Offensive beschert Braunschweiger Einzelhandel Umsatzrekorde

März 29, 2007

Die Befreiung des Braunschweiger Einzelhandels von Kaufkraftschwund, Mindereinnahmen, Geschäftspleiten hat nun ein Ende. Allerdings erst ab 6 Uhr, weil erst dann ECE öffnete. Ungeheure Massen neuer Käufer werden nicht nur ECE überschwemmen, sondern auch den Einzelhandel der Innenstadt. So spricht Hoffmann. Und auch Wulff lügt nicht, diesmal. Weiß er doch, das Schloß ist rekonstruiert und das Schloß ist ein Leuchtturm, sieht man doch. In beidem hat er Recht, dieser scharfsinnige Politiker. Auch damit, dass manche sich nun mit ECE und seiner Fassade identifizieren werden, zum Beispiel die Journalisten der BZ und auf diese Weise natürlich eine Identität erhalten. Oft die erste in ihrem Leben. Das ist sehr schön. Deshalb sind sie auch dringend eingeladen, die 10 ECE-Gebote streng zu beachten und sich am Tanz um das goldene Tier zu beteiligen. Ab 16 Uhr. Heute.

Feudalos unter sich

März 27, 2007

Wenn kooperationsbereite Bürger unkritische Fragen stellen, klingt das so: Begrüßen Sie, dass das Schloss rekonstruiert wurde? Klar sagt Heinrich H., das ist der Wiederaufbau des Schlosses mit moderner Nutzung. Denn er weiß: Auf die Fassade kommt es an, imperiale Gouvermentalarchitektur, damit der Bürger weiß, wovor er zittern muß – heute eben vor ECE, damals vor den Bewohnern des Gebäudes. Denn hinter der pseudoimperialen Adels-Fassade verscherbelt Brüderchen unersetzliche Kulturschätze, obwohl es seine Aufgabe war, sie zu erhalten, so lief alles schief, alles ist zerstört worden, stellt Heinrich H. fest. So sind sie eben, die Feudalos, noch heute, wenn sie nur die Gelegenheit dazu bekommen. Da wissen wir dann gleich, warum man sich an sie und ihre Schlösser erinnern muß. Das sind nämlich regionale Symbole, das muß man unbedingt aufrecht erhalten. Aber warum nur? Wohl genau so, wie man nie vergessen sollte, was im Dritten Reich geschah. Erinnerungskultur eben. Damit, lieber Herr Käsner, mit der Replik der Schlossfassade Menschen ihren alten Ankerpunkt wiedergefunden haben können. Das ist eben dringend nötig, denn ohne Feudalsymbole fühlt sich eben keiner recht wohl, zum Beispiel in demokratischen Strukturen. Da fehlen einfach schöne Erinnerungen an Junkerschulen und Feudalfuzzis.

Trotzdem: Was Handwerker alles können ist bewundernswert, das hätte man nicht kaputt machen dürfen. Und gegen die Fassade hätte keiner was, hätte nicht ein Park daran glauben müssen, wäre daran nicht ein übles Lügengebäude geknüpft, was den Bürger übel schröpft. Die Handwerkskunst mit Feudalgeschwätz zu mindern straft den Schwätzer.

Glänzend gelogen

März 27, 2007

Wenn eine Stadt im Prognos-Ranking um 23 Plätze abrutscht, hat diese Stadt Braunschweig sehr hohe Chancen – aber worin? Vielleicht im Aufbau von Lügengebäuden, gestützt von den Stahlträgern einer entsprechenden Lokalpresse? Etwa dadurch, dass eine Haushaltssanierung gelobt, aber zugleich verschwiegen wird, dass dies durch Privatisierung von Bürgereigentum und zugleich  verdeckte Kredite geschieht, die von der übernächsten Generation zurückgezahlt werden müssen? Etwa dadurch, dass eine Bewerbung zur Kulturhauptstadt daran scheitert, dass ein neues Kaufhaus eine Schlossfassade erhält und das Ganze als Schloss bezeichnet wird? Dadurch, dass die Möglichkeiten einer weiteren Stadt-Verschuldung durch die Schaffung einiger neuer Vorstandspöstchen  bei einer angeblich neuen Stadtsparkasse (hoffentlich nicht!) erleichtert werden? Die Durchsetzung eines ‘Spaßbades und Schließung der Stadtteilbäder entgegen dem Bevölkerungswunsch? Genug der Beispiele, dafür ein konstruktiver Vorschlag. Wie wär’s mit Lügenhauptstadt? Unterstützung von Politik und Presse sind sicher.

