Archiv für Dezember 2007

Besinnliches zum Jahresanfang – ein Blick zurück

Dezember 31, 2007

Wer die Qualen kennt, die eine Wahl mit sich bringt, wird auch den Diskussionen Interesse schenken,  die in der CDU geführt wurden, damit sie wieder Wahlsieger in Niedersachsen wird. Hauptfrage: Wie soll der Ministerpräsidentenkandidat herausgestellt werden? Konsens herrschte dofort darüber, dass dies keineswegs über eine inhaltliche Botschaft zu bewerkstelligen sei. Er soll nett lächeln und sagen: Ich werde die Bürokratie abbauen, sagte eine noch unerfahrene Helferin des Kreativteams. Ein junger Hochschulabsolvent eifrig: Er soll nett lächeln und sagen: Ich werde Steuern einsparen… Wegen des brüllenden Gelächters des restlichen  Kreativteams konnte er seinen Satz  nicht zuende sagen….aber Mädchen, diese Lüge hatten wir doch schon letzte Wahl. Herr Brandes, der mit der Flinte im Europareservat,  spitz: Auch wer promoviert ist, sollte erst mal nachdenken, bevor er was von Steuernsparen faselt, sowas gibts hier nur für Reiche….der junge Akademiker unerschrocken und unter Aufsspielsetzung seiner künftigen Parteikarriere: Dann eben irgendwas über Bildung, die sei ihm wichtig…..Nun reicht’s aber! gleich aus mehreren Mündern. Davon hat Wulff  nun wirklich Null Ahnung, spätestens seit Lauterbach ihn bei Will auf den Topf gesetzt hat, weiß das jeder Hinterwäldler. Nein, nein, diesmal keine offensichtlichen Lügen, nichts über Schulen, mehr Lehrer, IGS-Neugründungsverbotsaufhebung und andere Lügen – der Kandidat muß glaubhaft sein. Nett sieht er aus, das ist sein Pfund, aber wie stellen  wir seine Weicheiproblematik als Vorteil heraus, läßt sich von den Förstern im Nationalpark und im Umweltministerium auf der Nase herumtanzen, will erst mehr Krebs durch Rauchen in Kneipen… allgemeines starkes Grübeln, grübel, grübel….Zum Glück hatte die 22-jährige Tochter eines Bezirksschornsteinfegers die rettende Idee. Wär es nicht prima, wenn er wieder mit einer neuen Freundin….

Und so kam es, dass ein riesiges Plakat für Wulff und die CDU wirbt, auf dem er unwahrscheinlich tief einer jungen Frau in Schornsteinfegeruniform in die Augen blickt, nachdem er sie zweimal ausprobiert hat und sie ihm deshalb zwei Striche auf die Wange machen darf. Damit ist aber noch nicht klar, wer nun tatsächlich die neue Freundin wird, weil es doch noch lange dauern wird, bis er alle anderen Schornsteinfegerinnen ebenfalls  ausprobiert hat. Damit das alle erfahren, die darauf unterschwellig neugierig sind, müssen sie ihn natürlich im Januar wählen, ohne dass sie vom Verstand her genau wissen, warum eigentlich. Auf jeden Fall muß man sagen:  Das ist zuletzt doch noch eine absolut ausgfeilte Wahlkampfstrategie geworden. Die Wähler interessieren sich nicht für Wahlkampflügen sondern vor allem für Sex, besonders  solchem mit ungewissem Ausgang und mit Schornsteinfegerinnen. Das weiß doch jedes Baby.  Da wird es Jüttner schwer haben.

Religion und Gewalt – Besinnliches zum Jahresende

Dezember 30, 2007

Nicht alles, was man über die Privatisierung öffentlichen Eigentums zu Lasten der Eigentümer, nämlich der Bürger, zu wissen meint (wird aus persönlicher Profitgier, Ruhmsucht, Dummheit, Kurzsichtigkeit etc. pp. gemacht), hat auf den ersten Blick mit Religion zu tun. Aber auf den zweiten schon. Jeder Druide wird einem bestätigen: Wer öffentliches Eigentum an die Konzerne ausliefert, kommt nie nach Walhalla. Das sollte sich der kleine, auch ehemalige,  rechtsradikale Moritz merken aber auch unser OB und die CDU und die FDP, wenn sie im Rat der Stadt Braunschweig demnächst die Verscherbelung von städtischen Gebäuden, besonders Schulen, beschließen wollen, damit deren Renovierung  den Inverstoren viele Profite und den Braunschweigern einen neuen Schuldenberg einbringt, so ähnlich wie bei der Privatisierung der Nutzungs-Rechte am Abwassersystem.

