Archiv für Oktober 2008

Die Jäger und ihr Schutzpatron Hubertus

Oktober 31, 2008

Morgen, am 8.11. um 17 Uhr will die Braunschweiger Jägerschaft unter Anführung ihre Vorsitzenden, des CDU – Landtagsabgeordneten Hennig Brandes, dem heiligen Hubertus huldigen und Probst Hofer hilft ihnen im Dom dabei.

Wie der Heilige wollen sie in Zukunft der Jagd entsagen und all Büchsen und Flinten vor dem Altar niederlegen, wo sie ein kleiner Bagger zu Schrott fahren wird. Nur allzulange sind die braunschweiger Jäger  dem heiligen Hubertus nicht gefolgt und haben auf Deubel komm raus die Jagd ausgeübt, dass sich der Heilige wie wüst im Grab hin und her wälzte. Es ist schön, dass er jetzt zur Ruhe kommen soll und seine Botschaft nun endlich auch bei Probst Hofer und der Braunschweiger Jägerschaft angekommen ist. Zwar hat keiner dieser Jäger einen Hirsch mit leuchtendem Kreuz gesehen, nur Herr Hofer soll darunter leiden, dass er gelegentlich Sterne sieht. Aber nur zu gut ist ihnen das Abschlachten der Hirschpopulation auf dem Brocken in Erinnerung.  Und auch all die anderen Tötungsversuche  der Jägerschaft – vom Harz über das Europareservat Riddagshausen bis in die Heide  – sind in frischer Erinnerung. Nun endlich wollen sie es ihrem Heiligen nachtun und gänzlich auf die Jagd verzichten.

Braunschweiger Zeitung und die Leserkonferenz

Oktober 31, 2008

Liebe Frau Gabriel-Kawulok, lieber Herr Hinterberg, liebe Frau Schow, lieber Herr Schmidt, lieber Herr Algermissen, lieber Herr Mengersen, hier ein paar kleine Tipps, die sie beachten sollten, wenn Sie nicht wollen, dass Herr Raue oder auch Herr Meyer Sie blitzschnell wieder aus dem Gremium ‘Leserkonferenz’ rausschmeißt:

Nie über die Verblödungskampagne der BZ zum Thema ECE sprechen – hier handelt es sich nämlich um ein Schloss. Nie über den Müllberg am Madamenweg reden, denn hier handelt es sich um Taormina. Nie über den Ratenkauf der Quadriga durch die Stadt reden, denn hier handelt es sich um ein Geschenk. Nie über die Beraubung Braunschweiger Bürger durch Privatisierung öffentlichen Eigentums reden, denn das ist überhaupt nicht kriminell. Erwähnen Sie nie, dass im Nationalpark Harz das Bundesnaturschutzgesetz nicht angewendet wird, denn Bonzenjagd geht vor. Nie nachfragen, warum sich ein ehemals der NPD angehörender Oberbürgermeister nie für sein Lob einer unrechtmäßigen Einkesselung (per Gericht festgestellt) von Antinazidemonstranten entschuldigt hat, denn wir leben ja in der Stadt der Bewegung. Nie über die Bereitschaft des Stadtrates sprechen, sich aller ihm zustehender Rechte entblößen zu lassen, denn nur wenn man nach der Pfeife eines Oberbürgermeisters tanzt, ist das Demokratie. Fragen Sie nie, warum bekannte Braunschweiger, die unerklärliche Visionen haben, nicht in Königslutter behandelt werden. Gehen Sie keinesfalls zum Bundeskongress der Antiprivatisierungs-Initiativen, der ab heute Abend in Braunschweig beginnt.

Falls Sie mehr darüber wissen wollen, was Sie unterlassen müssen, damit man Sie nicht rausschmeißt: Lesen sie regelmäßig ‘Unser Braunschweig.de’. Aber Sie haben am Mittwoch ja keinen der genannten Fehler gemacht. Glückwunsch.

