Aber warum? Weil Asse II zwar ’standsicher bis 2020′ zu sein scheint, was einmal mehr die Helmholtz-Verantwortlichen und alle, die nach Bergrecht schnell fluten wollten, noch nachträglich einmal mehr als unverbesserliche Umweltlügner und -verderber entlarvt; weil aber Herr Umweltminister Gabriel nun nicht etwa alles daran setzt, das Gift herauszuholen und sicherer zu lagern, sondern weil er die Zeit damit verbrauchen will, ‘Rückholoptionen zu klären’ – fasel fasel. Frau Schavan läßt grüßen.
Archiv für Januar 2009
Gabriel, Gabriel – mir graut vor dir…..
Januar 30, 2009Vermögensberatung in heutiger Zeit
Januar 30, 2009Was ist zu tun, um das eigene Vermögen aufzubessern? Sicher, die Liste der Möglichkeiten ist lang. Man könnte zum Beispiel eine Landes-Bank bitten oder nötigen, sich für einen Teil ihres Gebietes anders zu nennen, etwa Sparkasse und sich dann in deren Vorstand wählen lassen. Das geht aber nur, wenn man Oberbürgermeister und in der CDU ist – kommt also nicht für jeden in Frage.
Realistischer ist es schon, selbst eine Bank zu gründen, dann das Geld aller Einleger mittels Wetten auf Derivate oder Ankauf von Schrott Hypotheken zu verspielen (im Gewinnfall – also falls einer so blöde ist, Ihnen diese Hypotheken für mehr Geld wiederabzukaufen – als Prämie einzunehmen) und sich in der Zwischenzeit als Hauptaktionär oder Geschäftsführer so viel Dividende oder Gehalt zu zahlen, dass man ausgesorgt hat. Als Leistungsträger gilt man dann auch noch, weil man dann zu denen gehört, die besonders viel Steuern zahlen. Aber nur wenn alles über die Bücher läuft. Trotzdem könnten Sie jederzeit in die FDP eintreten.
Sie können aber auch eine kleinere Firma erben oder gründen. Dann nehmen sie alles Geld, das Sie haben oder sich borgen können und kaufen damit eine sehr sehr große Firma. Selbstverständlich sind Sie dann aber pleite – THEORETISCH! Praktisch aber gehen Sie zu Herrn Wulff, dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten, der zwar selbst kein Geld hat aber über das Geld von Steuerzahlern verfügt. Der gibt Ihnen dann die benötigte Summe und dann haben Sie wieder genügend Bargeld, jedenfalls mehr als vorher. Darüber hinaus auch noch ihre eigene kleine Firma und dazu noch die große neue. Die können Sie dann pleite gehen lassen und die Grundstücke und Liegenschaften verkaufen. Einstreichen können Sie aber sofort auch das noch vorhandene Bargeld. Im Pleitefall nicht vergessen: verkaufen Sie die vorhandenen auf Halde produzierten Produkte. Achten Sie aber besonders auf die Sicherstellung der vorhandenen Barmittel. Allein an diesen ist so mancher reich geworden, als er für eine Mark damals DDR-Firmen gekauft hat. Wie das mit den Grundstücken geht, fragen Sie am besten Herrn Albrecht, den ehemaligen Ministerpräsidenten oder – wenn er das mittlerweile vergessen hat – seine Tochter, der er das damals erzählt haben wird.
So viel für heute über die aktuellen Möglichkeiten, sich Geld, das Ihnen zunächst überhaupt nicht gehört, privat anzueignen.
Mehr Naturbildung durch die Braunschweiger Heimatzeitung
Januar 30, 2009Nichts gegen die Reproduktion von Bildern, die hoffentlich bald im Anton-Ulrich-Museum aushängen werden. Aber was wollen die uns sagen? Das wiederum weiß die Braunschweiger Zeitung am besten. Erst gestern wurde deutlich, dass man auf einem einzigen Bild bis zu 50 Tierarten unterbringen kann, wenn man als Maler dafür bezahlt wird und den Goldenen Schnitt beachtet. Aber was ist das? Ein dort abgebildeter Luchs, erkennbar an seinen Pinselohren, entfaltet beim BZ-Kultur-Radakteur gehirnorganische Prozesse, die dazu führen, dass er statt dessen einen Mops erkennt, der dann wahre Bildungskaskaden in Gang setzt: Der Mops als Schoßhund des Adels im 17./18. Jahrhundert, nicht aber als chinesisches Nahrungsmittel – was ist da im Gehirn von Herrn Jasper passiert (doch nicht etwa der Enkel DES…?)? So oder so – ganz schön gebildet.