Nun gibt es aber auch Umfragen, die zu Tage bringen wollen, wieviele Muslime in Deutschland zur Verteidigung des Islam Gewalt anwenden würden. Zu Glück nur eine Minderheit, also höchsten 49% und das ist beruhigend. Genaue Zahlen werden nicht genannt. So weit geht die Journalistenpflicht nicht.  Daher muß man sich an die Kölner muslimischen Taxifahrer halten, die aber alle gegen Gewalt und Terror sind,  jedenfalls sie selbst würden sowas nicht anwenden, wohl aber sei es verständlich, wenn nach gotteslästerlichen Karikaturen  oder nach äußerst üblen Dingen, die Israelis beispielsweise anrichten – dann folgt ein Beispiel der Extraklasse – , der eine oder andere Schulkinderbus in die Luft flöge. Soviel zur Friedfertigkeit. Aber ob die eine Friedfertigkeit mit dem anderen zu tun hat, könnte man erst feststellen, wenn man wüßte, eine wie große Minderheit auf welche Frage mit Gewaltbereitschaft antwortet.

Nun kommt Herr Koch ins Spiel, der alle Gewaltttäter, jedenfalls die ausländischen, rauswerfen will. Vermutlich kennt er die oben angeführte Umfrage und die Zahlen der einsitzenden Ausländer.  Aber das sind meist keine richtigen Ausländer, sondern in Deutschland aufgewachsene Menschen mit ‘Migrationshintergrund’. Menschen,  deren Sozialisierung nicht geglückt ist, weil der Staat die Notwendigkeit einer gezielten Einflußnahme versäumt hat und zu wenig Geld für Schul- und Integrationsmaßnahmen ausgibt, schon lieber für überflüssig große Nationalparkbürokratien. Aber wenn Herr Koch wieder dran ist, wird er das ändern, ist doch klar.

Auch das deutsche Fernsehen wird sich für seine Tatorte in Zukunft andere Zielgruppen, andere soziale Umgebungen als Handlungshintergrund aussuchen müssen, als die friedlichen und in der Türkei selbst verfolgten Alewiten. Viel häufiger als Alewiten sind in Deutschland zum Beispiel Oberbürgermeister und das nächste Drehbuch könnte dann so gehen: Oberbürgermeister Dr. X aus Y geht lächelnd über die Straße. Gerade hat er seine minderjährige Tochter zunächst vergewaltigt und dann erwürgt (Rückblende, damit der Zuschauer genau weiß, wie es sich abgespielt hat), weil die verraten wollte, was er mit ihrer Schwester gemacht hatte. Nun ändert er die Richtung und borgt sich von seinem sunnitischen Freund, der gerade vom Schächten kommt (Einblendung, damit man sich vorstellen kann, wie das geht) das Schächtmesser. Da die frühere Vergewaltigung der anderen ebenfalls minderjährigen aber noch lebenden Tochter (Einblendung, damit, Sie wissen schon..) nicht ohne Folgen geblieben ist, es ist was Kleines unterwegs, muß auch sie sterben (Einblendung über seine Vorstellungen, wie er es tun wird). Er betritt das Schlafzimmer der geschwängerten Tochter, hebt das Schächtmesser (Einblendung seiner Vorstellung, wohin er überall stechen wird und in welche Kühltruhe danach….) da tritt die voll integrierte muslimische Kommissarin hinter der Gardine hervor – sie spricht perfekt deutsch und hat die Haare blond gefärbt – und verbietet das Zustechen, die Tochter erwacht, kann gerade noch sagen: …aber Papa…, der OB sticht zu, die Kommisarin schießt, der Film ist fast zuende und in der Schlußszene trinkt die Kommissarin mit ihrem Assisten in der Dönerbude noch ein Bier. Also – diese Fassung kommt noch. Die Version, in der der alewitische Vater erst seine Tochter schwängert, dann die andere umbringt, weil sie alles verraten will, lief aber schon am letzten Freitag, um zwanzig Uhr fünfzehn im Öffentlich – Rechtlichen.

