Archiv für März 2008

Stadtmarketing und die UN – Biodiversitätsmesse

März 31, 2008

‘Am 5. und 6. April gibt’s den Mode- und Autofrühling’ – weiß Herr Neubert vom Stadtmarketing. Was wissen Sie noch? Äh, eigentlich nichts. – Haben Sie schon mal von der UN-Biodiversitätskonferenz am 4., 5. und 6. April gehört? – Nein. Wer ist die UN? – Da werden auf dem Burgplatz ganz viele Aussteller sein,  machen auf die Natur und ihre Erhaltung aufmerksam. – Das muß ein Irrtum sein. In Braunschweig legen das Stadtmarketing und der OB größten Wert auf  Bäume abhacken, Wald wegmachen, Klimaverschlechterung verursachen und sowas. Hier wird nix erhalten, schon gar keine Natur. – Schon richtig Herr Neupert, aber die UN-Biodiversitätskonferenz gibt’s trotzdem, googeln Sie mal. – Mein Lieber! So einen Blödsinn habe ich lange nicht gehört - Bio, egal in welcher Form,  hat doch mit Autos und Mode wirklich nichts zu tun! – Nein, es geht ja um Natur, ihre Erhaltung und… – Nun machen Sie mal halblang. Wir vom Stadtmarketing sorgen dafür, dass Mode und Autos im Mittelpunkt stehen, das ist das einzige, was zählt in der heutigen Zeit, jedenfall für Braunschweig. Und wo wir gerade vom Burgplatz sprechen – da steht eine Linde, die verschandelt doch den ganzen…muß weg….Natur bringt keine Kohle….mir doch egal, ob das Ansehen von Braunschweig….Naturspinner…uninteressant… keine Kohle… Na ja, jeder merkt, ich war schon weitergegangen und konnte das Marketinggebrasel nur noch halb verstehen. Dann rief ich aber doch noch zurück, aber schon im Weitergehen: Der Nationalpark und die Jägerschaft machen auch mit! Sander kommt! 

Das war die Wende! Ja sagen Sie das doch gleich, schrie der Mann marketingmäßig stark angetörnt. Nirgends  braucht man mehr Motorsägen, mehr Schießgewehre als im Nationalpark, keiner fährt größere Geländewagen als Jäger, erst kürzlich hat mich im Oderwald so eine Superkiste beim Radfahren beinahe umgemangelt. Großartig. Ich werde sofort veranlassen, dass das Braunschweiger Stadtmarketing  für das UNO – Biodings jede Menge Reklame macht. Warum sagt mir denn keiner was, dieses Ansehen, das Braunschweig weltweit haben wird – Motorsägen, Sander, Flinten, Geländewagen auf dem Burgplatz…..wunderbar, könnten meine Marketingideen sein….werde vorschlagen, dass die Burgplatzlinde von Herrn Sander persönlich…..kommt bestimmt im Geländewagen….

Das waren die letzten noch hörbaren Worte des Mannes. Aber ob er seine Chefs, den vom Stadtmarketing oder  OB Hoffmann wirklich überzeugen kann? Sehen Sie einfach mal nach unter Braunschweig – Stadtmarketing. Profitruppe das. Diese Gehälter sind nicht umsonst bezahlt! Was, wer mosert denn da und spricht von marketingmäßigem Herumgestümper?? Die Frage muß offen bleiben. Ignoranz, Unfähigkeit? Also, ich bitte Sie. Doch nicht in Braunschweig! Nicht beim Stadtmarketing.

Gabriel, mir graut vor Dir

März 29, 2008

Wenn es einen Minister gibt, der kein Fettnäpfchen ausläßt, wenn man es ganz ganz lieb umschreiben will und nicht von permanenter Inkompetenz sprechen, dann muß man nach Goslar blicken. Von vornherein stand fest, dass Bioethanol als Beimischung für Autokraftstoff eine der größten Umweltsünden ist, die man sich vorstellen kann. Selbst wenn alle deutschen Bauern nichts anderes täten, als Zutaten für Biosprit zu erzeugen, würde das nicht ausreichen. Vielmehr wäre Import notwendig aus südlichen Gefilden, Entwicklungsländern. Dort rodet man bereits die Urwälder für Palmölplantagen und vernichtet in einem Ausmaß Biodiversität, die sich die Veranstalter der Biodiversitätsmesse, die am kommenden Freitag in Braunschweig durchgeführt wird, überhaupt nicht vorstellen können. Gabriel auch nicht.

Deshalb findet er es schlimm, wenn Leute mit älteren Autos für Sprit mehr bezahlen müssten, weil der Biosprit die Autos kaputt macht und die Leute dann mehr für anderen Brennstoff bezahlen müßten, damit das nicht passiert. Den Ökoaspekt zieht er gar nicht erst in Betracht. Offensichtlich reicht der Umweltverstand von Herrn Gabriel nur bis zu seinem Geldsäckel.