Die große Zeit Braunschweigs: Schloß und Quadriga entstehen

Oktober 31, 2008

Unter der fürsorglichen Herrschaft eines feudalen Systems sind Werte entstanden, auf die viele Braunschweiger mit großem Stolz zurückblicken, ja, sie wären selbst gern Teil dieser großen Zeit, in der Fürsten und Großbürgertum in Braunschweig das Geschehen bestimmten. Das ist nur zu verständlich. Denn wie gerne wären sie Teil einer Bevölkerung, die durch ihr Sein all diese Verherrlichung des Großen, Schönen und Wertvollen erst ermöglichte. Wie gerne wären all die Leserbriefschreiber der Braunschweiger Zeitung, die nur deshalb die Vergöttlichung von Borek und Hoffmann nicht vorantreiben, weil sie die Möglichkeit nicht kennen, zusammen mit drei oder vier anderen Menschen in das einzige Bett gestiegen, das ihnen damals zur Verfügung gestanden hätte. Wie wohltuend die Vorstellung, inmiten der Altstadt in z.B. 47 schmucken Fachwerkhäusern  zusammen mit 775 anderen Personen zu leben, sich in naturnaher Weise den 10 Quadratmeter großen Hof mit  Ziegen und Ratten zu teilen, wenn man zur zum Donnerbalken geht, um die Senkgrube zu füllen, während man im trautem, nachbarschaftlichen Gespräch mit den anderen 30 Mitbesuchern diese Örtchens seine Zeit verplaudert. Und auch das Ökologische kam nicht zu kurz. Denn der Inhalt der Senkgruben wurde, bevor er überquoll durch den engen Hausflur, vorbei am Brunnen neben der Senkgrube ins Freie getragen, um der Landwirtschaft zu dienen. Selbstverständlich war es, die geruchliche Begleitung ständig zu genießen und man konnte eigentlich nur die hierfür unempfindlichen Fliegen und Insekten bedauern, die trotz ihrer großen Zahl für das Idyllische der Situation und für das Große und Schöne dieser Zeit keinen Sinn zu haben schienen.

Kurzum, zu Recht bejubeln braunschweiger Bürger  Hoffmann und Borek, wenn das Geld der Steuerzahler und Münzkäufer eben jenen Bürgern großplastisch zu Gute kommt, die das genießerische Gedenken an diese vergangenen Tage, die gestern auch Herr Biegel in seiner Kolumne beschrieb, in so sublimierter Form als Leserbriefschreiber in Erinerung rufen. Deshalb auch von hier nochmal: Danke und Heil euch von der Braunschweiger Zeitung gerne gedruckten jubelnden Leserbriefschreiber. Und ihr anderen schämt euch.

Goslar: Harzer Verkehrsverband findet Nacktwandersignet

Oktober 30, 2008

Hitzig soll es zugegangen sein, als sich am 28.10.2008 die Mitglieder des Marketingausschusses beim Harzer Verkehrsverband (HVV) trafen. Ein Hauptpunkt des nicht öffentlich tagenden Gremiums soll die endgültige Festlegung des Signets für den Nacktwanderweg gewesen sein. Ein Vorschlag war, zu diesem Zweck eine Abbildung der roten Nacktschnecke zu verwenden, die an feuchten Tagen auf Wanderwegen anzutreffen ist. Diesen  Vorschlag lehnten die Goslarer Experten aber ab, da die rote Wegschnecke zu lang sei und zu rot, um nicht unangemessene Assoziationen hervorzurufenzu können. Ein ander Experte brachte daher die schwarze Wegschnecke ins Spiel, die ebenfalls eine Nacktschnecke sei aber kürzer. An dieser Stelle soll sich Herr Lücke, der Geschäftsführter des HVV, eingemischt haben mit der Bemerkung, ihm gefalle besonders das kürzere Format der schwarzen Nacktschnecke, da hier schlimmstenfalls eine Assoziation zu seiner eigenen geistigen Kapazität aufkommen könnte, nicht aber irgendeine andere, zum Beispiel aus dem erotischen Bereich. Diese Ausführungen blieben unwidersprochen.

Herr Lücke und das Marketinggremium beim HVV sollen dann noch ausdrücklich beschlossen haben, auf keinen Fall von der Landesregierung oder gar von der Nationalparkverwaltung die Umsetzung des Bundesnaturschutzgesetzes (im Nationalpark Harz)  zu verlangen (‘Gewährleistung der natürlichen Dynamik’) oder auch nur die Errichtung des ‘Erlebnisweges Wildtiere im Nationalpark’, da ja sonst Naturtouristen in den Harz kommen würden. Das könne dann dazu führen, dass die Auslastung im Fremdenverkehrsbereich ansteige und würde eventuell einige Bonzenjäger verärgern, die noch weitere 50 Jahre im Nationalpark zu jagen beabsichtigten.