Hoffentlich bleibt es bei den höchstens 49% der Muslime in Deutschland, die ihre Religion mit Gewalt verteidigen wollen. Bevor sie loslegen, sollten sie sich erstmal die Version mit dem deutschen Oberbürgermeister angucken. Das fördert bestimmt das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund  und unterschiedlicher Religion.  Woran man sehen kann: Fernsehen bildet.

Die Ilias in neuer Sicht

Dezember 29, 2007

Wie alle wissen, hatte Hektor keine Chancc, weil seins zwar kurz und breit, das seines Gegners aber lang und spitz war. Ganz im Sinne der bildenden Kunst sehen wir – fruchtbarer Moment! -  wie der Gegner von Hector seinen langen spitzen ihm gerade in den Leib bohren will und zwar an einer Stelle, die für sowas empfindlich ist. Selbstverständlich spielt auch die Erotik trotzdem eine große Rolle, weil erstens eine Frau, nämlich Athene, dem Gegner von Hector auf den Hinterlopf klopft, damit er seine Gedanken zusammennimmt und zweitens, damit dieser seinen langen spitzen direkt an seinem Gemächt vorbeiführt, wodurch allen einigermaßen gebildeten  Menschen klar wird: Hier ist Freud im Spiel! Trotzdem muß die Geschichte umgeschrieben werden, weil der Gegner von Hector nich AJAX ist, sondern AJAS, der kleine Bruder von Ajax, was aber bei der Braunschweiger Zeitung keinem aufgefallen ist und daher nicht erwähnt wird. Denn mit der klassischen Bildung ist es bei den Redakteuren dieses Blattes nicht so weit her, was aber niemand ernsthaft verwundert, weil sie noch nicht einmal wissen, was ein Schloss ist und warum nur drei Fassaden rekonstruiert wurden und keine vierte.  Jedendalls steht fest, dass möglicherweise Homer der kastrierte Urur…urgroßvater des stets vertändig parlierenden  Herrn Biegel oder des nunmehr lobend erwähnten Herrn Schrotts ist. Auch deshalb ist die Geschichte bisher immer falsch dargestellt worden. Wer mehr wissen will muß bei Google nachsehen oder Herrn Raue anrufen.  Wer wissen will, wo die vierte Fassade von ECE geblieben ist, sollte aber gleich Herrn Borek fragen, der dann sofort Auskunft geben kann, wenn er die Aufzeichnungen über seine Verhandlungen mit Herrn Otto noch findet.

Hochburg der Wissenschaft im Abbild der Braunschweiger Zeitung

Dezember 27, 2007

Gauß – was läge näher, als ihm nachzueifern? Nehmen wir also die Statistik. Die Frage war: Wird 2008 für die Welt ein gutes Jahr? Laut Forsa sagen 39 Prozent der Befragten eindeutig JA, 49 % NEIN, 12% der Befragten wissen nichts Genaues. Wohl aber die Interpretations- und Rechenkünstler von der Braunschweiger Zeitung, deren Fähigkeiten, wie auch immer zustande gekommene Zahlenwerke zu interpretieren, auch hier wieder höchstes Niveau erreicht: ‘Die Mehrheit der Deutschen geht optimistisch in das neue Jahr’  ist die offensichtlich zutreffende Interpretation der oben angeführten kleinen Statistik, jedenfalls dann, wenn man die Quantenphysik und all ihre Unwägbarkeiten mitberücksichtigt oder nach einem tragischen Unfall sein Gehirn verloren hat.

Nun zur Deutschkunde. Der tüchtige BZ-Redakteur Temme muß da über das schwierige Thema ‘Eine intakte Familie’ schreiben und zwar auf deutsch obwohl Kenneth Bannon überhaupt kein Deutscher ist. Und daher läßt Temme Bannon die Sache auf den Punkt bringen, weil ‘… diese Himmelswesen dort knien und das Kind huldigen’.  Das hätte James Joyce nicht besser sagen können.

Auch das Thema ‘Soziologie der Armut’ durfte zum Jahresende nicht zu kurz kommen. Tatsächlich hat die neue Fortsetzungs-Serie der BZ ‘Wie demütige ich dauerhaft arme Erstklässler?’ reichlich Potential, in der Reihe der prämierten Werke deutschen Spitzenjurnalismus’ einen der ersten Plätze zu erringen. Nicht nur zur Weihnachtszeit. Aber da wurde immerhin ein hoffnungsvoller Anfang gemacht, mit Bild. Sehr verantwortungsvoll.

