Archiv für November 2007

Aus der Welt der Biologie: Meine Erdkröte will zuviel Sex – was soll ich tun?

November 28, 2007

Folgende Frage erreichte mich vor kurzem. ‘Als Georg, meine Erdkröte, noch eine Kaulquappe war, haben wir uns sehr gut verstanden. Seit er aber erwachsen ist, läßt er mich nicht mehr in Ruhe, ständig  kuschelt er seinen warzigen Körper an mich heran und will andauernd – Sex! Das wird mir allmählich zuviel. Was kann ich tun?’ Auch mir fiel die Antwort nicht leicht, denn von einem solchen Fall hatte ich nur aus der Literatur gehört (Krafft-Ebbing, Psychopathia Sexualis, 1902).  Mein Ratschlag in diesem schwierigen Fall:  Leider schreiben Sie nicht, wie alt Georg ist. Er scheint noch jung zu sein. Haben Sie also  Geduld mit ihm. Wenn er erst einmal etwas älter ist, wird er bestimmt ruhiger. In der Zwischenzeit sollten Sie viel mit ihm reden und auch gelegentlich einen kleinen  gemeinsamen Ausflug machen. Zum Beispiel in den Nationalpark Harz. Aber erlauben Sie nicht, dass Georg in jeden Tümpel am Wegesrand springt! Wenn nämlich genau in diesem Augenblich Nationalparkförster Ohmes vorbeikommt, kann es passieren, dass er Georg anzeigt und Richter Gleichmann aus Clausthal ihn verurteilt. Schließlich ist Georg kein Wilderer! Fragen Sie vorher in aller Ruhe Förster Ohmes, ob er nicht eine Ausnahme machen kann, um Georg ein kurzes Bad im kalten Gebirgswasser zu gönnen. Aber lassen Sie Georg keinesfalls mit ihm allein! Er verkauft das Fleisch von noch gar nicht geschossenen Tieren ein Jahr im voraus. Hat Redakteur Herrmann selber geschrieben. Also Vorsicht!  Versuchen Sie es erstmal mit diesen Tipps. Wenn Georg dann immer noch aufdringlich ist, bringen Sie ihn einfach ins Rathaus zu unserem OB Hoffmann. Der kann ihn  privatisieren. Dann hat Veolia den Ärger. Oder das Vergnügen. Veolia in Frankreich (!). Cuisse de grenouille!

WER LÜGT?

November 27, 2007

Der Dr. Hoffmann am 4. Mai 2007? Als er sagte (Pressestelle der Stadt): ‘…wir haben es geschafft – wie versprochen – die Schlossfassadenrekonstruktion …ohne einen Cent städtischer Mittel ..zu realisieren.’

Oder lügt die Braunschweiger Zeitung, wenn sie schreibt (am 22.11.2007, S. 19), die Stadt habe sich verpflichtet, ‘die Mehrkosten im Vergleich zu einer herkömmlichen Stahl-Glasfassade…in Höhe von 13,3 Millionen Euro zu bezahlen.’

Wer richtig rät, bekommt einen Zauner oder fünf Meyerlinge.

Warum darf die SPD nicht mehr mitregieren?

November 27, 2007

Nun will die SPD wieder mitregieren, aber sie darf nicht. Die guten alten Spaßbadzeiten sind vorbei. Liegt an der CDU, sie ist dagegen. Zwar wäre es aus wirtschaftlicher Sicht durchaus sinnvoll, vorhandenes Geld in vorhandene Bausubstanz zu stecken, bevor sie völlig verrottet ist – Werterhalt. Wenn man den aber verhindert, dann steckt mehr dahinter als nur der Gedanke: Wir lassen unsere Schulen und anderen städtischen Gebäude eben verkommen, bis sie zusammenbrechen. Sollte der SPD klar sein. Also, wenn man zum Beispiel öffentliches Eigentum einem privaten Investor ausliefern will, um es dann für teures Geld zurückzumieten, dann ließe sich so ein städtischer Schachzug viel eher als bürgerfreundlich verkaufen, wenn die zu privatisierenden Gebäude schon recht verkommen sind und die immens hohen Reparaturkosten von einem gnadenreichen, privaten Geldgeber übernommen würden – freilich dann zu Rückmietkosten gewaltigen Ausmaßes. Müßte dann die Stadt, der Bürger, der Genosse bezahlen. Aber solch fiesen Privatisierungstricks sind von CDU- und FDP-Führung  natürlich überhaupt nicht  so geplant, schon weil die cleveren Stadträte sie sofort durchschauen würden  - wie auch sonst schon bei ähnlichen Anlässen. Nur der SPD fehlt der Durchblick. Oder doch nicht?

