Braunschweiger Bürger: Schämt euch!

By Hoffer

Nur selten gibt es Männer in einer Gemeinde, die der häßlichen Fratze der Anarchie so  kühn zu widerstehen bereit sind. Die vielfältigen Facetten des Ungeheuerlichen schonungslos aufzudecken, ist nicht jedermanns Sache. Im engsten Familienkreis, ja vielleicht in der trauten Runde eines Stammtisches, im Gespräch mit dem Bezirksbürgermeister oder mit Brandes - dort mag es vorgekommen sein, dass hinter vorgehaltener Hand solche Kritik an den Mißständen unseres Gemeinwesens geäußert worden ist – aber in aller Öffentlichkeit? In der Zeitung, in die man sonst sowieso nicht reinkommt, so fundamentale Kritik zu üben – das ist mutig, sich schonungslos mit seinem guten Namen so zu outen. Beschämt stehen wir anderen duckmäuserisch  da, wissen nicht mehr, was aufrechter Bürgersinn ist…. schweigen dumm und stumm, obwohl Anarchie droht….

Worum geht es?  Nehmen wir das Problemfeld ‘gelbes Papier’. Hätte man daraus nicht so manche Briefmarke herstellen können, in ein kleineres Format umsetzen und dann den Leuten für ein Vielfaches des Materialpreises verkaufen? Und zwar auf erlaubte Weise! Nein, in dieser Stadt gibt es Leute (angeblich waren es Schmiedings oder deren Hund), die so wertvolles Material nehmen und an Bäume heften. Obwohl ihnen das keiner erlaubt hat! Ja – es hat sie sogar niemand darum gebeten! Auch ich nicht – und darauf kommt es an.

Aber es kommt noch schlimmer. Sensationspresse schläft nicht. Kleine krötenartige Schreiberlinge schnappen nach jedem Würmchen, das ihre kümmerliche Existenz in ihrer feuchten Erdhöhle noch ein wenig verlängert. Zwanghaft geifern sie äußerst beflissen – nun gut, das ist auch sonst ihre Art, wenn sie Schloss statt ECE schreiben –  zwecks ‘Auflagensteigerung’  über den ‘Tatort’ – dabei ist überhaupt noch keine einziger Mord, auch kein Baummord geschehen. Selbst der ansonsten willfährige Oberbürgermeister zuckt vor diesem Abgrund an überflüssiger Straßenerweiterung zurück. Ist es da ein Wunder, wenn unter dem massiven Druck eines anarchistischen Mobs sich die Woche dem Ende zuneigt, sich alle Wolken ängstlich verziehen und die Volksmassen vor dem Gulag der Nichtunterschrift, niedergeschlagen und gedemütigt, wahrscheinlich aus Angst vor Sippenhaft, Deportation nach Sibirien etc. zu den Unterschriftslisten gequält werden? Vorbei am Gerippe des Sachverstands, der dahingemeuchelt am Wegesrand liegt – dort, wo doch eigentlich Straße sein soll, eine Allee von Säulen stehen sollte wie in Versailles? Natur, wie sie einem wahren Ästheten – mit Verlaub, wie mir – das Auge schmeicheln würde? Statt dessen – Mord und Totschlag durch entmenschte Radfahrerhorden – Killing Fields! – die Jagd auf Fußgänger machen.

Da muß man einfach den Glauben an die Politik verlieren, an Recht, an Ordnung, an eine Verwaltung, die anscheinend zu blöd ist, um am Bürger vorbei etwas durchzusetzen. Da kann man noch so sehr mit Trostbäumchen inmitten des Kreisverkehrs locken. Briefmarkensäuleneiche – darauf falle ich nicht rein. Damit das klar ist!

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