Bemerkenswert: BIBS und Fußball

März 26, 2007

Unermüdlich im Einsatz für die Bevölkerung war wieder einmal die Bürgerinitiative Braunschweig. Eingesammelt wurde Volkes Wille für den Erhalt der Stadtteilbäder, für nazifreies Braunschweig, gegen die Verherrlichung von schwerstem Aggressionskriegswerkzeug und für eine dringend benötigte 4. IGS.  Samstag. Bis 24 Uhr, fast. Nirgendwo sonst und so unmittelbar wie am Stand der BIBS kommt Volkes Wille so deutlich zum Ausdruck. Herr Winter, der dabei ist, die SPD zu ruinieren, sollte mal eines seiner Ohren nehmen und am BIBS-Stand an den Puls der Bevölkerung legen, so zu sagen. Und in den vielen Aufsichtsräten davon berichtet, in denen er sitzt und deren Firmen vom Bau des Spaßbades profitieren würden. Sau geiht dat nich.

Im Fußball  dagegen muß man schon genauer hingucken. Zum Glück hat die BZ tüchtige Redakteure, die einem alles erklären, wenn man ein Bild mal nicht richtig versteht. Oberflächlich gesehen springt heute zum Beispiel ein Mann sehr hoch in die Luft und ein anderer bückt sich. Geschickt stößt er mit seinem Po den Ball in eine ganz andere  Richtung, während der Mann oben etwas betrübt nach unten blickt. Nun könnte man als unbedarfter Bildbetrachter denken, es handele sich um einen geglückten Postoß, der im Fußball ja erlaubt ist. Ganz falsch. Wie der Redakteur der Braunschweiger Zeitung erläutert, handelt es sich um ein Kopfballduell. Die Annahme, dass der Kopf eines Fußballspielers da ist, wo sich die Nase befindet, muß also falsch sein. Tatsächlich kann man den Kopf des einen Spielers überhaupt nicht sehen, da er ihn in seiner Hose versteckt hat und aus dieser Position heraus den Kopfstoß ausführt. So lernt man immer noch was dazu, wenn man aufmerksam die Braunschweiger Zeitung liest.  Sie öffnet einem eben nicht nur bei ECE die Augen, das, wie die BZ weiß, in Wirklichkeit ein Schloß ist, um nur mal ein Beispiel zu nennen.  

Zum Wohle des Volkes – Geld in die richtigen Kanäle

März 24, 2007

Zunächst einmal Respekt für Herrn Staake, der sein Geld in Zukunft dorthin lenken wird, wo es Sinn macht: In die Bereiche Bildung und Wissenschaft, Forschung und Lehre. Am besten mit Direktsponsoring für zusätzliche Lehrer und zusätzliche Professoren, die des Lehrens mächtig sind. Vielleicht sogar dafür, dass hochqualifizierte Professoren, die das Land aus Altergründen, trotz sachlichen Bedarfs, nicht weiterbeschäftigen will. So kann die Ausräuberung der TH Braunschweig durch die Landesregierung (deren dümmstes Vorhaben: Braunschweiger Physik ab nach Hannover) noch verhindert werden. Irren ist menschlich. Seinen Irrtum zu korrigieren ist menschliche Größe.

 So werden wohl auch viele Kunden der NordLB denken. Wie kann man bei einer Bank bleiben, die es zuläßt, dass ein funktionierende System kompliziert, das wahrscheinlich durch zusätzliche Gremien und Positionen aufgebläht wird.  Nur damit ein frustrierter, aus dem alten Entscheidungsgremium abgewählter  OB nun auch sein Pöstchen erhält? Sicher ist im Augenblick nur eins: Es entstehen neue Kosten. Sie müssen durch die Kunden der NordLB bezahlt werden. Ob das jeder tut und sich vielleicht doch lieber für ein anderes Bankinstitut entscheiden wird? Mal sehen. Dann nämlich wären die Refinanzierungsmöglichkeiten der NordLB durch Kundenschwund in Braunschweig und Umgebung tatsächlich geschwächt. Jedenfalls hätte der OB dann das für den Bankbereich erreicht, was ihm beim Forfaitieren  auf Kosten künftiger Generationen schon gelungen war.