In Sachen Nationalpark Harz

November 22, 2007

Erstmalig hat sich Nationalparkjäger Herrmann dazu herabgelassen, keinen reinen NP-Jubelartikel zu verfassen. Aber vieles, was er schreibt ist inhaltlich falsch, vielleicht ist manches falsch behauptete auch richtig widergegeben/zitiert, manches wieder kann man nur mit dem nötigen Hintergrundwissen verstehen. Hier würde ein Schnellschuß  der Bedeutung nicht gerecht, die deutsche Nationalparke trotz Mißbrauchs durch Jagd und Forstwirtschaft haben. Nur so viel: Auch wenn Wildausrottung, euphemistisch ‘Wildstandsregulierung’ genannt, in allen ‘deutschen (und fast nur dort) Nationalparken erlaubt’ sein sollte, genügt sie deshalb den Grundsätzen des Bundesnaturschutzgesetzes oder der internationalen Nationalparkpraxis noch lange nicht. Niemand hat behauptet, dass die Förster- und Jägerlobby nur im Nationalpark Harz die Richtung bestimmt. Besser wird sie dadurch nicht, sehr geehrte Frau Staatssekretärin im Umweltministerium Astrid Kluge. Auch das Gefasel Ihres Chefs von ‘Entwicklungsnationalpark’ macht die Sache nicht besser. Das hat dasselbe Niveau, wie Herrn Gabriels  Stellungnahmen zur Schließung von Asse II nach Bergrecht, obwohl ‘der Störfall ‘ schon eingetreten ist.  Und der Klima- bzw. Feinstaubschutz durch Fichten ist besser als der durch Buchen. Sollten die auf-Teufel-komm-raus-Waldumbau-Fuzzis in den Nationalparken mal drüber nachdenken. Einzugreifen in Natur ist überflüssig, wenn das Ziel von Nationalparken ‘die Gewährleistung der natürlichen Dynamik’ ist. Nur menschliches Eingreifen ist unnatürlich, die Natur kennt keine unnatürlichen Prozesse. Noch eines vorweg: Die einfachen Mitarbeiter der Nationalparke sind oft sehr engagierte, sehr naturverbundene, kenntnisreiche Menschen, die im Sinne von Naturbeobachtung,  Naturtourismus und der Vermittlung von Naturkenntnissen sehr viel bewirken könnten.   Ihre Arbeitsplätze werden aber gefährdet durch nationalparkfremde Ideologien (‘Forstwirtschaft, Waldumbau und Jagd müssen sein’) bei ihren Chefs. Ähnliches kennen wir aus der Wirtschaft.

Epidemie endemisch? Meyer auch schon verwirrt?

November 22, 2007

Bezüglich ECE wäre er in besonders bekannter Gesellschaft. ‘Schließlich ist das ein Schloss und kein Kaufhaus’ hat doch auch schon der Herr Dr. Hoffmann gesagt. Aber Meyer weiß mehr. Die Stadt habe sich verpflichtet, ‘die Mehrkosten im Vergleich zu einer herkömmlichen Stahl-Glasfassade für die ‘originalgetreue REKONSTRUKTION’ des ‘RESIDENZSCHLOSSES’ zu bezahlen. Und diese Lorbasse von ECE sprechen nur von einer Fassade für ECE und Fassadenkosten und nennen dann auch noch einen Preis dafür, der angeblich nicht stimme. Ja, da kann passieren, was will, wen die Visionärskrankheit einmal gepackt hat, der schreibt und redet auf alle Fälle von Schloss wo ECE ist. Diese schwere Erkrankung des Gehirns läßt den Streit um diese paar hunderttausend Steuereuros läppisch erscheinen, auch die Beseitigung einer grünen Lunge Braunschweigs, die billige Verscherbelung des Schlossparks für ein Kaufhaus, die  Schädigung der Braunschweiger Kaufmannschaft, die Wasserprobleme durch ECE als Staumauer, die Ungereimtheiten in den Berechnungen der Abwasserkosten  beim ECE-Bau – alles Lappalien, wenn man die menschliche Seite der Sache betrachtet. Die Visionärskrankheit ist ein ernstes Problem und wenn die Ärzte (z.B. die aus Königslutter) sie bis zur nächsten Ratssitzung im Dezember nicht im Griff haben, wird der Stadtrat auch noch den AnschlußZWANG beschließen. Mit Erkrankungen des Gehirns ist eben nicht zu spaßen. Da kommt eine Krankheit zur anderen.  q.e.d.