Damit blieb es dabei, dass die schwarze nackte Wegschnecke am besten geeignet sei, den Fremdenverkehr im Harz anzukurbeln. Nachdem alle Gremiumsmitglieder ihre Aufwandsentschädigung erhalten hatten, ging der Marketingausschuß wieder auseinander.

Asse II – jetzt schwatzt er wieder: Gabriel macht Politik

Oktober 30, 2008

Zu keinemm Zeitpunkt hat Umweltminister Gabriel der Feststellung der unsäglichen Frau Schavan widersprochen, Gabriel sei wie sie der Auffassung, Asse II müsse schnell geflutet werden. Dementsprechend sei das Rückholen des Atommülls aus dem ungeeigneten Endlager Asse II zwar ‘das politische Ziel’. Offenkundig aber nicht seins, denn in seinen Stellungnahmen zu den neuen Gutachten legt er sich auf dieses Ziel ausdrücklich nicht fest sondern nennt statt dessen alllerlei Einwände, insbesondere ‘unverhältnismäßige Verzögerungen’ seien nicht hinzunehmen. Gewiß sind einige Jahre ‘Verzögerung’ angesichts der EU-Auflage, den Atomdreck für  mindestens eine Million Jahre sicher zu lagern, nicht hinzunehmen angesichts des Umstandes, dass Herr Gabriel demnächst in der Bundespolitik noch was werden will.

Ob da durchsichtiges Asse II – Geschwätz reicht? Überragt der Umweltpolitiker Gabriel andere nicht auch so schon? Zum Beispiel dadurch, dass er es weder fertig bringt noch beabsichtigt, das Bundesnaturschutzgesetz in deutschen Nationalparken durchzusetzen, wie er schriftlich mitteilt, dass er ein naturschutzwürdiges und auch sonst wertvolles Naturgebiet auf Steuergeldzahlers Kosten einem lieben Kumpel zuliebe (ehem. NP-Direktor Dr. Barth) für einen Zoo opfern wollte und diese Forderung auch später wiederholte, dass er sich dämlich stellte, als er auf die Aufhebung des höchstgelegenen Naturschutzgebietes im Harz zu Gunsten einer Monsterrollerstrecke angesprochen wurde, dass er in seiner Heimatstadt Goslar für die Verschandelung und Aufhebung eines Landschafts- und zugleich Wasserschutzgebietes eintrat, dass er – so weit bekannt – keine Einwände gegen die Errichtung einer Müllverbrennungsanlage in Langelsheim ist, wo hochgiftiger Sondermüll dioxinreich verbrannt werden soll etc. pp.

Ja, dieser hochkompetente Mann hat die Bundeskanzlerunrkunde im Tornister. Und künftige Wähler seines Wahlbezirks sind schon ganz pierig auf die nächste Wahl.

Ist das Geschenk der Braunschweiger Quadriga ein Ratenverkauf?

Oktober 28, 2008

Nicht alles, wo Geschenk dransteht ist auch ein Geschenk. Denn was ist das für ein Geschenk, das dem Schenker alle Einnahmen zusichert, die die Stadt aus dem Verkauf von Quadriga-Devotionalien und Besichtigungseinnahmen erhält? Das wäre so, als wenn Sie bei einem Gewinnspiel ein Auto geschenkt bekämen für das Sie nicht nur so lange Raten zahlen müßten, bis der Herstellungspreis erreicht ist sondern bis in alle Ewigkeit? Eine solche Schenkungsvereinbarung zwischen Herrn Borek und der Stadt habe diese unter ihrem genialen Oberbürgermeister geschlossen, wie man aus dem Rathaus hört. Glauben Sie nicht? Nehmen Sie Akteneinsicht in die Schenkungsurkunde.

Die Unterhaltungskosten für die windanfällige Großbronce übernimmt bekanntlich die Stadt, jährlich 35000 Euro. Nun gut, mag da mancher sagen, immer noch besser als dieses Geld in den Erhalt der stadteigenen Schulen zu stecken. Was schert mich das Wohl unserer Kinder. Ein anderer wieder mag sagen: Warum sollten wir lieber Geld in qualifizierte Mitarbeiter für die Kleinkinderbetreuung stecken? Kinder sind doch sowieso blöd. Jedenfalls blöder als die Quadriga. Ein dritter Braunschweiger von gleichem geistigen Schwergewicht mag dann abschließend bemerken: Unser künftiger Wohlstand kommt doch aus der Steckdose, warum sollten wir da Geld für Kinder rausschmeißen? Beifälliges murmeln aus dem Grünen Kabinett.

