Wer trotz der zahlreichen Exponate den Blick für das Wesentliche bewahrt, hat bald erkannt: Hier steht auch das soziale Anliegen im Vordergrund – das ”bloße Leben”. Stühle, Türen – wer in China hat darauf gesessen, wer ist durch sie hindurchgegangen. Und warum? Wohin? Gartenschläuche? Nein! Es sind quasi Nabelschnüre. Was man daran erkennt, dass am Ende Nadeln herauskommen. Noch deutlicher wird das soziale Anliegen, wenn wir das Kleinkind in der Kloschüssel betrachten. Noch schaut es fragend hervor, auch ein Ärmchen ragt noch über den Rand. Aber wer wird die Spülung betätigen, wann und warum? Wohin führt der Weg dieses polnischen Kleinkindes? Wird einmal spülen reichen? Denken wir an den Wasserverbrauch! Diese Ressource ist knapp! Aber wenn schon SPD – Gabriel sich nicht gegen Wasserverseuchung in seinem Wahlkreis wendet, obwohl er doch dort gewählt werden will - darf man da den Wasserbrauch in Polen kritisieren?
Ganz bewußt werden hier mehr Fragen gestellt als beantwortet. Das entspricht vollständig dem diesjährigen Konzept der Documenta in Kassel. Offen noch bis zum 23. September. Sollte man gesehen haben.