Rotwildbekämfung im Nationalpark geht weiter

November 21, 2007

Und zwar zuletzt zwischen Stapelburg und Wernigerode, in den letzten Tagen. Es waren wieder über 50 Schützen unterwegs. Erklärung eines ungenannt bleiben wollenden Mitarbeiters des Nationalparks oder des Harzer Verkehrsverbandes oder so ähnlich: Weil Rotwild im Harz massenhaft vorkommt und sich im Nationalpark auf die Füße tritt und bekanntlich, ähnlich wie die Heuschrecken in Afrika oder deutschen Konzernen, radikal, alles abfrißt, muß man leider feststellen: Kein Wald mehr da! Alles abgefressen. Nur dort wo  Jäger treu auf den Hochsitzen sitzen, gibt es überhaupt noch Bäume im Nationalpark. Kann sich jeder selbst davon überzeugen! Deshalb ist Herr Pusch, der diese Jagden veranlaßt, ja sich sogar selbst als Schütze aufopfert, unheimlich doll zu danken. Denn was ist  ein Wald-Nationalpark ohne Wald? Ohne Leute wie Herrn Pusch? Damit die paar restlichen Bäume nicht auch noch aufgefressen werden, will er jetzt auch noch mit Hunden die riesigen Rotwildherden in den Restwald bei den Hochsitzen treiben, damit wenigstens der nicht auch noch aufgefressen wird, denn dort werden die Tier-Massen dann abgeschossen. Darüber sollten wir froh sein. Was das alles kostet? Ist doch egal.  Immer noch besser als gute Schulen und mehr Lehrer etc. Aber komischerweise haben alle Jäger während der Jagd ein Nickerchen gemacht und deshalb die riesigen Herden überhaupt nicht gesehen. Nur so ist zu erklären, dass trotz der kaum in Schach zu haltenden Rotwildmassen nur drei Tiere erschossen wurden.

Also, liebe Anwohner der Harzes zwischen Braunschweig und Magdeburg: Macht einen Spaziergang im Nationalpark, über die riesigen kahlgefressenen Flächen, wo ihr die in riesigen Herden auftretenden Hirsche wie immer dabei beobachten könnt, wie sie die letzten Bäume verputzen. Denn nicht jeden Tag ist Jagdtag. Wegen dem Naturschutz oder so. Da setzt sich Herr Pusch durch. Der weiß, wozu ein Nationalpark da ist! Stimme aus dem OFF: Baummörder. Jagt zu wenig. P.: Ich werde nächstes Mal jedem Schützen vor der Hundehetzjagd ein paar Tropfen ‘HALLO WACH!’ verbreichen, damit die riesigen Schadtierherden weggeschossen werden. Stimme aus dem OFF, wahrscheinlich ein leibhaftiger Staatssekretär hinter einem Baum: Will ich aber auch hoffen, sonst wählt keiner mehr FDP. Ob es wirklich dazu kommen muß?