Trotzdem ist nicht alles in Butter. Herr Borek soll erneut von Träumen geplagt werden, aus denen er schweißüberströmt erwacht. Sein Vater ist hinter ihm her. Hose runter, jetzt gibts was mit dem Stöckchen auf den Popo. Niemals wollte ich solchen verlogenen Fassadenmist über den alle lachen – statt des Schlosses, für dessen Erhalt ich mich eingesetzt habe, klatsch, klatsch, aua, aua….. Papa hör auf….. Das ist natürlich blöd, wenn das wahr ist und solche Träume immer wiederkehren.

Auch soll folgendes passiert sein. Als die vierjährige Else mit ihren Eltern und Bruder Friedhart nichtsahnend vom Kennedyplatz kommend die Quadriga samt Brunonia mit dem seltsamen Hütchen erblickte erlitt sie einen Schreikrampf und als man sie wieder verstehen konnte schrie sie: Die dicke Frau soll die Pferdchen nicht tottreten, die soll keinen Schritt weitergehen, schrei, zeter, schrei…. Während ihr 5jähriger Bruder andauernd rief: Ich will, dass die dicke Frau die Pferde tottritt und dass es spritz, ich will, dass sie es jetzt macht sofort etc.pp. Die Eltern sollen sich – so hört man – zu einem festen Termin in einer Erziehungsberatungsstelle angemeldet haben, weil sie zwar auch die Gefahr für die Quadriga-Pferde erkannt hatten, sich aber die sehr unterschiedlichen Reaktionen von Else und Friedhart nicht erklären können.

Am schlimmsten sind die Mitglieder des Bläserchors der Domgemeinde dran, im Grunde hochanständige, gläubige Menschen. Durch heimtückische Überredungskunst – vermutlich hatte der Teufel persönlich seine Hand im Spiel, wurde der Bläserchor dazu gebracht, bei der Aufstellung einer heidnischen Gottheit aufzuspielen (obwohl, gerade durch die Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung hinlänglich auf die sogenannte ‘Göttlichkeit’ der Brunonia hingewiesen worden war – führte diesen Radakteuren auch Satan die Feder?). Für ihr blasphemisches, abergläubiges, ja kerzerisches Handeln droht nun den Mitgliedern des Bläserchors der Domgemeinde der Kirchenausschluß und man mag gar nicht daran denken, was das für ihr Seelenheil bedeutet.

Erster Tötungseinsatz der Korvette Braunschweig erfolgreich – Oberbürgermeister Hoffmann begeistert

Oktober 26, 2008

Im Morgennebel ist die gesamte Mannschaft schon hellwach – Alarm! Dann – eine Explosion erschüttert die matitime Umwelt, alles Leben der Kieler Bucht im Umkreis von mindestens 2 Kilometern ist garantiert ausgelöscht. Aber die Korvette Braunschweig hält Stand (BZ v. 24.10.2008, S. 13(!)). 425 Kilo Sprengstoff konnten ihr nichts anhaben. Obwohl sie in nur 50 Metern Entfernung von der Bordwand zur Explosion gebracht wurden. So, wie es auch Piraten machen würden. In 12 Metern Wassertiefe.  Die Mannschaft der Braunschweig ist erleichtert – jetzt kann man froh in den Einsatz ziehen und auf dem Promenadendeck der Korvette Braunschweig namens Braunschweiger Promenadendeck seinen Durst löschen. Da werden auch bei so manchem  Braunschweiger Stadtrat frohe Erinnerungen wach.

Im Braunschweiger Patenkindergarten ist ebenfalls alles sehr froh, dass deutsche Wertarbeit wieder einmal standgehalten hat. Das Ereignis soll im Bild festgehalten werden und eine Kinderbildausstellung ist vorgesehen. Einzige Auflage an die Kleinen: Alle Fische müssen mit dem Bauch nach oben schwimmen, weil sie ja jetzt tot sind. Die Ausstellung unseres Soldatennachwuchses wird dann im Rathausflur erfolgen. Selbstverständlich soll sie vom OB persönlich eröffnet werden. Darauf freuen wir uns.