Deshalb allen ein fröhliches ‘Weiter so-im-Neuen-Jahr’!

Zum Schluß noch eine schwierige Rätselfrage: Wer hatte am Vierundzwanzigsten Zwölften Null Null Geburtsttag? Matze jedenfalls nicht.

Braunschweiger Zeitung unterstützt die Emanzipation der Frauen

Dezember 23, 2007

Das kann man schon daran erkennen, dass sie extra Schriftsteller mit hohem Ansehen engagiert, die extra tolle neue Worte erfinden und so die Frauen zu emanzipieren helfen. Wahrscheinlich gibt es dafür wieder einen ersten Preis für die emanzipatorischste Tageszeitung der Bundesrepublik. Im Entscheidungsgremium liegt die Braunschweiger Zeitung jedenfalls ganz vorn und das neu erfundene Wort ist SAFTSCHUBSE (deutsches Wort) statt Stewardess (ausländisches Wort). Wer könnte das toppen?

Bei Hempel – Lehmanns auf dem Sofa

Dezember 23, 2007

Wie man deutlich sieht, ist Hempel – Lehmann ein Doppelname, der dadurch zustande gekommen ist, dass Frau Lehmann Herrn Hempel geheiratet hat. Jetzt sitzen beide auf dem Sofa und unterhalten sich über die zurückliegende Woche.

L.: Im Fittnesstudio fragen mich alle, warum ich dagegen war, dass die Stadt den Wunsch äußert, sie wolle eine weitere IGS. Manche haben meine Rede gehört. Das war sehr überzeugend, wie ich für die Notwendigkeit einer Neugründung argumentiert habe…

H.: …ja, ja, der OB hat schon eine Augenbraue gerunzelt. Und ich selbst dachte, wie kriegt sie die Kurve, gegen den eigenen Wunsch nach einer IGS zu stimmen, wo sie doch so überzeugend dafür spricht…

L.: Ich habe es selbst nicht mehr gewußt, beinahe hätte ich vergessen, wie schädlich es für dich wäre, wenn ich umfalle…

H.: (lacht herzlich) … ja ja, das gute alte FDP-Syndrom….

L.: Aber dann fiel mir ein, wie stolz dich der OB gemacht hat, als er sagte: Ja Hempel, ein Mann wie Sie hat seine Frau im Griff. So sieht für mich Kameradschft aus…

L,  nochmal.: (Seufz!!)

H.: Jetzt wollen wir aber nach vorne denken. Demnächst werden wir eine weiteren Rest städtischen Eigentums an irgendeinen Konzern verscherbeln…

L.: Wieder zu den gleichen Bedingungen wie das Abwasser….?

H.: Natürlich. Der Käufer zahlt uns eine kleine Summe (denkt: ..leider werde ich wieder nicht der sein, der immer wieder einen frommen Blick nach Süden werfen kann, wo die Schweiz ist, leider, geht an mir vorbei..) für das Recht, die Schulen zu kaufen oder zu verwalten, wahrscheinlich das. Dann muß er für eine nicht unbeträchtliche Summe, die er von der Stadt bekommt - Verwaltungsgebühr! –  dafür sorgen, dass alles repariert wird – wie du weißt, sorgen wir ja durch jahrelange Untätigkeit dafür, dass es da viel zu tun gibt – dann repariert er. Das Geld holt der Käufer wieder als Bankkredit, den die Braunschweiger Bürger dann in ca. dreißig Jahren ablösen müssen und außerdem bekommt der Konzern für jede Reparatur – er nennt das dann wieder Investition – von der Stadt eine besondere Prämie von wahrscheinlich wieder 14 Prozent auf jeden investierten Euro…

L.: Ja, das habe ich alles kapiert, genau wie beim Abwasser, die Stadt kann auch nicht wieder raus aus dem Vertag, Forfaitierung mit Einredeverzicht und so weiter….aber diesem Mist soll ich dann wieder zustimmen, was sollen da die Frauen aus dem Fitnesstudio denken…..

H.: Nun beruhige dich doch, Schätzchen. Du wirst wieder eine prima Rede halten, in der du den ganzen Blödsinn eines solchen Vertrages schonungslos aufdeckst und dann wirst du wieder brav an der richtigen Stelle den Finger heben und schwupps haben wir einen weiteren Privatisierungfall in Braunschweig. Der OB rechnet fest mit mir, äh, mit dir..

