Archiv für Februar 2009

Abgewrackt

Februar 27, 2009

Auch wer früher einen heißen Draht zur Braunschweiger Zeitung hatte, muß nicht glauben: Das bleibt immer so! Zum Beispiel Herr Langerfeld. Ist das ein schöner Anblick, wenn ausgerechnet eine Straßenbahn abgewrackt wird, auf der der Schriftzug des eigenen Unternehmens –  traditionsreich, gut und hoffentlich dauerhaft – so deutlich prangt? Nein, denn im nächsten Moment beißen sich die Greiferzangen in den Namenszug des Unternehmens, das doch für weiches Kuscheltum steht, bis hin zur Befürwortung von ECE und Schloßpark abhacken – jedenfalls eine  allerdings entscheidende Zeit lang – in der IHK. Jetzt haben wir den Salat – abgewrackt.

Gabriel, der Druckfehlerteufel und die Lichterkette

Februar 26, 2009

Trotz Sturm und Regen leuchtete heute ab 19 Uhr eine Lichterkette auf, zwischen Schacht Konrad und Braunschweig und Asse II. Um die 15 bis 20000 Menschen hielten ihre Fackeln und Lichtlein in den  stürmischen Wind und machten so deutlich:  Wir wollen hier keine Abfälle der Atomwirtschaft, weder in Asse II noch im Schacht Konrad. Und zugleich: Wir wollen uns und unsere Nachkommen vor den Gefahren der atomaren Nutzung schützen.

Und dieser Schutz ist nie gewährleistet worden. Nicht von den Konzernen, die auf Kosten der Allgemeinheit die unberechenbaren Abfälle erstmal verschwinden lassen wollen, Hauptsache die Profite stimmen; und schon gar nicht von den maßgeblichen Politikern. Fangen wir mit einem besonders unmaßgeblichen an, nämlich den Oberbürgermeister Hoffmann aus Braunschweig. Was er tun konnte, um die Verseuchung unserer Region sicherzustellen, hat er getan, indem er Braunschweig  aus dem Klageverbund gegen Konrad verabschiedet hat. Nun hätte er natürlich auch diese Lichterkette durchaus behindern können. Aber ist er Schweinchen Schlau? Nein, dazu langt es nicht. Umweltminister Gabriel aber hat es  zumindest versucht. Blicken wir auf die Anzeige, die er heute auf Kosten von euch, liebe SPD-Mitglieder, in der BZ geschaltet hat.

Anstatt wahrheitsgemäß zum Ausdruck zu bringen, dass er bezüglich der Gefahren der Atomindustrie und ihrer menschenverachtenden Profitsucht leider schon immer versagt habe, auch und besonders als Ministerpäsident des Landes Niedersachsen und erst recht als Bundesumweltminister, wie aus den Äußerungen von Frau Schavan hervorgehe, ihm also nicht nur der Schutz der Natur, etwa der Nationalparknatur, im allgemeinen sondern besonders die atomare Verseuchung derselben schon immer völlig egal gewesen sei und er mit aller Macht das Herausholen des Atommülls aus Asse II hinhaltend verhindere (Wir prüfen die Herausholbarkeit so lange bis Asse abgesoffen ist…) – anstatt also sich so zu äußern und so einen Punkt für Ehrlichkeit einzusammeln, wegen der anstehenden Wahlen - hat er, Druckfehlerteufel ausgeschlossen, in besagter Anzeige den Eindruck zu erwecken versucht, er würde den ‘unverantwortlichen Umgang mit Atommüll’ mißbilligen und habe auch schon in seiner ‘Zeit als Regierungsverantwortlicher’ , nämlich als Ministerpräsident von Niedersachsen, dergleichen zum Ausdruck gebracht, ja, wenn man genau hinsehe, nämlich zwischen die Zeilen, sei er selbst sozusagen der Initiator der Lichterkette und wäre gerne selbst ein Licht, was aber leider wegen dienstlicher Verpflichtungen nicht möglich sei.

Hat er wirklich geglaubt, dass  sich durch solche Ammenmärchen irgendjemand von der Teilnahme an der Lichterkette abhalten ließe, nur weil Gabriel jetzt so tut, als sei er auch für Umwelt- und Lebensschutz und mit einem Lügenbold wolle man sich nicht gemein machen? Nein das klappte nicht, konnte jeder sehen. 