Arbeitslos? Wie bewerbe ich mich richtig?
Januar 27, 2009Nehmen wir an, Sie suchen eine neue Stellung, zum Beispiel bei der Braunschweiger Zeitung. Wie man sieht, wenn man den Artikel von Jörg Fieme vom 24.1.09 mit dem Titel ‘Mehrheit für neue Gesamtschule in Volkmarode’ betrachtet, hat er bei seiner Bewerbung alles richtig gemacht. Jetzt ist er auf dem besten Weg in die Fußstapfen der berühmten Lokalredakteure Meyer und Zauner zu treten. Aber was war bei der Bewerbung, was ist jetzt sein Erfolgsgeheimnis?
Zunächst einmal ist es wichtig, bereits im Lebenslauf, der zu jeder Bewerbung unbedingt gehört, ganz klar mitzuteilen, dass man die Kunst des Zählens beherrscht. Erforderlich ist, glaubhaft zu machen: diese Kunst beherrsche ich perfekt und zwar bis drei. Mehr wäre im Falle einer Bewerbung bei der BZ schon fatal, weil man damit zugleich zum Ausdruck bringen würde: Ich bin für eine Berichterstattung, bei der es auf Lügen durch Weglassen wichtiger Informationen ankommt, ungeeignet. So jemand hätte von vornherein keine Chance, als Lokalredakteur eingestellt zu werden. In diesem Fall ist also natürliche Bescheidenheit, ein bewußtes Zurücknehmen der eigenen Fähigkeiten (oder ihr tatsächliches Fehlen), durchaus erfolgversprechend.
Beachtet man diesen Hinweis, berücksichtigt der Arbeitgeber den Bewerber. Zum Beispiel die Braunschweiger Zeitung bzw. die WAZ, muß später nicht enttäuscht sein, wenn sie einen solchen Bewerber einstellt. Seine Kunst konnte Herr Fiene eindrucksvoll unter Beweis stellen, nachdem er in der letzten Woche an der Sitzung des Schulausschusses teilgenommen hatte und am Sonnabend seinen IGS – Bericht in der BZ veröffentlichen durfte. Ungeeignete Bewerber hätten in diesem Fall geschrieben, dass ALLE 16 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder des Schulausschusses parteiübergreifend, an der Sache orientiert, einstimmig für den IGS – Standort Volkmarode gestimmt hätten, also nicht nur CDU ( 5 Stimmen), FDP (1) und Grüne (1), sondern auch die drei SPDler, die BIBS, die beiden Schülervertreter, die des Elternrates und der anwesende Lehrervertreter. Hätte man aber die Letztgenannten mit erwähnt und nicht nur die ersten drei, hätte der schlimme Eindruck entstehen können, Herr Fiene könne weiter als bis drei zählen – und daher erwähnte er eben nur CDU, FDP und Grüne. Die in der von ihm beobachteten Situation lauernde Gefahr hatte er rechtzeitig erkannt, wie sein Artikel zeigt.
Raffiniert wußte er zugleich seinem Arbeitgeber zu gefallen, weil seine kluge Beschränktheit implizit deutlich machte, dass er durch Verschweigen zu lügen weiß – eine besonders wichtige Fähigkeit, um zunächst einmal eine Anstellung zu bekommen und sie dann aber auch zu behalten. Ganz nebenbei setzt Herr Fieme seinem kleinen Artikel ein weiteres Glanzlicht auf, indem er er aus einem – klug nicht erwähnten – ‘einstimmig’ ein ‘mehrheitlich’ macht. Denn politisch korrekte Information, die korrekte Nennung politischer Begrifflichkeiten wäre nicht nur für Leser der BZ belastend sondern ließe einen Lokalredakteur in einem unerwünschten Glanz erscheinen, der ganz dicht an besserwisserischer Überheblichkeit angesiedelt ist.
