Gabriel hilft dem SPD-Bezirk Braunschweig, seine Wahlniederlage zu verdauen und die Wende herbeizuführen. Dabei will er zunächst sich selbst reformieren und seine für die Partei verheerenden Ansichten und Äußerungen in vernünftige Bahnen lenken. Also: Asse soll nicht mehr nach Bergrecht geschlossen werden sondern nach Atomrecht, was allein der SPD schon mal viele Stimmen bringen wird. Künftig wird sich Gabriel für die Beachtung deutscher Bundesgesetze in Nationalparken einsetzen und auch sonst Naturschutzgebiete schützen. Das ist neu aber positiv. Dann wird er nie wieder Urwaldvernichtung für Ölpalmenanbau fordern. In seiner Heimatstadt Goslar wird er sich in Zukunft für den Erhalt der Bergwiesen und der bestehenden Landschaftsschutzgebiete am Steinberg starkmache und nicht für deren Vernichtung – eine für Gabriel besonders überraschende lobenswerte Standpunktveränderung.
Damit dürfte Herr Gabriel seit sehr langer Zeit nicht mehr nur eine schwerwiegende Belastung für seine Partei sein, was Kabarettisten wie Herrn Rogler immer wieder zu lustigen Bemerkungen Anlaß gibt, sondern er dürfte durch seinen wie immer sehr ernst gemeinten, selbstverständlich wieder mal hochkompetenten Sinneswandel der SPD die nötige Glaubwürdigkeit und Stimmenmehrheit verschaffen, auf deren Basis er dann später wieder dem Opportunitätsprinzip den notwendigen Raum für ernstgemeinte Beibehaltung oder erneute Revision seiner wie immer echten, ebenfalls ernstgemeinten gegebenenfalls völlig entgegengesetzten Überzeugungen eine breite, persönlich glaubwürdige Basis einräumen kann.