Etwas anderes, auf regionaler Ebene,  wäre es natürlich gewesen, wenn Herr Hoffmann bekundet hätte, er sei schon immer gegen das Atomklo Braunschweiger Land gewesen. Das hätte ganz gewiss – so Mathias W. – doch schon so manchen Teilnehmer an der Lichterkette bereits im Vorfeld abgeschreckt. Nach dem Motto: Wenn Hoffmann gegen den Atomklogedanken ist, dann kann es – nach aller Erfahrung mit seinen Projekten – nicht falsch sein dafür zu sein. Zumindest bei den Braunschweigern, die an der Lichterkette teilgenommen haben, hätte das klappen können. Aber: Dazu müßte er erst mal Schweinchen Schlau sein.

Braunschweiger Zeitung immer mehr ein Nazi-Blatt?

Februar 25, 2009

An sich hatte man gedacht, dass der elende Bericht über einen Nazigeneral, der 1945 bis zum Schluss  Tausende, wenn nicht Hunderttausende durch sein feiges Mitmachen im Führerbunker in den Tod gehetzt hatte, eine traurige Krönung der Braunschweiger Zeitung Nazi-Mentalität gewesen wäre. Ein Schuß aus seiner Pistole, hätte Hitler beseitigen können und unendlich viele Menschen wären nicht mehr zu Tode gekommen und oder zu Krüppeln geworden. Kein Wort davon. Die Überschrift der Braunschweiger Zeitung damals sinngemäß: In Treue fest  bis in den Tod. Der ‘treue General’ kam aus Wolfenbüttel und das Ganze wurde kaschiert als Nachrichten über Menschen aus der Region und wurde unterstützt von Verwandten diese Mannes, die wohl lieber geschwiegen hätten angesichts des völligen Versagens ihres Opas..

Jüngst kam Lauterbacher an die Reihe.  Tragisch, tragisch, dieser Mann. Mußte nach seiner Nazi-Karriere schwitzen in Arabien, weil es so warm ist dort. Und er ist auch Speichellecker eines Diktators in Afrika gewesen, auch warm, auch schlimm. Da war Deutschland dann schon angenehmer. Schade nur, dass es die Enkel der jungen Leute nicht gibt, die dieser Mann geistig vorbereitet hatte, im Granatenhagel des Nazikrieges zu verrecken. Das könnten heute Abonnenten der BZ sein.

So, lieber Herr Raue. Jetzt nehmen Sie am besten sofort Ihren Rosenkranz zur Hand und beten tüchtig. Sicher wird Ihnen der liebe Gott die erneute Naziberichterstattung vergeben. Und werfen Sie den Radakteur nicht raus, der den Leserbrief von Herrn Benno Röhrs reingenommen hat.  Aber sind Sie nicht traurig. Immerhin gibt es ja noch viele viele andere Felder, über die Sie dann die Meyers und Zauners affirmieren lassen können – abzureißende Rathäuser, tolle Schlösser, wunderbare Fassaden,  innerstädtische Müllkippen, erstklassige Bürgerberaubungsverträge, Freikorps als Ursachen für Demokratie; oder auch raffiniert über geheime  Schuldenberge und kaputte Schulen zu  schweigen ist hohe Journalistenkunst. Ihnen wird schon einfallen, wie Sie dazu beitragen können, sich und Braunschweig der Lächerlichkeit preiszugeben. Da haben Sie Nazidevotion doch gar nicht nötig!