Harz gerät durch beispiellose Borniert- und Dummheit immer weiter in die Krise

Oktober 25, 2008

Nachdem die Werbung mit Hexen und Nacktwandern nicht den erwünschten Erfolg gebracht hat, sinkt die Zahl der Tousisten im Harz, ablesbar an der Bettenauslastung, um weitere 4 Prozent. Aber anstatt nun mit dem Pfund zu wuchern, das anderswo Touristen anzieht, nämlich mit einem Nationalpark, in dem die Natur sich selbst überlassen wird, wie es das Bundesnaturschutzgesetz verlangt, wir weiter auf Teufelkommraus geförstert und gejagt, mit allerhöchster Protektion durch Herrn Wulff, den Kanzlerkandidaten.

Nochmal: Wo Tiere wegen fehlender Jagd sichtbar sind und die Natur sich selbst überlassen wird, sind Nationalparke auch ein touristischer Anziehungspunkt.  Wo das nicht geschieht, springt die Fremdenverkehrsbranche über die Klinge, pleitegegangene Hotelliers aus dem Fenster und der Naturtourismus bleibt auf der Strecke. Wann endlich kapiert die Regierung in Hannover das und hört auf mit der Bonzenprivilegierung durch Jagd und Försterei? Wann wird der von der Bürgerinitiative Nationalpark Harz vorgeschlagene ‘Erlebnisweg Wildtiere im Nationalpark’ in die Tat umgesetzt? Wie wärs, wenn sich Herr Ahlers auch in dieser Sache mal verdient machen würde? Bei Asse II har es doch auch geklappt.

Chefredakteur Raue von der Braunschweiger Zeitung greift durch: Lokalredakteure bekommen neues Outfit

Oktober 25, 2008

Bekanntlich berichtet die Braunschweiger Zeitung so gut wie überhaupt nicht über die BIBS, das wohltätig aufklärende Wirken dieser Vereinigung Braunschweiger Bürgerinitiativen. Wer hätte ohne diese Bürgerinitiativen geahnt, dass eine quasi illegal errichtete Müllkippe im Stadtgebiet nicht Taormina ist, dass viele Privatisierungsvorhaben des Oberbürgermeisters quasi eine Beraubung der Bürger ihres Eigentums und ihrer Einkünfte sind, dass die Vernichtung eines innerstädtischen Parks einem Anschlag auf die Gesundheit der Stadtbewohner gleichkommt, dass die Nichtbeachtung von Bundesgesetzen im Nationalpark Harz einer Privilegierung jagender Bonzen durch Steuergeld gleichkommt oder das ‘Geschenk’ Quadriga die Stadt laufend riesige Summen zum Erhalt des ‘Geschenks’ kostet (natürlich am Stadtrat vorbei beschlossen) und dem ‘Schenker’ durch die Stadt die Bezahlung und ab dann eine erhebliche Rente auf unbegrenzte Zeit per Schenkungsvertrag zugesichert wird – um nur einige Beispiele zu nennen. Zuletzt, am vorigen Sonntag, hatte die BIBS und die in ihr vertretene Bürgerinitiative  ’Schloßparkfreunde’ mit ihrem Informationsstand wohl die meisten Besucher angezogen, die sich die überschwere Dame hinter vergleichsweise winzigen Rössern ansehen wollten, bevor sie nach oben entschwebten. Hintergrundinformationen wurden von der BIBS erfragt und gegeben. Fazit: Das Geschenk von Borek an die Stadt ist dem Inhalt nach ein Raten-Verkauf mit anschließender Rentenzahlung. Und weil der ‘Schenkungsvertrag’ – von der Stadtverwaltung unter Federführung und unter dem genialen Gestaltungswillen des tollen Juristen Hoffmann, der weiß, was er tut – nicht rückgängig gemacht werden kann, fließt diese Rente ewiglich.

