Selbstverständlich liegen hier schon die Ergebnisse einer exakt und unter Beachtung modernster Manipulationstechnik durchgeführten Meinungsumfrage vor , die das Ergebnis der Umfrage der Braunschweiger Zeitung ‘Testen Sie die Schlossarkaden’ in absoluter Präzision vorwegnimmt. Die Technik des Highcounting (ersetzt das altertümliche Wort ‘Hochrechnung’) erlaubt nämlich die präzise Erfassung von Sachverhalten, die sonst überhaupt nicht klar ausgesprochen werden, außer vielleicht beim Frisör, und daher auch nicht erfaßt werden können. Schon die einfache, primitive Meinungsumfrage ist nämlich ein extrem scharfes Instrument, was man daran erkennen kann, dass Herr Jonscher von der BZ die BZ-Umfrage Test nennt, nicht etwa, weil er überhaupt nicht weiß was der Unterschied zu einem Test ist. So setzt er sich wieder einmal aus Verantwortungsgefühl dem natürlich unbegründeten Verdacht der Unbildung und Blödheit aus – Respekt. Auch die Objektivität und Unabhängigkeit der BZ wird durch das Ziel des ‘Tests’ gewahrt, was man schon daran erkennt, dass nicht etwa Karstadt oder Kaufhof oder die guten Firmen Graff oder Weiß ‘getestet’ werden sollen sondern die schon jetzt um ihre Existenz bangenden Mieter von ECE.
Nun aber zu den Ergebnissen des Highcountig (chinesisch Xianhusan). Wir lassen hier diejenigen zu Wort kommen, die für die große Masse der Geichgesinnten stehen – also für diejenigen, die dasselbe meinen, aber aufgrund ihres Alters, ihres Berufes, ihrer Religion oder irgendwelcher Behinderungen nicht so klar ausdrücken können. Eine Erlebniskindergärtnerin: Fragen sie die Kleinen – ich kaufe hier nicht (die Aussage zählt natürlich nicht mit). Repräsentativ ein aufgeweckter 5-jähriger für die Kindergartengruppe: Wir wollten shoppen im Schloß, haben es aber nicht gefunden. Deshalb gehen wir in ein richtiges Kaufhaus. Was kann man daraus schließen: Schon Fünfjährige haben dem Oberbürgermeister geglaubt, ein Schloß werde aufgebaut. Was will man von so kleinen Menschen verlangen? Eine muslimisch verhüllte Fau auf die Frage: Wie beurteilen Sie die Schloßarkaden? Holt Luft, wahrscheinlich um etwas zu sagen, bleibt dann aber respektvoll still, als ihr Mann für sie spricht: Ich sehe hier kein Schloss sondern den Ausdruck des Respekts vor der großen Türkei und ihrer Religion. Diese große Moschee ist aber nicht fertig und der vordere Teil passt nicht richtig. Auch vermisse ich die Minarette und der Innenausbau ist alles andere als geglückt, da kann keine Andacht aufkommen. Nach Einsatz des Highcounting läßt sich sagen, dass bei den türkischen Mitbewohnern die Schloßfassade als unpassend empfunden wird, wogegen die grüne Fassadengestaltung gut ankommt. Dass die Bedürfnisse der Braunschweiger mit Migrationshintergrund nicht ausreichend berücksichtigt werden, ist eine Tatsache, die den ECE-Managern zu denken geben sollte. Noch einige andere Stimmen: Ich bin Asthmatikerin und bekomme keine Luft im ECE. Wissenschaftlich abgesicherte Schlußfolgerung: Für Asthmatiker ist ECE nicht geeignet. Ich bin klaustrophobisch. Ich halte das da nicht aus, alles zu eng, zu laut..Schlußfolgerung: ECE ist für klaustrophobische Menschen ungeeignet. Ein Mann mittleren Alters mit hellen Designerjeans, aber mit Fleck im Genitalbereich: Ich habe das Klo nicht gefunden. Die Schlußfolgerung: Auch einkommensstarke Jahrgänge mittleren Alters befürworten ECE nicht uneingeschränkt. Ein älteres Mütterchen mit einer Fiedel in der Hand: Ich komme hier nicht rein, obwohl ich Agnes heiße. Daran kann man erkennen, dass man ältere Menschen, die sich mit der Fiedel in der Hand ihre karge Rente aufbessern wollen, nicht in dieses Pollingverfahren einbeziehen kann, weil sie nicht ins ECE reinkommen. Ein dicklicher soignierter Mann, der behauptete im Rat zu sein: Ich habe mich im ECE sehr wohlgefühlt, obwohl ich keine passende Badehose gefunden habe (es war nicht Herr Winter, den hätte ich erkannt). Da stand ich also mitten in einem Geschäft, alle Scheinwerfer waren auf mich gerichtet, gleißend hell. Dann gingen draußen nach einiger Zeit zwei Leute vorbei (die anderen 999999 waren wohl gerade woanders) und warfen mir bewundernde Blicke zu. Ich habe mich gefühlt wie ein echter Fürst, das war toll. Und die Badehose? Ich war doch bei WMF. Die Bedienung hat mich deshalb nicht angesprochen, weil ich seit der ECE-Eröffnung überhaupt der erste Kunde….Danke, wir können hier nur knappe Antworten..Wissenschaftliche Schlußfolgerung: Männer mit starker Blase und geringem Geltungsbewußtsein bekommen gute, ja fürstliche Gefühle, wenn sie mitten in einem der leeren aber gut ausgeleuchteten Geshäfte stehen. Sollte ECE bei der Werbung vielleicht stärker herausstellen. Ein Journalist der BZ: Nennen Sie bloß nicht meinen Namen. wir stehen alle so unter Druck, ein falsches Wort und wir fliegen raus. Nein ich bin nicht Raue. Was wir für einen Mist schreiben und denken müssen, was ECE angeht, das glauben Sie nicht. Wissenschaftliche Folgerung: ECE ist für diese Bevölkerungsgruppe ebenso ungeeignet wie für Asthmatiker oder Leute mit schwacher Blase. Zum Schluß jemand, den man, wie auch Herrn Funcke, Herrn Winter (Alle Alten ab ins Spaßbad!) oder Herrn Sehrt oder Herrn Lehmann zur Elite diese Stadt zählen kann, nämlich der OB selbst: Ich habe schon klar zum Ausdruckgebracht, dass ich in so einem Laden nichts kaufe. Meine bereits befriedigten Interessen liegen woanders (blickt in Richtung Schweiz). Ich habe sogar zum Ausdruck gebracht, dass ECE kein Schloß ist (wie der 5-jährige Knirps hat ers schließlich bemerkt, ein guter Mann). Daher von mir: Kein Comment, äh, bleiben wir im Deutschen, Nationalen: Kein Kommentar. Dieser Personenkreis ist nur schwer durch Highcounting zu erfassen, da die Individuenanzahl zu gering ist und so statistische Zuverlässigkeitsprobleme entstehen. Da helfen auch modernste Pollingverfahren nichts. Aber wahrscheinlich ist die Meinung, die man über diese Elite gebildet hat, sowieso die richtige. Daher kann man in diesen Fällen auf Wissenschaft verzichten.