Braunschweiger Ratswichteldelegation im Kölner Karneval unerwünscht

Februar 24, 2009
Wichtel in Köln

Wichtel in Köln

Eigentlich sollte es ein fröhlicher Tag werden. Die besonders beflissenen Ratswichtel von CDU und FDP, die den Rathausabriß am letzten Dienstag vorangetrieben hatten, wurden vom Oberbürgermeister nach Köln geschickt, um  am närrischen Treiben teilzunehmen und Braunschweigs Narretei  in Persona zu vertreten. Als man in Köln aber erfuhr, dass die Ratswichtel aus Braunschweig kamen, mußten sie noch auf der Domplatte umkehren und mit dem nächsten Zug Köln verlassen. Das Argument: Die Kölner Heinzelmännchen seien immer  nützlich für die Allgemeinheit und die Bürger gewesen. Nie wäre es ihnen  in den Sinn gekommen, das Kölner Rathaus abzureißen, Geld zu verschwenden,   Verträge zu Gunsten von ‘Investoren’ und zum Nachteil der Bürger abzuschließen, innerstädtische Parks zu vernichten, Stadtwald abzuhacken, potemkinsche Fassadenlandschaften zu errichten, die Instandhaltung von Schulen zu verhindern, den Kindern der Stadt damit Lebens-Chancen zu rauben und   heimliche Kredite aufzubauen, an denen noch die Urenkel abzuzahlen hätten und sie so zu verschweigen und vor der Öffentlichkeitm auf eine Weise zu verstecken dass – wenn die Stadt ein Unternehmen wäre – der Geschäftführer wegen Bilanzbetruges ins Gefängnis müßte. Kurzum: die Kölner Heinzelmännchen seien hochanständige, uneigennützige und auch intelligente Wichte gewesen, deren Ansehen durch die Anwesenheit der Braunschweiger Ratswichtel nicht in den Schmutz gezogen werden dürfte. Auch sei es besonders dreist und ignorant, aus einem Stadtrat nach Köln anzureisen, dessen Oberbürgermeister während seiner Dienstausübung gelegentlich zu unkontrollierten ‘Helau’-Rufen neige anstatt, wie es sich gehöre , ‘ALAAF’ ‘  zu intonieren.

Kurz vor ihrer vorzeitigen Rückreise kam es zu einem kleinen Disput auf der Treppe vom Dom zum Hauptbahnhof, wo das Foto entstanden ist. Der ganz links stehende

Ratswichtel (Sehrt?): Unsere hohen Dienstmützen erwecken doch überall – auch bei mir zu Hause – den Eindruck, ich hätte ein großes Gehirn… 

Ratswichtel ganz rechts (Professor Dr. Klages??): Gequältes Lachen.

Der zweite Ratswichtel von rechts (Kreßner?): Ohne den Rathausabriß hätten wir vielleicht hierbleiben dürfen…dabei hatte ich doch vorher gesagt, die FDP wird sich für eine wirtschaftliche Lösung entscheiden….

Zweiter Ratswichtel von links (Brandes?): Lügen haben kurze Beine! Wenn man schon lügt, muß man das schon geschickter machen, sonst gibts Blattschuß….

Nachfogend unverständliches Gemurmel. Dann  aus der Personengruppe rechts die energische Aufforderung, nun endlich Köln zu verlassen. Hier sei man zwar fröhlich und närrisch, auch gebe es den Kölner Klüngel, aber was in Braunschweig passiere, sei derart bürgerfeindlich, dass jeder, der das mittrage, in Köln unerwünscht sei, besonders wenn er wichtelmäßig eine Schleimspur irrationaler Beflissenheit hinter sich herziehe.

Wie ich selbst beobachten konnte, haben sich sogar die Wasserspeier am Dom die Augen so lange zugehalten,  bis die Braunschweiger Ratswichtel wieder im Bahnhof verschwunden waren.

Braunschweiger Fragen – was weiß der Rat?

Februar 19, 2009

Wußte der Käufer des Posthochhauses etwas über den künftigen Bedarf an Bürofläche in Braunschweig?

Wußte er schon, dass die Stadt Büroflächenbedarf schaffen würde?

Konnte er aufgrund seiner Kontakte sicher sein, dass maßgebliche Politiker in Braunschweig die CDU- und FDP-Fraktion und alle Ratsmitglieder dieser Parteien dazu veranlassen würden, der Büroraumvernichtung  durch Rathausabriß zuzustimmen?

Gibt es Kenntnisse des Käufers des Posthochhauses über die Art und Weise, wie Verträge der Stadt jene begünstigen, die ihr Büroraum vermieten?

Hat er eventuell schon einen Vertrag gesehen, der auch ihm zum Beispiel für dreißig Jahre  überdurchschnittliche Mieteinnahmen garantierte, wenn er denn mit ihm in ähnlicher Form abgeschlossen würde?

Wurde für den Fall, dass der Vertrag zustande kommt, eine Vereinbarung getroffen, die die Beschaffer des Büroraumbedarfs nicht im Regen stehen läßt und etwa dafür sorgt, dass in der Schweiz ein kleines Konto eingerichtet wird?

Ist den Beteiligten klar, dass damit ein großes Ding gedreht würde?

Wie weit ist KPMG in die Sache verwickelt?