Aus all diesem kann ein Bewerber lernen, was er alles richtig machen muß, wenn er sich zum Beispiel bei der Braunschweiger Zeitung als Lokalredakteur bewirbt.
Braunschweiger Zeitung: Bundeskanzlerin und Oberbürgermeister beim Meinungsaustausch anläßlich des Treffens der CDU/CSU – Oberbürgermeister in Berlin
Januar 24, 2009M: Sie sind tatsächlich…
OB: Ja, ich bins persönlich, konnte mich knapp frei machen…
M: Danke, dass Sie kommen konnten. Sie wissen ja, dass ich dringend guten Rat brauche… Weltwirtschaftskrise, notleidende Banken, Inflation und andere Katastrophen, da wären Sie doch genau der Richtige, wurde mir gesagt …. was würden Sie an meiner Stelle….???
OB: Sehen Sie, ich will gar nicht lange um den heißen Brei herumreden. Als ich in meine Stadt kam, hatte sie jede Menge Vermögen, hatten die Bürger alles komplett bezahlt. Wir von der CDU haben doch alle dasselbe Ziel – wie befreien wir den Bürger, jedenfalls die meisten, von der Last der Vermögensverwaltung und sorgen dafür, dass die Zahlen dem Mann von der Straße…
M: …aber auch der Frau…
OB: Ganz recht. Also Mann und Frau
M: Frau und Mann….!
OB: Selbstverständlich. Sie sollen jedenfalls ihre Angst verlieren, vor allem die um ihr Vermögen…..
M: Natürlich. Wir haben das Problem minimiert. Deshalb haben wir ja auch dafür gesorgt, dass nur ein Prozent der deutschen Bevölkerung 25 Prozent des gesamten Vermögens besitzt bzw. 25% der Vermögenden 61 Prozent des Gesamtvermögens. Gewiss – wir hätten gerne noch mehr zur Entlastung der Bürger…
OB: Sehen Sie – da sind wir auf kommunaler Ebene doch Vorreiter. Ich selbst kenne doch die Sorgen, die man hat, wenn man zu inkompetent und unfähig ist, das Vermögen der Bürger als Verwaltungschef so zu verwalten, dass es Profite erbringt. Oder die Vermögenswerte, die einem anvertraut sind, so zu erhalten, dass zum Beispiel in Schulen überhaupt Unterricht erteilt werden kann…..
M: Wie sind Sie aus der Klemme…?
OB: PRIVATISIEREN ist das Stichwort, alles so verschleudern, dass Private – ich spreche hier von Weltkonzernen, die mich in dieser Hinsicht betreut haben und mich auch als Mensch, der seine Bedürfnisse nach Anerkennung – und da meine ich nicht nur ein einfaches Schulterklopfen….
M: Egal. Eigentlich olle Kamellen! Aber warum bezeichnen Sie sich als inkompetent? Die Schulen haben sie doch verkommen lassen, ich habe zufällig den Artikel in der Zeit über die Wilhelm-Bracke-Schule in Braunschweig gelesen. Nur weil Sie Bürger um ihr Vermögen gebracht haben bzw. ihnen die Verwaltung ihre Vermögens erspart haben? Die Stadt hat doch sogar auch Geld bekommen….
OB (in der Defensive): Das muß ich zugeben, aber es war vereinbarungsgemäß sehr wenig und ist natürlich schon weg und ich bin jetzt dabei, auch das restliche Eigentum der Stadt zu verscherbeln, Braunschweiger Modell….
M : Sie imponieren mir nicht im Geringsten, mein lieber Herr. Dieses Kleinkarierte ist mir zutiefst zuwider. Wahrscheinlich geht es doch sowieso nur um einige hundert Millionen, um die Sie ihre Bürger geschädigt….
OB: …aber so wenig ist das doch gar nicht…..