Von seinem Verständnis für naturdynamische Prozesse in Nationalparken mal zu schweigen: WEIL DIE NATUR NICHT WEISS; WAS NATÜRLICH IST, HABE ICH NICHTS DAGEGEN, WENN SIE IM NATIONALPARK NOCH EIN WEILCHEN VERGEWALTIGT WIRD. Sie wissen schon – durch Förstern und Jagen.

Wenn Herr Duin sich lustig macht…..

März 28, 2008

Wenn Herr Duin sich lustig macht über Herrn Herrmann, dann übersieht er einen ernsten Hintergrund. Ein wirklich fetter Mensch hat große Schwierigkeiten, in einem Nationalpark zur Jagd zu gehen! Natürlich bemüht man sich, die Hochsitze so dicht wie möglich an Straßen und Wege zu bauen, die zumindest mit guten Geländewagen befahren werden können. Aber fette Menschen, die einen Hochsitz zugewiesen bekommen, der etwas weiter weg ist von Straßen, die noch befahren werden können, haben es im Gelände nicht einfach. Besonders, wenn es sich um die Kernzonen des Nationalparks handelt, ist es recht unwegsam. Deshalb, weil dort die Natur sich per Bundesgesetz selbst überlassen werden muß, ist es ja so unwegsam!

Gut, seine moralischen Bedenken, dort auch zur Jagd zu gehen, obwohl es in Nationalparken weltweit verboten ist, und auch per Bundesnaturschutzgesetz, gut, die wirft man als deutscher Jäger im Nationalpark Harz und zugleich Redakteur der Braunschweiger Zeitung schnell und gern und ohne jede moralische Bedenken problemlos über Bord. Wenn man sie überhaupt hat. Das ist überhaupt nicht das Problem. Schließlich schießt man ja ab, was einem so vor die Büchse läuft,  auch wenn es möglicherweise ein Muttertier ist. Und das Kälbchen ist dann Waise. Hat der Nationalparkdirektor nicht gesagt, Abschießen ist wichtig? Wild verursacht doch Kahlfraß, sogar im Wirtschstftdwald nebenan. Soll der deutsche Wald wirklich zugrunde gehen? Das ist doch nicht in Ordnung.

Aber das Gewicht! Wer im schwierigen Nationalparkgelände sehr viel Fett mit sich rumschleppen muß, der hat es nicht einfach. Noch dazu das schwere Gewehr und die Butterbrote mit Wurst von Aldi! Da kommt was zusammen! Auch der Hochsitz soll ja noch ein Weilchen halten. Natürlich wurden im Nationalpark gerade in den Kernzonen viele ganz neu gebaut – aber halten die ewig? Werden sie nicht auch morsch? Und wenn dann so ein Fettsack da drauf steigt – kann es nicht doch passieren, dass er mitsamt Büchse und Aldi-Brot runterkracht? Mitten in einem unwegsamen Nationalpark! 

 Ist es das, was Sie wollen, lieber Herr Duin? Dann sollten sie es klar sagen und sich nicht lustig machen über einen fetten Jäger, der es leichter hätte zu seinem Hochsitz im Nationalpark zu kommen wenn er weniger fett wäre. Auch wenn es ein Kollege ist.

Plätze begrünen in Braunschweig

März 27, 2008

Daraus wird nichts! Wissen die vom Stadtmarketing denn nicht, dass das ganze Roundup erst mal verbraucht sein will? Nur so bleibt die Stadt clean, baumfrei, buschfrei, krautfrei – eben biodivers nach Braunschweiger Art.

Braunschweigs Altpapier-Management kann nicht privatisiert werden

März 27, 2008

Der florierende Geschäftszweig Altpapierverwertung kann aufgrund weitblickender Voraussicht der Stadtverwaltung mit ihren fähigen Wirtschafts-Spitzenleuten nicht privatisiert und somit dem Bürger eine lukrative Einnahmequelle entzogen werden. Denn in vorauseilender Geschäftsinkompetenz ist das Altpapiergeschäft bereits in privater Hand, von vornherein hat die Braunschweiger Stadtverwaltung dafür gesorgt.

Weniger genial ist es, weiteres städtisches Vermögen erst jetzt zu verschleudern, also zum Beispiel die der Stadt noch gehörenden Schulen. Denn schließlich muß man sie vom Käufer wieder teuer zurückmieten, was erheblichen Papierkram bedeutet. Arbeit!