Wie alle wissen, ist aber auch Herr Möllring ein charakterstarker Mann. Stimmt er doch trotzdem für einen Sachverhalt, gegen den er schon aus juristischen Gründen eigentlich ist. Aber warum? Da wird ihm Krawatte ganz schön eingeheizt haben. Angeblich mitgehörter Dialog der beiden auf der Herrentoilette: W: Bei den Tarifverhandlungen warst Du doch kein Weichei – damit muß jetzt Schluß sein!  M: Aber meine Überzeugung, Wulfi, die ist doch ganz anders, mein Amtseid, mein Gewissen…. W: Nenn’ mich nicht Wulfi! So ein Unsinn, wir sind doch Politiker, die Krawattenträger der Nation, auf uns blickt man. Wir wollen doch an der Macht bleiben. Oder willst Du lieber das (trotz freundlichem Gesichtsausdruck drohende Pause) Kabinett verlassen? M: Ja ich bin schon fertig. W: Nicht das Klo, die Regierung! M: Aber mein Gewissen, meine Juristen sagen…, die zusätzlichen Kosten, die entstehen……, mein Amtseid….! W: Den haben wir alle doch schon gebrochen, lieber Mann,  als wir  im Dezember das Nationalparkgesetz Harz Niedersachsen entgegen dem Wortlaut des Bundesnaturschutzgesetze abgefaßt haben! Mußte sein wegen Sander. Das kostet den Niedersächsischen Steuerzahler auch 300 Millionen Steuergeldvergeudung, weißt Du doch. M: Oh Gottogottogott- das ist genau so viel, wie ich weniger Neuverschuldung zugelassen habe…, habe ich noch mit angegeben…., wie kann ich nur so blöd sein….W (besänftigend):  Also, ist doch nicht so schlimm. Wie sagt der Dichter: Einmal blöd, immer blöd. (M geht mit inzwischen geschlossener Hose ab). W: ‘Das waren die schwierigsten Verhandlungen seit ich Ministerpräsident bin’. Der Mann opfert sich eben auf.

PS: Wenn es, wie einige Insider zu wissen meinen, nur darum gegangen wäre, Braunschweiger angemessener am Gewinn der NordLB zu beteiligen, hätte man das besser und billiger erreichen können.

Förster und Gesetzestreue ?

März 23, 2007

Im Bericht über den zum Wilderer gewordenen Förster Schiers (siehe Kriminalität im Nationalpark Harz durch Förster nimmt zu vom 21.3.2007) ist auch von der Motivation des Mannes zu seiner kriminellen Tat die Rede.  Selbstverständlich nimmt er nicht die Befriedigung von Mordlust für sich in Anspruch. Na gut – er lehnt das Motiv aber auch nicht ab. Es heißt laut Goslarsche Zeitung vom 17.3.2007, er wollte ‘in seinem alten Schwarzenberg-Revier die Abschußzahlen erzielen’. Könne er aber nicht, weil dort überhaupt kein Wild mehr sei. Wir erinnern uns, dass zwischen Altenau-Oker-Harzburg im letzten Herbst eine Jagd mit über 70 Schützen, ca. 30 Hunden, Treibern etc. stattgefunden hatte, bei der zwei Stück Rotwild zur Strecke kamen. Das Gebiet war also praktisch schon leergeschossen, der Rotwildbestand weitgehend vernichtet. Schiers hat also mit seiner Diagnose recht. Folglich muß er quasi ganz woanders hingehen, wo noch Wild ist, sonst kann er in ’seinem’ Revier den Abschuß nicht erfüllen, ist doch klar. Wenn ich zum Beispiel bei Aldi Nudeln kaufen will und da sind Nudeln ausverkauft,  dann gehe ich eben zu Rewe und klaue sie dort, ist doch wohl logisch. Aber die Wilderei des Forstmannes folgt nicht nur solcher Logik. Jetzt kommt der Naturschutz ins Spiel. Genau genommen  der Baumschutz, noch genauer die Bäume, die Schiers perönlich (na, wenn das mal stimmt) gepflanzt habe. Um exakt diese Bäume zu schälen, abzufressen – oder ins Ausland zu verkaufen, wer weiß? -  kommen Hirsche mit prima Geweih extra aus dem benachbarten Nationalpark, wo die Schonzeiten leicht verkürzt sind. Gut – es sind die letzten ihrer Art im Harz – aber das ist egal, die müssen weg, Naturschutz, wie ich ihn verstehe,  ist wichtiger und wenn ich kriminell werden muß! Gut, die Hirsche kommen überhaupt nicht zum Abfressen, dann muß ich eben extra in ein fremdes Revier gehen, na schön, auch mal die Schonzeit verletzen. Aber was soll’s, ich habe mich ja sowieso nicht mehr unter Kontrolle (wörtlich: ‘Ich war sauer’), es dient ja alles dem Naturschutz, außerdem merkt’s ja keiner. Peng. Geweih an die Wand und das wär’s gewesen, hätte nicht ein stiller Beobachter die böse Tat angezeigt.  Da mach’ ich doch schnell ‘ne Selbstanzeige, Geier hilf.