Nun ist in Braunschweig schon so manches große Ding gedreht worden. Aber das wäre schon ein besonders großes. Höher als die Müllkippe im Stadtgebiet. Und nicht jeder, der schon was gedreht hat,  kann von sich sagen: Ich reiße ein Rathaus ohne jeden nachvollziehbaren  ökonomischen (oder auch ökologischen) Grund ab, schaffe so  Büroraumbedarf und – welch ein Zufall, hahaha – ein frisch ins Szenario getretener Investor kann seine Schrottimmobilie für dreißtig Jahre zu einem guten Preis an einen Mieter vermieten, der nach menschlichem Ermessen nicht Pleite gehen kann.

So etwas nötigte in kriminellen Kreisen Respekt ab. Und schon jetzt hüpfen die schwarzen und gelben Ratswichtel froh über die Gänge und nur einige fragen sich: Wofür verkaufen wir uns eigentlich? Ist das die Sache wert? Denn sie, das Stimmvieh, können sich in der Schweiz nichts erhoffen – und die meisten würden es auch nicht wollen.

Wie es gestern im Rathaus war – garantiert alles gelogen

Februar 18, 2009

An diesem Tag kamen die CDU- und FDP – Rats – Mitglieder voller Verantwortungsbewußtsein ins Rathaus.  Galt es doch unter anderem, etwas besonders Sinnvolles zu beschließen. Was aber haben sie gesagt? Wir werden alles dafür tun, dass das Neue Rathaus saniert wird, so die einen.  Wir sind doch gewohnt, zum Vorteil der Stadt zu entscheiden! Und dann müssen wir noch dafür sorgen, dass  die Gründung eines Museums in den ECE-Räumen verhindert wird, so die anderen. Wir kennen doch die Folgekosten… denn uns ist es nicht egal, dass wir das Geld für Überflüssiges zum Fenster rauswerfen! Auch unsere Schulen sind uns wichtiger als ein Rathausabriß… jeder Euro zählt für uns…. das Rathaus funktioniert doch nicht….. es läßt sich nicht sanieren…. Zwafelink: Ich rechne immer richtig und lüge nie… meine Angaben sind korrekt…. Andere: ….die Vernichtung von Büroraum ist nicht sinnvoll …. Sehrt: Ich habe keine Ahnung vom Bau, deshalb hört nicht auf mich… wir wollen doch keinesfalls, dass sich Braunschweig erneut der Lächerlichkeit preisgibt, bundesweit…..auch wäre es uns nicht egal, wenn der Käufer des Posthochhauses vielleicht schon weiß, dass ihm die Stadt alles abmieten wird….außerdem sind wir bestens informiert über alle Verträge, die auf der CD der BIBS sind, wir brauchen diese Information nicht….. die sind doch zum Vorteil der Stadt…. damit will man uns verdummen….nein dumm und verantwortungslos sind wir nicht…

Jetzt senkt sich der Vorhang und aus dem Off  ertönt ein meckerndes, leicht fistelndes Lachen. War das der Oberbürgermeister?

Ein Wort zum Sonntag – Mitleid, Liebe und Privatisierung

Februar 14, 2009

Wie verzweifelt muß ein Mensch sein, der nichts mehr hat im Leben, als Gegenstände, Gebäude, die ihm nicht gehören? Kennen wir nicht alle Menschen, deren einziger Freund ein Tier ist? Ein Hund oder ein Goldfisch? Die in ihrer Verzweiflung mit ihren letzten ‘Freunden’ sprechen, sich auszutauschen vermeinen…..? Ihnen menschliche Eigenschaften andichten? Aber sind solche Menschen nicht doch reich im Vergleich zu jenen, die Sachen, Häusern, einem Haus, einem Rathaus menschliche Eigenschaften unterstellen? Wenn auch keine guten!

Dennoch können wir in Mitleid und Liebe mehr erkennen, als nur blanke Verzweiflung, dem Irrsinn nahe Angst, wenn ein Mensch sich aus der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen sieht, aus der Gesellschaft aller anderen Architekten zum Beispiel – wenn er denn sagt: Dieses Haus, dieses Rathaus ist unsensibel, ist autistisch? Von wem spricht dieser Zwafelink?

Ja, blicken wir tiefer! Für ihn ist DAS RATHAUS natürlich nicht das Gebäude, nicht das Mauerwerk, es sind nicht die vielen Ratswichtel, die darin herumwuseln, nein es ist eine Person, die er meint, pars pro toto, ein Mensch aus Fleisch und Blut, von dem er verzeifelt abbhängig ist, dem zu widersprechen um des Arbeitsplatzes willen nicht geboten ist, der Selbstverleugnung bis zur Aufgabe des eigenen Verstandes verlangt….

