Religion und Gewalt – Besinnliches zum Jahresende

By Hoffer

Nicht alles, was man über die Privatisierung öffentlichen Eigentums zu Lasten der Eigentümer, nämlich der Bürger, zu wissen meint (wird aus persönlicher Profitgier, Ruhmsucht, Dummheit, Kurzsichtigkeit etc. pp. gemacht), hat auf den ersten Blick mit Religion zu tun. Aber auf den zweiten schon. Jeder Druide wird einem bestätigen: Wer öffentliches Eigentum an die Konzerne ausliefert, kommt nie nach Walhalla. Das sollte sich der kleine, auch ehemalige,  rechtsradikale Moritz merken aber auch unser OB und die CDU und die FDP, wenn sie im Rat der Stadt Braunschweig demnächst die Verscherbelung von städtischen Gebäuden, besonders Schulen, beschließen wollen, damit deren Renovierung  den Inverstoren viele Profite und den Braunschweigern einen neuen Schuldenberg einbringt, so ähnlich wie bei der Privatisierung der Nutzungs-Rechte am Abwassersystem.

Nun gibt es aber auch Umfragen, die zu Tage bringen wollen, wieviele Muslime in Deutschland zur Verteidigung des Islam Gewalt anwenden würden. Zu Glück nur eine Minderheit, also höchsten 49% und das ist beruhigend. Genaue Zahlen werden nicht genannt. So weit geht die Journalistenpflicht nicht.  Daher muß man sich an die Kölner muslimischen Taxifahrer halten, die aber alle gegen Gewalt und Terror sind,  jedenfalls sie selbst würden sowas nicht anwenden, wohl aber sei es verständlich, wenn nach gotteslästerlichen Karikaturen  oder nach äußerst üblen Dingen, die Israelis beispielsweise anrichten – dann folgt ein Beispiel der Extraklasse – , der eine oder andere Schulkinderbus in die Luft flöge. Soviel zur Friedfertigkeit. Aber ob die eine Friedfertigkeit mit dem anderen zu tun hat, könnte man erst feststellen, wenn man wüßte, eine wie große Minderheit auf welche Frage mit Gewaltbereitschaft antwortet.

Nun kommt Herr Koch ins Spiel, der alle Gewaltttäter, jedenfalls die ausländischen, rauswerfen will. Vermutlich kennt er die oben angeführte Umfrage und die Zahlen der einsitzenden Ausländer.  Aber das sind meist keine richtigen Ausländer, sondern in Deutschland aufgewachsene Menschen mit ‘Migrationshintergrund’. Menschen,  deren Sozialisierung nicht geglückt ist, weil der Staat die Notwendigkeit einer gezielten Einflußnahme versäumt hat und zu wenig Geld für Schul- und Integrationsmaßnahmen ausgibt, schon lieber für überflüssig große Nationalparkbürokratien. Aber wenn Herr Koch wieder dran ist, wird er das ändern, ist doch klar.

Auch das deutsche Fernsehen wird sich für seine Tatorte in Zukunft andere Zielgruppen, andere soziale Umgebungen als Handlungshintergrund aussuchen müssen, als die friedlichen und in der Türkei selbst verfolgten Alewiten. Viel häufiger als Alewiten sind in Deutschland zum Beispiel Oberbürgermeister und das nächste Drehbuch könnte dann so gehen: Oberbürgermeister Dr. X aus Y geht lächelnd über die Straße. Gerade hat er seine minderjährige Tochter zunächst vergewaltigt und dann erwürgt (Rückblende, damit der Zuschauer genau weiß, wie es sich abgespielt hat), weil die verraten wollte, was er mit ihrer Schwester gemacht hatte. Nun ändert er die Richtung und borgt sich von seinem sunnitischen Freund, der gerade vom Schächten kommt (Einblendung, damit man sich vorstellen kann, wie das geht) das Schächtmesser. Da die frühere Vergewaltigung der anderen ebenfalls minderjährigen aber noch lebenden Tochter (Einblendung, damit, Sie wissen schon..) nicht ohne Folgen geblieben ist, es ist was Kleines unterwegs, muß auch sie sterben (Einblendung über seine Vorstellungen, wie er es tun wird). Er betritt das Schlafzimmer der geschwängerten Tochter, hebt das Schächtmesser (Einblendung seiner Vorstellung, wohin er überall stechen wird und in welche Kühltruhe danach….) da tritt die voll integrierte muslimische Kommissarin hinter der Gardine hervor – sie spricht perfekt deutsch und hat die Haare blond gefärbt – und verbietet das Zustechen, die Tochter erwacht, kann gerade noch sagen: …aber Papa…, der OB sticht zu, die Kommisarin schießt, der Film ist fast zuende und in der Schlußszene trinkt die Kommissarin mit ihrem Assisten in der Dönerbude noch ein Bier. Also – diese Fassung kommt noch. Die Version, in der der alewitische Vater erst seine Tochter schwängert, dann die andere umbringt, weil sie alles verraten will, lief aber schon am letzten Freitag, um zwanzig Uhr fünfzehn im Öffentlich – Rechtlichen.

Hoffentlich bleibt es bei den höchstens 49% der Muslime in Deutschland, die ihre Religion mit Gewalt verteidigen wollen. Bevor sie loslegen, sollten sie sich erstmal die Version mit dem deutschen Oberbürgermeister angucken. Das fördert bestimmt das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund  und unterschiedlicher Religion.  Woran man sehen kann: Fernsehen bildet.

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