Wenn Herr Raue zielt, egal wohin, dann trifft er trotzdem manchmal ins Schwarze. Nehmen wir seine Gedanken zum Männerbünden, nehmen wir die Tatsache Männerbund BZ. Wenn Männer eng zusammen schaffen, müssen sie einem Regelwerk folgen, das stärker beachtet werden muß als allgemeine Regeln, etwa solche der intellektuellen Redlichkeit. Wer darauf besteht, fliegt raus. Nur wer das Regelwerk des jeweiligen Männerbundes strikt beachtet, hat nichts zu befürchten. Diese Regeln sind natürlich nicht öffentlich gemacht, aber trotzdem klar erkennbar.
Regel 1: Akzeptiere einen Führer, egal welchen Schaden er anrichtet. Alles was er tut ist gut. Hat man je gehört, dass die BZ den Privatisierungskurs der Stadt angegriffen hätte? Argumente gegen die Privatisierung öffentlichen Eigentums gibt es massenhaft. Auch das ‘geschwärzte’ Buch von Pump-Uhlmann e.a. gehört dazu, die Reprivatisierung öffentlichen Eigentums in Potsdam bis hin zu den Veröffentlichungen im Spiegel. Die Stadtgeschichte ist voller unsinniger Beispiele verschiedenen Privatisierungsaktivitäten (Stadtwerke, Abwasser, Schlosspark etc.) bis zur erst kürzlich aufgedeckten Ausräuberung der NiWo, die kritische Berichterstattung nahelegen. Es ist ein unabdingbarer Ritus auch der gebildedsten Redakteure, hier jedes kritische Wort zu meiden und kräftig zu lobhudeln. Wer also zum Beispiel die Politik von Hoffmann bedingungslos hudelt, akzeptiert auch den eigenen Chefredakteur. Diese Probe muß jeder Redakteur immer wieder bestehen und seine beliebige Verbiegbarkeit unter Dauerbeweis stellen.
Regel 2: Begrenzte ‘Freiräume’ nutzen, damit es nach außen so aussieht, als seien die Redakteure unabhängig. Ein gutes Beispiel ist der ‘Freiraum’, der Herrn Jonscher eingeräumt wurde, als er schreiben durfte, er wisse natürlich, dass das Schloss kein Schloss sei. Damit signalisiert er: Ich bin nicht blöde. Wenn er dann trotzdem permanent – wie von Raue vorgegeben z.B. ECE Schloss nennt, könnte der unbedarfte Beobachter leicht glauben, der Mann ist nicht verbogen. Ähnlich ist es bei Herrn Meyer. Wenn er bezüglich der rechtswidrigen Ausschreitungen der Polizei beim NPD-Aufmarsch relativ objektiv berichtet, erhöht er damit seine Glaubwürdigkeit bei der Behauptung von Sachverhalten, die an sich hahnebüchen sind. Zuletzt: NiWo kauft Wohnungen. Zweck: , die Aufdeckung der NiWo-Ausräuberung durch massive Geldentnahmen soll so kaschiert werden. Denn tatsächlich war der Wohnungskauf überteuert, der vorangehende Wohnungsverkauf eine Verschleuderung öffentlichen Eigentums.
Regel 3: Krieche in den Hintern dem, der dir was einbringt. Hier sei nur auf die permanente, fast tägliche Inszenierung des ‘Schlosses’ (von der Stadt angemietete Räume von ECE) und der ‘Schloss-Arkaden’ unter ständig wechselnden Vorwänden, ja unter Mißbrauch kindlicher Naivität (8c befragt……) hingewiesen. Im Grund geht es um kostenlose Werbung für einen Anzeigenkunden. Wer da als Redakteur nicht mitmacht, hat schlechte Karten, oder?, Herr Jonscher?
Regel 4: Krieche in den Hintern dem, der in Hannover in der Regierung sitzt. Kein Wort über den Wortbruch der Wahlversprechen von Wulff und Co., keine wirklich kritische Anmerkung über den unsäglichen Sander, dem sogar die wahrhaft nicht unabhängigen Umweltverbände nicht mehr die Hand geben wollen. Bürokratieerhalt und Steuergeldverschwendung: Kein Wort gegen die Regierung und für die Interessen der Bevölkerung.
Regel 5: Wenn ein ahnungsloser Lieblingsredakteur den größten Blödsinn schreibt, dann laß’ ihn. Wir denken da besonders an Herrn Herrmann, den auch unter waidmännischen Gesichtspunkten großen Naturignoranten (schießt potentielles Muttertier ohne es zuvor ‘anzuprechen’). Lobhudelei für einen nach internationalen und nationalen Kriterien katastrophal geführten Nationalpark Harz (‘Das Fleisch der im kommenden Jahr zu schießenden Wildtiere ist bereits im voraus verkauft’). Kein Wort über immer weiter verlängerte Ausrottungsjagd, über maximale Holzausräuberung, systematische Verhinderung des Naturtourismus zum Nachteil der Harzer Bevölkerung. Statt dessen ahnungslose Berichte über unwichtige ‘Personalstreitigkeiten’ innerhalb der (auch darüber kein Wort) größten und ihrer Größe überflüssigsten Nationalparkverwaltungen der Welt.
Also: Der Männerbund BZ setzt Herrn Raue natürlich bestens in die Lage, das Sandkorn im Auge anderer zu erkennen, während der Balken im eigenen nicht stört.