Neues vom Staatsanwalt – Wilderei

November 20, 2007

Wie die Braunschweiger Zeitung in gewohnter Ausführlichkeit nicht berichtet, gab es im Nationalpark Harz ja einen Fall von Wilderei (gleich hinterher in Goslar jetzt noch einen). Da ging es um Schonzeitvergehen, unerlaubtes Betreten eines fremden Reviers mit einer Jagdwaffe, Wilderei, Betreten des Nationalparks außerhalb der Wege und – wie sich in der Verhandlung vor dem Amtsgericht Clausthal am 13.11.2007 herausstellte, Abgeben eines Schusses in Richtung eines Fahrzeuges. Der Angeklagte gab mehr oder weniger alles zu, ein leibhaftiger Forstdirektor bestätigte den Sachverhalt, der für das Nationalparkrevier zuständige Beamte ebenfalls – Freispruch. Aber warum? Das wird die Berufungsverhandlung zeigen, die durch die sich vermutlich völlig verklappst vorkommende Staatsanwaltschaft gestern veranlasst wurde. Vermutungen anstellen dürfen wir schon jetzt. Um einen unbescholtenen Mann, wie Herrn Schiers, dazu zu bringen, auf einen Streich gleich drei oder vier Straftaten und Ordnungswidrigkeiten vollbringen zu lassen, bedarf es höherer Gewalt. Etwa der Verhetzung durch hierarchisch über ihm stehende Personen, die die Vernichtung (der entsprechende Euphemismus lautet: Reduktionsjagd) von Rotwild als absolut erforderlich für den Wirtschaftswald und den Nationalpark propagieren. Hier ist das Stichwort ‘Waldumbau’ maßgeblich. Fichte muß weg, Buche soll sie ersetzen. Vermutlich, weil die Filterwirkung des immergrünen Fichtenwaldes durch die winterliche Nichtfilterwirkung von Buchen ersetzt werden soll, weil wir in Deutschland doch sowieso schon genug staubfreie Luft haben und überhaupt das Klima schon so gut ist, dass die Fichten alle wegkönnen. Aber diese Waldumwandlung  geht angeblich nur, wenn möglichst viel Rotwild abgeschossen wird. Insofern ist Rotwild nicht nur überhaupt eine üble Tierart (zum Glück schon auf 80% des ursprünglichen Lebensraumes ausgerottet)  sondern auch Klimakiller! Hat Herr Schiers alles  gut verstanden und sich an der Rotwildbeseitigung beteiligt. Und nun sollte ein einfacher Amtsrichter ihn dafür verurteilen. Kann man vor ein Amtsgericht die Drahtzieher zitieren, diejenigen, die Herrn Schiers dazu gebracht haben, seine Fehlhandlungen zu begehen? Das kann eine obere Instanz,  ein Landgericht, besser. Spätestens da muß dann auch über die Motivation zur Wilderei  gesprochen werden. Und wenn die Braunschweiger Zeitung ein paar Zeilen frei hat zwischen all der Schreiberei zu VW, dann wird sie sicher auch hierzu etwas bringen. Obwohl doch eigentlich verblödende Nationalparkjubelhymnen  oder Totschweigen der Nationalpark-Mißstände ihre Spezialität sind.

Braunschweiger Jäger in gefährlichem Einsatz

November 20, 2007

Nur die tapfersten und unerschrockensten Männer Braunschweigs – sie haben eine gewisse Tradition (!) – sind auserwählt, Braunschweig und Europa von einer gefährlichen Plage zu befreien, die andernfalls uns alle an den Rand des Hungertods bringen würde. Was wären wir ohne die Landwirtschaft? Was ohne den unermüdlichen Einsatz unserer Agrarier? Was ohne Nahrung? Sie ist unsere unverzichtbare Lebensgrundlage! Da nützt auch noch so viele Kultur nichts! Und genau diese Lebensgrundlage wird angegriffen und zerstört durch ein vergleichsweise riesiges Tier, paßt in keine Bratröhre, das die Produktion der Braunschweiger Landwirtschaft, ja vielleicht Europas zu vernichten droht. Aber es gibt da ja die Braunschweiger Jägerschaft. Freilich ist nicht jeder geeignet, mit der Waffe in der Hand der bedrohlichen Situation ein Ende zu machen. Denken wir an Herrn Hermann von der Braunschweiger Zeitung. Der kann nicht. Muß weibliches Rotwild im Nationalpark abschießen, was wegen der derzeitigen hohen Schneelage nicht so einfach ist, wie man denken könnte. Zwar bewegt sich das Wild zur Zeit wegen des Schnees kaum von der Stelle, eine natürliche Schutzrektion in Notzeiten. Aber man muß ja als Jäger erst mal hinkommen. Durch hohen Schnee zu gehen, mit einem schweren Schießgewehr in der Hand – nicht einfach! Also Herr Hermann kann nicht. Aber andere. Vielleicht Herr Hennig Brandes, der nicht nur Landtagsabgeordneter ist, sondern auch schon einmal Deutschland in Riddagshausen vor der Gänseplage retten konnte – mit der Waffe in der Hand. Am Kreuzteich. Hat Herr Jonscher damals drüber geschrieben. Jedenfalls müssen die Schwäne weg. Die Bauern ernten nichts mehr und nur von Euro-Subventionen kann keiner gut leben und die Menschheit verhungert sonst wegen der Schwäne.

PS: Wen das nicht überzeugt, der sollte daran denken: Aus ‘Weizen’ kann man auch Benzin machen. Immer noch besser als Schwäne, wie die Braunschweiger Jägerschaft weiß.