M: Lächerlich. Und außerdem können Sie sich hier winden wie Sie wollen. Ja, Sie bestreiten doch noch nicht einmal, dass Sie für Ihre Stadtwerke oder was Sie sonst an Profitablem verramscht haben, Geld, einen Kaufpreis bekommen haben…
OB (zerknirscht): Ja, aber sehr wenig! Außerdem habe ich für Verträge gesorgt, für Schulden, die noch Generationen von Bürgern abbezahlen müssen – wir haben forfaitiert….!
M: Papperlapapp! Das Vermögen bzw. das Steuergeld, das WIR hier in Berlin den Bürgern unseres Landes als Steuergeld abgeknöpft haben, das haben wir gegen nahezu völlig wertlose Papierstückchen – sogenannte Aktien – hergegeben. Commerzbank! Bargeld gegen Altpapier! Und zwar MILLIARDEN, nicht lächerliche Millionen. Die Sie dazu noch nicht einmal den Konzernen hinterhergeworfen haben, sondern – im Gegenteil – von denen bekommen… Sie als CDU Bürgermeister sollten wissen….
OB (trotzig): Aber die schlechtesten Verträge der Welt habe ich gemacht, die dem Bürger nichts als Nachteile bringen, wenn ich nur an den Vertrag mit unserer Straßenbeleuchtung denke ….
M (ungeduldig): Nun machen Sie aber mit Ihrem Pippigequatsche Schluß. Schlechtere Bedingungen als unsere beim Weggeben von Geld an Zockerbanken – solche, die nun wirklich jede Einflußnahme, jede Rückzahlwahrscheinlichkeit ausschließen, können Sie gar festgelegt haben. Und im übrigen sage ich Ihnen eins. Damit wir auch weiter an der Spitze bleiben und den Bürger maximal ausräubern können, gründen wir sogar noch extra eine Bank – auf Neudeutsch: Badbank (kichert). Mit der kaufen wir den bestehenden Banken weiteres völlig wertloses Papier ab, steht zum Beispiel US-Hypotheken drauf, und geben den Bankern noch mehr Milliarden dafür, die der Bundesbürger garantiert nicht wiedersieht.
OB (zweifelnd): Aber so viel Steuergeld haben sie doch gar nicht….
M (kurz angebunden): Haben dafür schon neue Gelddruckmaschinen gekauft.
OB : Ich bin selbst bei einer Landesbank (M guckt verächtlich), habe da extra einen Posten für mich geschaffen! Ich werde den Gedanken aufgreifen und vorschlagen, auch Geld zu drucken, danke für den Hinweis….
M: Nur weil Sie einige lumpige hundert Millionen Euro verbraten haben, dürfen Sie noch lange kein Geld drucken – schon der Versuch ist strafbar!! Das darf man erst, wenn man Milliarden verschleudert hat, guter Mann! Sie Audienz ist zuende!!!
OB: Wirklich? Schade ( geht geknickt zu Herrn Meyer, ja, der mit der Arschlochbemerkung). Meyer, darüber aber kein Wort!
Aber der hatte sowieso nicht alles mitbekommen, wie man dem Artikel ansieht, weil er aus seiner Obrigkeitsstarre noch nicht wieder herausgefunden hatte.
Schavan: Ich bin mit meinem Kollegen Gabriel einer Meinung, dass Asse II geflutet werden soll
Januar 22, 2009Widerspricht Gabriel? Nein – nicht einer Dame! Dafür läßt er so lange prüfen, bis Asse II von ganz allein absäuft. Und sofortiges Rausholen dann leider nicht mehr geht.
Solche SPD – Minister werden natürlich sofort wiedergewählt. Geschickt der Mann aus Goslar!
Gabriel abschließend: Von mir ernsthaft zu erwarten, dass ich mich für die Umwelt einsetze, ist doch wirklich unverschämt. Es ist doch wohl bekann, dass ich mich als Goslarer dafür einsetze, dass die OBERIRDISCHE Umwelt um Goslar herum, im Landschafts- und Wasserschutzgebiet durch Ausweisung als Baugebiet verschandelt wird, dass das Bundesnaturschutzgesetz im Nationalpark keine Berücksichtigung findet, ich könnte noch ewig solche Beispiele anführen, Müllverbrennung in Langelsheim, ach was…und ich soll was tun gegen die atomare Verseuchung des Tiefengrundwassers unter der Asse? Und das Zeug rausholen lassen?? Sofort???? Obwohl das doch alles UNTERIRDISCH ist? Ja was glauben Sie denn……
Gegen einen so guten Rhetoriker gibt es eben kein Kraut. Nur den Wahlzettel.