Weil es aber bei der Braunschweiger Altpapierverwertung nichts zu privatisieren gibt,  müßte man sich schon entschließen, zum Beispiel Alba eine ordentliche Prämie für seine Altpapierentsorgungstätigkeit zu zahlen. Damit Private auf Kosten der Bürger, wie auch sonst, ausreichende Profitsteigerungen erzielen können, sollten Steigerungsraten von – sagen wir – 100% pro Jahr oder Monat im Rat beschlossen werden. Das muß aber selbstverständlich den Wirtschaftsfachleuten in der Braunschweiger Stadtverwaltung überlassen bleiben, am besten dem OB selbst. Die notwendige Rarts-Mehrheit für diesen Schritt wird sich erfahrungsgemäß bei CDU und FDP finden lassen, die SPD schwankt allerdings noch, wahrscheinlich.

Im Dienst der Volksverdummung: Wild faselt Wesemeyer weiter

März 26, 2008

….das Schloss sei wieder aufgebaut…..- und nicht etwa ein ECE-Kaufhaus mit Schlossfassade. Was faselt man nicht alles für Geld….

Tohubawohu bei der Nord LB? Neuer Fachmann reißt das Ruder rum

März 26, 2008

Müssen Anleger um ihr Geld fürchten? Kommt es auch hier zum äußersten? Nun mag es zwar sein, dass aufgrund eines gewissen Tohubawohus bei der Nord-LB einiges schief gelaufen ist und die Bankenaufsicht eingreift, wenn auch keineswegs wegen der Umbennenung in Sparkasse, obwohl das auch schon einige Milliönchen gekostet haben mag. Auf jeden Fall muß da etwas schief gelaufen sein. Aber ganz so schlimm ist es nicht und die Bankenaufsicht muß eigentlich überhaupt nicht eingreifen, weil die Nord-LB aus eigener Kraft aus dem Schlamassel herausfinden wird. Denn der  Retter ist schon da. Ein neuer Mitarbeiter, von dem alle dachten, dessen Eintritt in das Bankgeschäft sei durch nichts als Geltungssucht zu rechtfertigen.

Irrtum! Nun stellt sich aber heraus, dass Dr. H. sehr wohl die Weichen in die richtige Richtung stellen wird und es wäre ein falsches Gerücht anzunehmen, sein Eintritt in die Bank sei die Ursache für fehlgeschlagenen Geschäfte. Dr. H. ist den Umgang mit großen Vermögenswerten gewohnt, insbesondere mit solchen, die nach seinem kundigen Eingreifen weg sind, so dass sich alle Bürger, denen die vorher gehörten, erstaunt die Augen reiben. Wenn sich besagter Dr. H. – sein Name sei hier nicht angeführt,  weil sich das mit seinem Amt als Oberbürgermeister einer bedeutenden Stadt nicht vereinbaren ließe – um das anfangs beschriebene Tohubawohu bei der Nord-LB zu kümmern beginnt, wird es voraussichtlich auch nicht lange dauern und dann ist es weg. Oder doch die ganze Nord-LB?

Jedenfalls können einem die Mitarbeiter der Bankenaufsicht schon jetzt leid tun. Einem Finanz- und Vermögensexperten wie Dr. Hoffmann sind sie von vornherein haushoch unterlegen. Ungefähr so, wie Herr Windhorst den Mitarbeitern der Nord-LB überlegen ist, hört man.

Waldzustandsbericht – Osterspaziergang

März 24, 2008

Wer mit offenen Augen die Wälder durchstreift, stellt fest: Die alten Eichen und Buchen und Fichten sind weg. Vielleicht liegen einige noch in langen Stapeln am Wegesrand. Die meisten sind schon auf dem Weg in die Sägewerke. Der größte Waldschädling ist die Habgier der Landesforstverwaltung und einiger privater Eigentümer.  Abgehackt wird vom Nationalpark Harz bis in die Heide alles, was Geld bringt. Überzeugen Sie sich selbst.

Osterspaziergang!

Nachdenkliches zu Ostern 2007 aus der Nationalparkverwaltung

März 24, 2008

Ostern ist auch in der Nationalparkverwaltung eine Zeit, in der die Verantwortlichen sich fragen: Haben wir auch wirklich alles getan, damit dieser Nationalpark bald aufgehoben wird? Können wir nicht noch mehr tun? Wann wird Hannover reagieren, wann die IUCN in Genf? Was müssen wir denn noch alles machen, damit jeder erkennt, so wie wir den ‘Nationalpark’ managen, kann es überhaupt keiner sein? 400 Wildschützen ihr Hobby ermöglichen, 500 Abschüsse planen, 80000 Festmeter Holz allein aus dem westlichen NP-Teil rausholen, verkaufen – genügt das schon?