PS II: Mittlerweile hat die Braunschweiger Jägerschaft eine Jagdtechnikl entwickelt, die das Risiko im Umgang mit diesen großen und nicht ungefährlichen Tieren deutlich herabsetzt. Der Jäger tut so, als sei er ein harmloser Tierfreund, hockt sich in der Nähe eines Schwanes nieder und hält ihm mit der linken Hand ein Stückchen Brot entgegen. Kaum beißt das Tier in das Brot, richtet der geschickte Waidmann die vorher entsicherte Flinte mit der rechten Hand auf den nur scheinbar ungefährlichen Teichbewohner und erlöst den deutschen Landwirt  von der Schwanenplage. Aber Vorsicht! Rechtzeitig die linke Hand zurückziehen!

Visionärskrankheit nimmt gefährliche Formen an

November 19, 2007

Am Ritterbrunnen ist ECE nackt, ohne Schlossfassade und voller schön bunter Firmenlogos, wie es sich für ein Kaufhaus gehört. Darüber ist aber Dr. Hoffmann, der auf ECE nun keinen Einfluß mehr hat, weil ja alle Glocken geläutet haben, jedenfalls ECE durch beträchtlichen Mitteleinsatz schon erreicht hat, was erreicht werden sollte, also der Dr. Hoffmann ist darüber ‘erstaunt und verärgert’. Das wäre nicht so schlimm, wenn er  nur diese Visionen endlich loswürde. Denn schon wieder hat er ein Schloss gesehen, wo doch eigentlich ein Kaufhaus steht: ‘Schließlich ist das ein Schloss und kein Kaufhaus’. Die mittlerweile in Fachkreisen als Morbus BZ  bzw. OB – die schlimmere Form – bekannte Visionärskrankheit gilt als gefährlich, weil vermehrt auch andere Visionen häufiger werden. So sollen an Ampeln schon rote Männchen für grüne gehalten worden sein, was zu einer ‘krassen Populationsreduktion’ führen könne. Braunschweig keine Großstadt mehr – das wäre schade.

Nach Gerichtsurteil: Naturerlebnis jetzt für alle

November 15, 2007

Nachdem es bisher verboten war, im Nationalpark die Wege zu verlassen und  jeder, der es doch tat zu einer Geldstrafe verurteilt wurde - außer man wich vom Wege ab, um 370 Tiere zu töten oder bis zu 80 000 Festmeter Holz herauszuholen – hat gestern das Clausthaler Gericht  das Betretungsverbot auch für die Allgemeinheit quasi aufgehoben. Allerdings ist es erforderlich, in einem solchen Fall mitzuteilen, man habe eine Tötungserlaubnis als Jäger, sagen wir in Südafrika oder in Schleswig-Holstein oder man sei berechtigt, die Fliegenklatsche zu führen und habe sich bei der Jagdausübung nicht einer verbotenen Wegeabweichung  schuldig gemacht, sondern man habe sich verlaufen, ja man habe geglaubt, sich in Südafrika, in Schleswig-Holstein oder in seinem Wohnzimmer zu befinden. Das Gericht führt dann – wie beim vorgestrigen Prozess wegen Wilderei in Clausthal – eine Ortsbesichtigung durch und man muß als Angeklagter sagen, ich war mir sicher in Südafrika etc. gewesen zu sein. Da kann ein ortskundiger Forstdirektor noch so sehr was anderes sagen und das Gegenteil behaupten (Peiffer).  Auf jeden Fall  wird man freigesprochen. Diese Taktik kann man im übrigen auch den Angeklagten im VW-Prozess empfehlen. Sie könnten zum Beispiel sagen, sie hätten geglaubt, Gebauer habe im Sinne einer besseren Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und VW-Geschäftsführung bei den Fernreisen auf Firmenkosten heimlich die Ehefrauen mitgebracht, sie ein wenig maskenbildnerisch verändert und dann als fremde Frauen (‘Nutten’) den Betriebsratsmitgliedern untergeschoben, was diese zwar insgeheim gewußt aber dennoch nicht ernsthaft hinterfragt hätten. Denken Sie mal darüber nach, liebe künftige und jetzige Angeklagte.  Die Staatsanwaltschaft in Clausthal und Braunschweig ist die selbe. Auch das Gericht selbst kann sich an Clausthal ein Beispiel nehmen und so, auf raffinierte Weise, erst die direkt angeklagten Personen freisprechen und dann die Hintermänner derAngelegenheiten ins Rampenlicht holen. Das werden spätestens die Obergerichte in den Berufungsverhandlungen besorgen.