IGS, Ahlers und Frieder Schöbel
Januar 22, 2009Wenn Dr. Ahlers kommentiert, dann kann schon mal was durcheinander gehen (BZ 20.1.2009). Warum ist denn das Bildungssystem marode? Weil zu wenig Geld dafür ausgegeben wird. Natürlich schwingt sich niemand zu ’ungeahnte Bildungshöhen’ auf, weil an seiner Schule IGS dransteht. Sondern weil es – wenn es gut läuft – mehr Lehrer pro Schüler zur Verfügung stehen und das auch noch länger. Nur durch intensivere Betreuung kann ein Schüler sein subjektiv erreichbares Leistungs- und Erkenntnismaximum erreichen.
Deshalb ist es auch ein böser Zynismus, wenn die Landesregierung unter Wulff zwar IGSsen jetzt zulassen will, sie aber nicht so ausstatten, wie es bei den bisherigen Erfolgsmodellen (Ahlers: Habe noch nie was vom Franckschen Feld gehört – wohne doch in Hannover!) der Fall ist. Oder die sinkende Schülerzahl ‘Berücksichtigung’ mittels Lehrer- Minderneueinstellung finden soll. Schon vergessen? Unterrichtsausfall wegen Lehrermangel und Schüler gehen für mehr Unterricht auf die Straße! Und wenn Eltern sich ungeahnt mehrheitlich für eine weitere IGS aussprechen, dann vor allem, weil sie sich für ihre Kinder bessere Schulbildung und damit bessere Lebenschancen versprechen.
Aber was ist das schon? Da gibt der Steuerzahler sein Geld doch lieber her, damit der Staat es dann gleich an die pleiten Banken weiterreicht und die so weitermachen können, wie bisher. Und wenn die paar hundert Millionen, die im Nationalpark Harz sinnlos und dem Bundesnaturschutzgesetz widersprechend verbraten werden nicht solche Lappalien wären angesichts der Milliardenzockerei unserer Freunde in Politik und Finanzwelt – ja dann könnte man auch dieses Beispiel dafür anführen, wie die Landesregierung mit den Interessen der Bürger herumaast. Da macht Ahlers dann lieber – seit Jahren – wider besseres Wissen – einen erheblichen Bogen drum rum.
Bildungsniveau in der Zeitung – gestern und heute
Januar 18, 2009Im Laufe der Jahrhunderte hat sich das Bildungsniveau der braunschweiger Journalisten stark verändert. Das steht zumindest außer Frage, wenn man die Kompetenzen vergleicht, die damals, zu Avisas Zeiten, zum Beschriften von Papier erforderlich waren – mit denen, die heute üblich sind.
Nehmen wir ein Beispiel. So steht auf Seite drei vom ersten Avisa-Blättchen, dass sich die Schuldner melden sollen, die dem gefangen genommenen Herrn Hanitza noch Geld schulden. Sonst würden sie bestraft. Man darf vermuten, dass Herr Hanitza seine Raten für seinen Bausparvertrag (?) nicht bezahlt hatte und er so lange gefangen genommen werden sollte, bis er alles beglichen hat und seine Schuldner zu diesem Zweck nun ihrerseits ihre Schulden bei Herrn Hanitza, ihrem Gläubiger, bezahlen sollten, damit der nicht länger der Schuldner von irgendwem anders (Bausparkasse?) bliebe.
Damals jedenfalls, vor vierhundert Jahren, wußte auch der größte Blödkopf, was ein Schuldner ist und was ein Gläubiger. Dieses Wissen ist im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen und das sieht man besonders, wenn man liest, was die Fachjournalisten der Braunschweiger Zeitung über die kleine Meldung, Herrn Hanitza betreffend, verfassen (BZ, Avisa, Ein Extra-Blatt der BZ, Seite 3, unten).