Haben wir nicht in höchster Beflissenheit Regierungsbeamte zur Jagd eingeladen? (Zustimmendes Murmeln aus dem Umweltministerium in Hannover). Nicht diesen Konjunktivunsinn herausposaunt, Rotwild könne eventuell den Park verlassen, um dann eventuell außerhalb Gras zu fressen oder Kahlschläge zu verursachen? – (Doch – das haben wir – so alle Direktoren, Staatssekretäre und Umweltminister(innen)  aus Hannover und Magdebur, schon etwas lauter). Direktor Pusch begeistert: Und habe ich  selbst nicht gesagt, wir wollen noch 50 Jahre so weitermachen und 300 Millionen vergeuden? (Doch, doch, bravo, gib’s sie! Wir vom Nationalparkbeirat finden das auch super…).  Und schließlich – triumphierend: Habe ich nicht erst jüngst gesagt, Beschneiungsanlagen im Nationalpark sind prima, meinen Segen für die neue Steuergeldverschwendung habt ihr? Selbstverständlich gebe ich jeder Forderung gerne nach,  ja, so ist mein Charakter, Hauptsache das Abhacken der Bäume und das radikale Abschießen geht weiter. (Begeisterte Zurufe: ‚Bravo, weiter so…’ Förster Ohmes ruft heimlich seinen Vorgesetzten an: Darf ich hier auch begeistert zustimmen…?) Ja ich habe keine Ahnung, was Nationalpark….. (die letzten Worte des NP-Direktors gehen im tosenden Jubel seiner Mitarbeiter, Staatssekretäre und Minister unter, möglicherweise geht es um das Wort bedeutet.

Dann kehrt wieder Ruhe ein im verschneiten Osterwald – Nachdenkpause bis Ostern 2009. Dann soll das neue Haupt – Thema sein, wie man die eigenen Mitarbeiter noch mehr einschüchtert, wie zum Beispiel den im Amtsgericht Clausthal Zellerfeld, der aus lauter Angst und Eingeschüchtertheit noch nicht mal bereit war, eine Presseerklärung der Bürgerinitiative Nationalpark Harz entgegenzunehmen. Bloß nicht den eigenen Kopf gebrauchen, bloß nicht lesen, was im Bundesnaturschutzgesetz steht, was internationalüblich ist im Nationalpark – das müsse das Ziel sein.

Wie man hört, soll auf der UN-Biodiversitätskonferenz am 4. April auf dem Braunschweiger Burgplatz das Thema schon mal vorbereitet werden. Arbeitstitel, der Internationalität der Veranstaltung entsprechend, natürlich auf Englisch: How to create Fear and Loathing in German Nationalparks. A Study in Ignorance. Den Festvortrag hält übrigens Umweltminister Sander. Er soll auch schon dafür gesorgt haben, dass während seines Vortrages auf dem Burgplatz ein schmissiges Motorsägenkonzert stattfindet. Gegeben wird der Waggummer-Wald-ab-Marsch, bekanntlich ein Lieblingsstück des Braunschweiger Baumabkünstlers Hoffmann. Ihm soll- wenn nichts dazwischen kommt –  die UN-Biodiversitätsmedaille verliehen werden. Weil er durch seine Maßnahmen und Pläne die Notwendigkeit einer solchen Konferenz in Braunschweig besonders deutlich gemacht hat. 

PS: Welcher in Fachkreisen renommierte Professor den Fear-und Loathing –Vortrag wissenschaftlich begleitet, wird noch nicht verraten. Er soll aber maßgeblichen Einfluss im Nationalpark –Beirat haben. 

Bürger freut euch: Die Preise werden erhöht.

März 24, 2008

Diesmal für Fernwärme. Und zwar nur um 8 Prozent. Zwar wurden schon in den letzten Jahren die Fernwärmepreise um 50% erhöht. Diesmal aber nicht. Darüber sollen die Veolia – Aktionäre ganz schön sauer sein. Vielleicht ist es ja aber nur ein Schreibfehler und es sollte eigentlich 80% heißen. Das wäre auch viel besser, weil 25% des zusätzlichen Profits ja in Braunschweig bei der Stadt bleiben würde und bei 80 Prozent Preiserhöhung natürlich mehr als nur bei 8. Wie bitte??  Wenn der Stadt die Stadtwerke noch ganz gehörten und nicht nur zu 25 Prozent, wäre es besser? Also, da kann ich nur sagen: Irgendwas zu meckern gibt es immer und 25 Prozent sind auch nicht schlecht und die Aktionäre von Veolia freuen sich genau so gern wie wir Braunschweiger. Vor allem über mehr auf Kosten von uns Braunschweigern. Deshalb haben sie unseren OB Hoffmann ja auch so lieb. Das ist PR für Braunschweig, sollte uns die Sache wert sein.