Ja, wir sprechen von Projektion, der Möglichkeit des Menschen auch in verzweifelster (verzwafeltster, wie der Goslarer sagen würde) Lage zu überleben, ein wenig Stolz zu bewahren, mit dem er dann seiner Famile gegenübertritt: Seht, das habe ich für euch getan. Nicht geschwiegen, sondern projiziert. Und zwar geschickt. Der OB hat nix gemerkt! Unsensibler Autist!

Nun ja der Preis ist hoch. Ein funktionierendes Gebäude wird verstümmelt, sollte erst 16 Millionen kosten, jetzt nur noch 10, schögerechnet. Bürofläche weg, muß man eben neue anmieten für alle Zeiten, sogar den Rest des Rathauses, der zwar noch da ist, aber mittels öffentlicher privater Partnership – PPP – nun anderen gehört, die das Restrathaus vermutlich wieder auf Kredit kaufen , für den die Stadt dann wieder gerade steht. Forfeitierung! Was schert es mich, mag der verzweifelte  Mann denken, dem solches widerfährt: Hauptsache ich habe mein Pöstchen gerettet und trotzdem frei heraus meine Meinung gesagt – ohne dass es einer merkt! Tausende Quadratmeter vernichtet zu haben, Bürger ihres Eigentums beraubt zu sehen und trotzdem anständig geblieben zu sein – das schafft nicht jeder….

Und doch ist hier ein wenig Bescheidenheit angesagt. Bei der nächsten Sitzung des Braunschweiger Rates werden die Frauen und Mannen von CDU und FDP geschlossen auch diesem diesem Blödsinn, dem Abriß, der Vernichtung von Arbeitsraum und der Verschleuderung von bürgerlichem Eigentum geschlossen zustimmen und zwar ohne jeden inneren Rettungsanker, ohne Projektion der eigenen Meinung auf ein Gebäude, ja sogar ganz ohne eigene Meinung, ohne jede Ausrede außer  geistiger Unzulänglichkeit. Da steht Zwafelink noch gut da.

Wichtige Konferenz bei der Braunschweiger Zeitung

Februar 13, 2009

Raue: Wir verlieren ständig an  Auflage..

Jonscher: Obwohl wir doch jedem Kindergartenkind eine Zeitung geben, damit die dann eingeweicht wird und die Kleinen was draus machen…? Das erhöht doch die Auflage…

Meyer: So geht das nicht weiter, wir verlieren noch unsere Arbeitsplätze…

Zauner: Ich habe schon immer gesagt, wenn wir einfach nur lügen durch Weglassen wichtiger Informationen überfordern wir unsere Leser..

Meyer: Sehr richtig. Sie werden von Arschlöchern aufgehetzt. Habe ich selbst schon einem gesagt…

Raue: Ich schätze Ihr Niveau und ich weiß auch, wen Sie meinen, das ist doch der von der Ratsfraktion Bbbb…. ich kriege das Wort einfach nicht über die Lippen…

Alle durcheinander: Wir ändern unsere Taktik…..Lügen durch Ablenken auf Nebensächliches….machen wir doch längst…Paris Wilton….nein Hilton…Blödsinn,  schreiben wir schon genug drüber…..Mehr über Otto Unbedeutend……der Feudalmist hängt doch allen zum Hals raus…..machen wir doch sowieso….noch mehr über Verschrottung, Abwracken etc….nein, Sichtachsen….. vielleicht doch mal was Kritisches über Fassaden und nix dahinter? …..(mehrere zugleich): Das ist die Idee  – geradeheraus lügen, einfach die Unwahrsheit schreiben….

(alles verstummt)

Raue: Wer hatte den genialen Einfall, unserer würdig…..

(unerwartet meldet sich erst keiner, dann alle, dann sagen alle, nein doch nicht…Durcheinander..)

Raue ( ganz Führungskraft):  Na gut. Machen wir einen Versuch, direkt auf der Titelseite, aber in klein…

Zauner: Warum das denn….

Alle anderen: Es ist den Versuch wert, irgendwie müssen wir die Leser bei der Stange halten….

Und so kam es zur Überschrift in der Braunschweiger Zeitung am Donnerstag, den 12. Februar: PERSONALRAT DER STADT BEFÜRWORTET TEILABRISS DES RATHAUS-NEUBAUS

So ist es aber nicht.  Weil die städtischen Mitarbeiter gut ausgebildete Fachleute sind, die wissen, was verantwortliches Handeln ist.