L.: Aber denk doch an unsere Kinder, die müssen den ganzen Mist bezahlen, die können wir nicht so belasten…..

H.: Ach du Dummerchen, dann sind wir doch schon kängst weggezogen und ich bin vielleicht schon Minister, guck dir doch den bräsigen Sanderling an, der kann längst nicht so gehen wie ein Tiger und doch ist er Umweltminister von der FDP. Jedenfalls wird mir der OB sicher wieder auf die Schulter klopfen, das macht er noch nicht mal bei Sehrt…

L.: Ja, wenn Du meinst….

Daran kann man erkennen, was ein Sofa sich so alles anhören muß, ist nicht immer leicht zu verdauen.

Anschlußzwang – welche Fortschritte will der Rat der Stadt eigentlich vermeiden

Dezember 23, 2007

Der bevorstehende Anschlußzwang an die Fernwärme soll natürlich nicht in erster Linie technischen Fortschritt vermeiden , sondern den künftigen Investor zu Lasten der Braunschweiger Bürger langfristifg begünstigen. Trotzdem muß die Frage erlaubt sein, welche Fortschritte denn die Mehrheit im Rat der Stadt Braunschweig (CDU und FDP) eigentlich verhindern will. Da wäre zum Beispiel die auch kleinräumig einsetzbare Wasserstofftechnik auf der Bais von Fermentierungsprozessen. –  Bitte noch einen Moment Geduld, Herr Steehrt, die Erklärung kommt gleich, Sie können ja trotzdem die Begünstigung eines Konzerns betreiben… – Also das funktioniert so: In einen Behälter mit Pflanzenresten werden Enzyme verschiedener Gattungen und Arten hinzugegeben, die so aufeinander abgestimmt sind, dass am Ende Wasserstoff herauskommt, der dann die Energieversorung von Autos und Häusern sicherstellt. Es wird nur do viel CO2 freigesetzt, wie die eingegebenen Pflanzen vorher aufgenommen hatten – Klimaneutralität. Die Entwicklung dieser Technik ist an die Namen Percival Zhang aus Blacksburg/Virginia und Bärbel Friedrich von der Berliner Humboldt-Universität geknüpft. Man hofft, die fraglichen Prozesse so beschleunigen und in technisches Kleinformat bringen zu können, dass mit einem Reaktörchen sogar Autos betrieben werden können.  S., leiser werdend: …ist mir doch egal, Hauptsache es wird wieder ein Großkonzen begünstigt, das geht doch mit der  Wasserstofftechnik überhaupt nicht….unsere Mehrheit wird schon dafür sorgen…..

Braunschweigs Image – schwer ver – Sehrt

Dezember 19, 2007

Was für eine Chance wäre das gewesen: Über alle Parteien hinweg ein Bündnis aller vernünftigen Menschen, der Zukunft Braunschweigs zugewandt, dem Image als Stadt der Wissenschaft gerecht werdend, den Kindern, der Zukunft einen Weg bahnend…..der Rat der Stadt als Elite der Bundesrepublik….. Eine vertane Chance, dafür ein Ausdruck kleinkarierter Unfähigkeit, das zu tun, was sinnvoll ist.

Eine im sonstigen Leben hoffentlich tüchtige Rechtsanwältin (Nachtrag: nein, nein, es handelt sich um eine FDP-Hausfrau, aber das erklärt leider auch nicht die Haltung der FDP) vergewaltigt ihren eigenen Verstand und bringt in den Rat bestenfalls ihre Rhetorik mit: Ja – den Elternwillen respektiert die FDP  natürlich – selbstverständlich unterstützen wir diese zukunftsträchtige Schulform - aber natürlich sind wir deshalb dagegen, dass der Braunschweiger Rat, den Wunsch äußert, eine IGS gründen zu dürfen… der Wunsch der Eltern, die eine IGS wollen, ist uns heilig…..wir kennen die Gefahren der Schizophrenie….hohes Gericht: daher erbitten wir mildernde Umstände…. Gibts aber nicht. Wenn eine Partei noch nicht mal in der Lage ist, das, was sie für sinnvoll hält auch einzufordern, dann ist sie überflüssig. Die FDP hat Braunschweig im Stich gelassen, streng ihrem Vorbild in Hannover folgend, wo bekanntlich ein Herr Sander im Nationalpark Harz jagen und förstern läßt und ein Herr Hirche sitzt, der gegen das Rauchverbot in Gastwirtschaften ist. Beide sind wieder von der FDP aufgestellt und deshalb heißt es im Rat der Stadt: Mit diesen tollen, superfähigen Liberalen gründen wir dann später lauter IGSsen. Wie sehr muß man seinen Verstand vergewaltigen, um so etwas öffentlich auszudrücken?