Nun kommt Kumpanei ins Spiel. ‘Früher waren wir (die Förster- und Staatsanwaltkumpel?) bei solchen Grenzgeschichten toleranter’, sagt  Herr Schiers in der GZ.  Und jeder seiner frühreren Untergebenen und sonstwie Abhängigen kann noch immer bestätigen, wie wohltuend tolerant der Amtsinhaber Schiers war. Kann eigentlich nix schief gehen, soll Staatsanwalt Geyer gesagt haben, schließlich geht es um ein Offizialdelikt, da ’sei noch alles offen’. Nein, nein, Herr Geyer, für Sie ist überhaupt nichts offen, falls Sie für den Fall zuständig sind. Dafür wird die Strafanzeige in Sachen Wilderei beim hiesigen Generalstaatsanwalt sorgen.

Herr Schiers an sich unterscheidet sich in seinem Denken, so weit es den Glauben an seine Notwendigkeit als Wildabschießer zum Zwecke des Naturschutzes betrifft, nicht von seinen  Förster-Kollegen im Nationalpark und vor allem im Umweltministerium mit MU Sander und Staatssekretär Eberl. Während sich Herr Schiers ohne besonderes Unrechtbewußtsein, s.o.,  nur über das Straf- bzw. Jagdrecht hinwegsetzt ,  setzen sich Sander, Eberl, Wulff, Umweltausschuß  über bestehendes Bundesrecht und Bürgerinteressen hinweg und machen per Landesrecht den Nationalpark Harz zum Spielball von Jagd- und Försterinteressen, auch unkontrolliert durch den Bundesumweltminister. Statt ‘Gewährleistung natürlicher Dynamik’ sind Geldvergeudung  im Hundertmillionenbereich zum Nachteil von  Bildung, Wissenschaft, Sicherheit, Naturerleben, Naturtourismus  etc. die Folge.

Es wird wirklich höchste Zeit, dass sich die Naturschutzverbände, Bürger allgemein und die sich ihrem Amtseid verpflichtet fühlenden Politiker in Regierung und Opposition gegen die Herrschaft eines Denkens und Handelns protestieren, auf das Herr Schiers durch seine Taten und öffentlichen Aussagen aufmerksam gemacht hat. Insofern wird er auf seine alten Tage vielleicht doch noch zu einem gesetzestreuen Natur- und Nationalparkschützer. Ohne Jagdschein wird ihm das leichter fallen. Dann macht es auch nichts, wenn er mal wieder ’sauer’ wird. Wir müssen ihm ja nicht unbedingt begegnen, wenn er sauer ist und Auto fährt, lieber nicht.

Fortsetzung der Glogo-Erfolgsgeschichte

März 23, 2007

Blicken wir zunächst zurück. Wo war dieser Mann nicht schon überall erfolgreich. Vom  überteuerten Kauf eines Pleitebusunternehmens bis zum Pleite-Ministerpräsidenten und zum VIP-Loungepräsdenten. Dann führte er in der von ihm gewohnten Art auch noch die Braunschweiger an die  dialektische Spitze der Fußball-Liga, so daß die sechste Liga schon ganz nahe rückt. Ein Mann, der sich in seinem Erfolgsverhalten treu bleibt. Wie man hört, soll er jetzt in seinem bestechenden Stil sogar in den Vorstand der neuen Sparkasse gewählt werden und dort in erfolgsgewohnter Weise weiterwirken. Aber ob die neue NORDLB-Sparkasse wirklich sofort wieder Pleite geht? Kan er das schaffen? Leider wird  immer noch nicht genug  über sein Wirken in Stiftugen berichtet. Die Erfolgsgeschichte der Waisenhausstiftung könnte da Vorbild sein.  Dieser Mann darf sich auf keinen Fall  aus der Öffentlichkeit zurückziehen, damit das klar ist!