Wenn MP Wulff redet kommt Hoffmann nicht aus dem Lachen heraus (s. Foto BZ v. 17.1.09, S. 22)
Januar 18, 2009Natürlich muß Herr Wulff seine Reden nicht selbst schreiben und nicht alles, was er dann dann sagt ist falsch. Das heißt aber noch lange nicht, dass er seinen Verstand abgeben muß, bevor er in Braunschweig spricht. Glaubt dieser Mann wirklich, dass die (durch das Land ermöglichte) Abgabe eines innerstädtischen Parks an ECE mit allen negativen Folgen für Umwelt, Geschäftswelt und Ansehen der Stadt (siehe bundesweite Fassaden-Lachnummer) oder die Schaffung eines neuen Postens für den OB bei der Nord-LB etwas ist, das man unter ‘Erfolg für Braunschweig“ verbuchen könnte? Dass die Vernichtung eines Waldes in Waggum ohne jede wirtschaftliche, ohne jede forschungsorientierte Notwendigkeit, unter Mißachtung jeglichen sinnvollen Umweltverhaltens (auch wenn man die bei Wulff schon häufig festgestellte Umwelttaubheit bedenkt), dass die Mißachtung des Willens einer erheblichen Zahl von Bürgern, die sich für ihren Wald einsetzen (s. entsprechende Bügerinitiativen) etwas ist, was man in einer Lobrede unterbringen sollte? Was angeblich Braunschweig zur Ehre gereicht?
Wie gesagt, das zu glauben ist eigentlich nur dann möglich, man wenn man sich vor Entblödung nicht scheut. Oder wenn man ein Zyniler erster Güte ist (was wir Wulfi aber nicht zutrauen). Oder sollte das ausdrückliche Verschweigen der ‘Privatisierungen in Braunschweigl’ ein kritischer Hinweis sein, der sozusagen als Wiedergutmachung alle anderen unsinnigen Aussagen notwendig macht? Nein, auch zu subtil. Aber, falls das sein Redenschreiber so gemeint haben sollte: Weder Meyer noch Hoffmann haben das so verstanden – und sonst auch keiner.
Asse II und kein Leerstand – Gabriel und BZ im gewohnten Fahrwasse
Januar 16, 2009Wie entscheidend für die Qualität einer Zeitung einzelne Journalisten sein können, zeigt die lichtblickartige Berichterstattung von Dr. Ahlers über Asse II. Natürlich war klar, dass Herr Gabriel nach den vielen Proben seiner umweltschützerischen Minderqualifikation (siehe u.a. Nationalpark Harz und die Nichtanwendung ’seines’ Bundesnaturschutzgesetzes in diesem Gebiet, seiner Heimat) so weiter macht, wie bisher. Wenn er die Fachleute aus dem Bundesumweltministerium anweist zu sagen, die Sache sei ‘undramatisch’. Anstatt den Atommüll möglichst schnell zu bergen und nicht erst abzuwarten, bis die Kavernen zusammengebrochen sind und alles unrettbar unter Wasser steht und die sich anbahnende Katastrophe stattgefunden hat. Eben genau das passiert, was das Bundesamt für Strahlenschutz aktuell befürchtet. In Asse II wäre sofortige Räumung und baldigster Leerstand mehr als wünschenswert.
Was Gabriel für die Umwelt, ist die Braunschweiger Zeitung für die Nicht-1A-Lagen der braunschweiger Geschäftswelt. Mit großem Getöse und in dialektischer Weise das Gegenteil desssen praktizierend, was Hombach gerade angemahnt hat, wird betont, es werde in den 1A-Lagen keine Leerstände geben. Das hat aber auch angesichts der durch ECE mittels Hoffmann und CDU und FDP und BZ-Propaganda geschaffenen Verkaufsflächenüberangebots niemand behauptet. Über die Klinge springen ‘nur’ alle, die sich 1A-Lagen nicht leisten können oder die sowieso nicht ihrer teilhaftig sind bzw. waren – siehe zum Beispiel Reinicke und Richau – Bohlweg, etwas abseits, Pech gehabt. Grobe Überschrift: Lügen durch Verschweigen. Die BZ beherrscht alle Techniken der Desinformation.