Kein Wort darüber in der Braunschweiger Zeitung. ‘Das darf nicht wieder vorkommen!’ sagte da Herr Raue. Gleich schrieb er daher – nach einigen Tagen Bedenkzeit – auf die erste Seite der heutigen BZ – Ausgabe, wie bürgerfreundlich die BZ nun werden solle. Auch Herr Herrmann wurde erwähnt, der nun nichts Unsinniges mehr über den Nationalpark schreiben will und auch Herr Ahlers darf sich nun endlich auch zu diesem Thema kritisch äußern. Wurde aber auch Zeit. Sogar über die vom Langelsheimer Stadtrat schon genehmigte Müllverbrennungsanlage soll berichtet werden, deren Dioxinabgase auch in Braunschweig runterkommen werden, weil der Schornstein extra deshalb hoch genug gebaut werden soll. (Wenn ich recht informiert bin, will man durch das Errichten einer Müllverbrennung in Langelsheim den Haztourismus wieder in Schwung bringen). Kurzum, alles wird besser – jedenfalls so weit es die Berichterstattung betrifft.

Aber wie? Seine Ziele erreicht  Herr Rau ganz einfach. Er hat die Anweisung gegeben, dass die Journalisten der BZ während der Dienstzeit künftig keine Bohnen mehr in die Ohren stecken dürfen und keine Kartoffeln in ihre Augenhöhlen. Daran waren die Meyers und Zauners bisher so gut zu erkennen – damit ist es jetzt vorbei – irgendwie auch schade.

Wenn der kleine Braunschweiger Moritz zur Deutschen Bahn geht…….

Oktober 25, 2008

Wenn der kleine Braunschweiger Moritz zur Bahn geht, dann kann er die Buchstaben DB entdecken. Die stehen überall dran und sind die Abkürzung für?…. ja richtig. Das gefällt aber Herrn Mehdorn nicht und auch nicht Frau Merkel. Lieber wäre es ihnen, wenn an der deutschen Bahn dranstände CB oder IB oder DB, was dann aber nicht Deutsche Bahn sondern Dubai – Bahn heißen soll. Denn die Deutsche Bahn, das Eigentum des deutschen Bürgers, soll verkauft werden und zwar an jemand, der das auch bezahlen kann, weil er viel Geld rumliegen hat. Und weil Frau Merkel weiß, dass die Inder und die Chinesen und auch die Scheichs in Dubai in ihren Staatsfonds soviel Geld rumliegen haben, werden jetzt Verkäufer losgeschickt, die die Deutsche Bahn im Ausland verkaufen sollen, damit Herr Mehdorn mehr Gehalt kriegen kann und Frau Merkel ihrem Privatisierungshobby frönen und damit die Buchstaben DB nun umgeändert werden können in Chinesische Bahn oder in Indische Bahn oder in Dubai Bahn. Auch privatisiert soll die Deutsche Bahn nämlich unbedingt Staatsbahn bleiben.

Denn was jetzt noch dem deutschen Staat gehört, gehört nach dem Verkauf und der Bezahlung durch einen ausländischen Staatsfond dem ausländischen Staat. Das will natürlich Herr Sarkozy nicht, jedenfalls soll sowas nicht in Frankreich passieren. Für Deutschland ist es ihm egal und deshalb klopfen deutsche und nicht französische Bahnverkäufer in Indien, in China und in Dubai an die Tür, damit diese Länder Deutschland die Bahn abkaufen. Das ist dann aber was anderes und viel günstiger, als wenn die Bahn weiter die Deutsche Bahn ist. Denn jeder weiß: Privatisierung, auch wenn Staaten an andere Staaten was verkaufen, ist besser als dass öffentliches Eigentum der Öffentlichkeit des Landes gehört, in dem es sich gerade befindet. Irgendwie ist da Braunschweig sowieso Privatisierungs- Vorreiter und sogar Geschenke an die Stadt werden von der Stadt dem Schenker – in diesem Fall Herr Borek mit seiner Bronce – endlos lange bezahlt, damit der eine gute Verzinsung bekommt und er und seine Nachkommen auf jeden Fall mehr von der Stadt zurückbekommen als ihn die Quadriga gekostet hat. Da können Frau Merkel und Herr Mehdorn noch was von Herrn Borek und seinen Kumpeln im Stadtrat und in der Stadtverwaltung lernen. Deshalb könnte man zum Beispiel den Chinesen, wenn sie die Deutsche Bahn kaufen, anbieten, dass man aus Dankbarkeit jährlich 50 Prozent der Einnahmen aus dem Verkauf den Chinesen schenkt – so etwa wäre das Braunschweiger Modell dialektisch einwandfrei im großen Stil einzusetzen.