Und weil das so ist, sind selbstverständlich sowohl der Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig (als NamensPATE) – Herr Dr. Hoffmann von der CDU, aber auch der Oppositionsführer, Herr Pesdischeck von der SPD ebenfalls sehr stolz und sagen das auch. Das bringt der SPD als anerkannter Partei des Friedens bei den nächsten Stadtratswahlen bestimmt viele Stimmen und der CDU sowieso. Auch der Symbolcharakter ist hoch, wie Herr Hoffmann betonte (und wie hoffentlich auch alle alle anderen mitreisenden Vertreter und Repräsenrantern Braunschweigs zumindest insgeheim deutlich zum Ausdruck gebracht haben, obwohl sie in unserem treuen Heimatblatt leider nicht erwähnt werden, da liegt bestimmt eine gaunerhafte Verschwörung vor – Omerta? – das Gesetz des Schweigens? Bei der BZ?). Genug der Spekulationen, gewiss werden sich die anderen Stadvertreter noch zu Wort melden, wenn über die kommenden Kampfeinsätze der Braunschweig zu berichten sein wird.
Selbstverständlich ist die Begeisterung in Israel – als Zielort der ‘Braunschweig’ – schon jetzt ungewöhnlich hoch, hat doch der Name Braunschweig dort einen ausgezeichneten Ruf. Wäre es überhaupt zur Staatsgründung gekommen, wäre da nicht die Stadt der Bewegung gewesen? Hätte man in Braunschweig nicht rechtzeitig jenen deutschen Staatsmann überhaupt zum Deutschen gemacht, dem letztlich Israel seine Gründungsenergie verdankt? Und ist es nicht ein echtes historisches Highlight, wenn sich ein Braunschweiger Oberbürgermeister schon auf die Feier des 60-jährigen Bestehens des Staates Israel freut, der selbst den historischen Zusammenhang kennt, ja sich sogar zeitweilig den Traditionen eng verpflichtet wußte, denen dieses Gründungsbewußtsein seine Entstehung verdankt? Jedenfalls sind Stolz und Freude nicht nur einseitig auf seiten Hoffmanns, Pesdischecks und allen mitreisenden, leider bescheiden namenlos im Hintergrund bleibenden anderen Stadvertretern ausgeprägt vorhanden, sondern auch in Israels Warmwasserhafen.
Nun blicken wir aber in die Zukunft. Wie schon die ‘Braunschweig’ der kaiserlichen Flotte 1908 wird auch das heutige Schiff (leider nur eine Korvette, keine Fregatte!) den Genesungsprozeß der Welt vorantreiben. Dafur! Kampfeinsatz! Terroristen morden und vergewaltigen in einem Flüchtlingslager. Auftag der Nato: Dem muß ein Ende bereitet werden. Der heimlich in den Nüstern eines der Reitpferde der Mordbande angebrachte GPS-Sender verrät die Zielkoordinaten. Reichweite der Bordraketen: Ausreichend! Feuer frei! Dieses seegestützte Verhindern weiterer Mordtaten in Dafur findet weltweit Beachtung. Nächster Einsatz: Simbabwe. Mugabe versucht das Wahlergebnis durch Neuauszählung zu fälschen. Die Koordinaten des Wahllokals sind bekannt. So geht das nicht! Feuer frei! Die ans Terroristische grenzende Auszählungspraxis hat ein schnelles Ende! Zauner berichtet, informiert von Frau Hoffmann, die aus Versehen an Bord geblieben ist, weil sie sich unter Deck verirrt hatte. Eine Rakete ist noch über. Da! ein neuer Kampfauftag. In einer Kolonie von Kaiserpinguinen ist eine Revolte ausgebrochen. Die Unruhen drohen auf Europa überzugreifen. Auch hier, im südatlantischen Kaltwassergebiet, kann die Braunschweig rasch für Ordnung sorgen.
Lesen Sie Ihr Heimatblatt. Solche dramatischen Berichte werden uns in Zukunft begleiten. Aber nur, wenn Herr Zauner am Ball und Frau Hoffmann an Bord bleiben. Und alle Steuerzahler fleißig ihre Steuern abführen – denn umsonst ist nur der Terrorismus, nicht aber seine Bekämpfung durch Korvetten.