Nicht alles, wo Geschenk dransteht ist auch ein Geschenk. Denn was ist das für ein Geschenk, das dem Schenker alle Einnahmen zusichert, die die Stadt aus dem Verkauf von Quadriga-Devotionalien und Besichtigungseinnahmen erhält? Das wäre so, als wenn Sie bei einem Gewinnspiel ein Auto geschenkt bekämen für das Sie nicht nur so lange Raten zahlen müßten, bis der Herstellungspreis erreicht ist sondern bis in alle Ewigkeit? Eine solche Schenkungsvereinbarung zwischen Herrn Borek und der Stadt habe diese unter ihrem genialen Oberbürgermeister geschlossen, wie man aus dem Rathaus hört. Glauben Sie nicht? Nehmen Sie Akteneinsicht in die Schenkungsurkunde.
Die Unterhaltungskosten für die windanfällige Großbronce übernimmt bekanntlich die Stadt, jährlich 35000 Euro. Nun gut, mag da mancher sagen, immer noch besser als dieses Geld in den Erhalt der stadteigenen Schulen zu stecken. Was schert mich das Wohl unserer Kinder. Ein anderer wieder mag sagen: Warum sollten wir lieber Geld in qualifizierte Mitarbeiter für die Kleinkinderbetreuung stecken? Kinder sind doch sowieso blöd. Jedenfalls blöder als die Quadriga. Ein dritter Braunschweiger von gleichem geistigen Schwergewicht mag dann abschließend bemerken: Unser künftiger Wohlstand kommt doch aus der Steckdose, warum sollten wir da Geld für Kinder rausschmeißen? Beifälliges murmeln aus dem Grünen Kabinett.
Trotzdem ist nicht alles in Butter. Herr Borek soll erneut von Träumen geplagt werden, aus denen er schweißüberströmt erwacht. Sein Vater ist hinter ihm her. Hose runter, jetzt gibts was mit dem Stöckchen auf den Popo. Niemals wollte ich solchen verlogenen Fassadenmist über den alle lachen – statt des Schlosses, für dessen Erhalt ich mich eingesetzt habe, klatsch, klatsch, aua, aua….. Papa hör auf….. Das ist natürlich blöd, wenn das wahr ist und solche Träume immer wiederkehren.
Auch soll folgendes passiert sein. Als die vierjährige Else mit ihren Eltern und Bruder Friedhart nichtsahnend vom Kennedyplatz kommend die Quadriga samt Brunonia mit dem seltsamen Hütchen erblickte erlitt sie einen Schreikrampf und als man sie wieder verstehen konnte schrie sie: Die dicke Frau soll die Pferdchen nicht tottreten, die soll keinen Schritt weitergehen, schrei, zeter, schrei…. Während ihr 5jähriger Bruder andauernd rief: Ich will, dass die dicke Frau die Pferde tottritt und dass es spritz, ich will, dass sie es jetzt macht sofort etc.pp. Die Eltern sollen sich – so hört man – zu einem festen Termin in einer Erziehungsberatungsstelle angemeldet haben, weil sie zwar auch die Gefahr für die Quadriga-Pferde erkannt hatten, sich aber die sehr unterschiedlichen Reaktionen von Else und Friedhart nicht erklären können.
Am schlimmsten sind die Mitglieder des Bläserchors der Domgemeinde dran, im Grunde hochanständige, gläubige Menschen. Durch heimtückische Überredungskunst – vermutlich hatte der Teufel persönlich seine Hand im Spiel, wurde der Bläserchor dazu gebracht, bei der Aufstellung einer heidnischen Gottheit aufzuspielen (obwohl, gerade durch die Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung hinlänglich auf die sogenannte ‘Göttlichkeit’ der Brunonia hingewiesen worden war – führte diesen Radakteuren auch Satan die Feder?). Für ihr blasphemisches, abergläubiges, ja kerzerisches Handeln droht nun den Mitgliedern des Bläserchors der Domgemeinde der Kirchenausschluß und man mag gar nicht daran denken, was das für ihr Seelenheil bedeutet.