Der Imageschaden ist gewaltig, eine Vorreiterrolle verschenkt. In erster Linie ist das aber der CDU zu verdanken. Es ist unbegreiflich, wie man erlauben kann, dass eine völlig kostenlose Chance, als fordernder Vorreiter einer fortschritllichen Bildungspolitik, als Stadt der Wissenschaft, exemplarisch gut dazustehen, so eine Chance kaputt reden zu lassen von einem Mann wie Herrn Sehrt. Wie kleinkariert, wie wenig informiert, wie sehr reines Stimmvieh  müssen die Mitglieder der CDU sein, die doch nun gerade von einer Vielzahl  ALLER Rednern gehört haben, wie positiv  IGSsen zu bewerten sind, wie schädlich das Neugründungsverbot ist, wie notwendig es ist, dies der Regierung in Hannover durch ein eindeutiges Votum nach Hannover deutlich zu machen: Braunschweig will zumindest eine neue IGS!  Da läßt sich die übwerwiegende Mehrheit des Rates von einem Mann wie Sehrt dumm quatschen und stimmt gegen den Antrag, einen sinnvollen Wunsch zu formulieren. Mehr Sehrt geht nicht.

Braunschweigs Image ist ver-Sehrt. Das Stadt-der Wissenschaft-Bild ist beschädigt. Rationalität ist im Rat nicht dominant. Im Gegenteil. Und auch der OB erhebt nicht seine Stimme, obwohl  das nun wirklich mal eine Gelegenheit gewesen wäre, auch für sein eigenes Image etwas Positives zu bewirken, jenseits aller Fassaden. Da verliert man schon mal leicht das Große und das Ganze aus dem Auge, sogar das eigene Image.

Aus der Welt des Rechts

Dezember 18, 2007

Gerade dieses Spezialgebiet erfordert Fachverstand. Auch wenn es um die Frage geht: Was darf der Vermieter? Darf er Parkplätze anlegen? Natürlich. Worauf muß er aber achten? Da ist die Justiz genau: ‘Allerdings sollen sie (die Parkplätze) so angeordnet sein, dass von ihnen unzumutbare Belästigungen ausgehen’ (BZ v. 18.12.2007).  Das sind klare Worte und eigentlich braucht man keinen Rechtsanwalt und Notar, vielleicht sogar keinen Fachanwalt für Bau- und Architekturrecht bei dieser klaren Rechtslage. Aber vielleicht doch. Denn wenn es um Sätze mit doppelter Verneinung geht, stellt sich vielleicht heraus, dass man einerseits die Parkplätze nicht nachträglich neben einer Terasse bauen darf, andererseits aber dafür zu sorgen hat, dass die Abgase auf der Kaffetafel landen – oder eben doch nicht? Jedenfalls muß man dem Recht respektvoll begegnen, wie dies kleine Beispiel zeigt.

Braunschweiger Ratssitzung am 18.12.2007: Lehrreich

Dezember 18, 2007

Besonders wenn Dr. Hoffmann spricht, kann man viel lernen. So macht er den Unterschied zwischen Tatsache und Meinung deutlich, etwa an dem Beispiel: Wenn er in der Haushaltsdebatte sagen würde, die Stadt habe eine Million Schulden und das würde so protokolliert, dann wäre das Protokoll richtig. Auch dann, wenn die Stadt in Wirklichkeit eine Milliarde Schulden hätte. Dann hätte er bei der Ratsdebatte eben etwas Falsches gesagt, das Protokoll sei trotzdem richtig. Haben alle sofort verstanden. Aber dass Braunschweig eine Milliarde Schulden hat? Wie kommt unser Oberbürgermeister darauf? Hat er alle versteckten Kredite der Stadt (die Forfaitierungen?) zusammengerechnet? Hat er ausgerechnet, was für ein Schuldenberg durch seine Politik in dreißig Jahren enstanden sein wird? Das alles ist recht rätselhaft. Aber das Rätsel ist eine Tatsache. Und der OB tut gut daran, in aller Öffentlichkeit darüber zu reden. Danke.