Sensationelle Ergebnisse nach jahrelanger Forschung

Februar 12, 2009

Wer schon immer Stadtbaurat Zwafelink mehr zugetraut hat als man ihm ansieht, der wird jetzt bestätigt. Lange hat Herr Zwafelink seine Forschungen im Geheimen betrieben, beobachtet, Strichlisten geführt, Videoanalysen, Materialsammlung, auch auswärts, in München zum Beispiel. Jetzt liegt das Hauptergebnis seiner Arbeit vor, dessen Bedeutung man, gerade in einer Stadt der Wissenschaft,  überhaupt nicht hoch genug einschätzen kann. Die finanziellen Folgen  gehen in die Millionen.

Obwohl das Forschungsergebnis eigentlich einer wissenschaftlichen Veröffentlichung vorbehalten bleiben sollte, konnten die findigen Journalisten der  Braunschweiger Zeitung es schon gestern veröffentlichen. Hier ist es!

WENN ES IN BRAUNSCHWEIG REGNET, WIRD DAS DACH DES RATHAUSES NASS. Fundamental!!

Auch OB Hoffmann ist beeindruckt, ebenso die CDU-FDP-Ratsfraktion. Ihre logische Schlußfogerung: Jetzt reißen wir das Rathaus ab! Die Wissenschaft gebietet es!

Konjunkturpaket – langfristig positive Wirkung auf Bildungsniveau auch in Braunschweig

Februar 11, 2009

Wie konnte es dazu kommen? Gewiß, erst einmal mußten sich unsere Bankmanager sehr anstrengen, damit sie viele Milliarden so verpulverten, dass ihre Banken fast ganz pleite gingen. Dann kam das Konjunkturpaket – aber nicht nur für Banken! Auch  für die Bildung in Braunschweig war was über. Daher muß man unseren Bankern dankbar sein!

Wie wird das Geld nun angewendet? Natürlich dort wo es die größte Wirkung erzielt, so  soll damit ja ein ganzes Rathaus, nämlich das in Braunschweig, abgerissen werden. Das führt dann dazu, dass Verwaltungsbeamte beiderlei Geschlechts auf den vielen tausend Quadratmetern, die dann weg sind, nicht mehr Bleistifte spitzen können, was bekanntlich höherer Bildung entgegensteht. Aber nicht nur Maßnahmen, die Bildungszuwachs verhindern, ergreift unser Oberbürgermeister und seine CDU. Nein, denn unter anderem wird es eine Sonderschule für Ratswichtel geben, besonders natürlich für solche aus der CDU. Eine Probeunterrichtsstunde für Herrn Sehrt soll so abgelaufen sein:

Zwei Pädagogikprofessoren (Team-Teaching!) von der Pädagogischen Hochschule standen Punkt 8 bereit und warteten auf  Herrn Sehrt. Der kam auch schon wenig später an (‘herbeigehüpft’ wie ein Beobachter gesehen haben wollte, was aber wenig glaubhaft ist). Er sah im Rahmen seiner Möglichkeiten sehr wißbegierig aus und hatte extra seinen alten Matrosenanzug angezogen, weil er so auch früher zur Schule gegangen sei und das obwohl er ziemlich spannte und für die Jahreszeit zu wenig Schutz bot. Was ist dran? fragte er keck. Nachdem sich alle gegenseitig vorgestellt hatten und – aus pädagogischen Gründen die Professoren DU sagen durften und Herrn Sehrt mit Vornamen anreden und Herr Sehrt den Drittklässlern, die aus atmosphärischen Gründen auch am Unterricht teilnehmen sollten, entsprechend seinen Funktionen und zahlreichen Verdiensten vorgestellt worden war, ging es los:

Pädagogikprofessor 1: Lieber Wolfgang, da hast du eine interessante Frage gestellt!

P 2: Was glaubst du wohl? Was könnte ‘dran’ sein’?

W: Polizeirecht? Vorbeugende Ingewahrsamnahme? Das fänd ich Klasse…

P1: Du, das ist ein interessanter Gedanke!

P2: Nein heute nicht!

W: Aber da kenn ich mich aus…

P1: Ja, da hast du bestimmt viele Stärken…

P2: Ich will dir ein wenig helfen…wenn ich sage: Abbruch, was fällt dir dann ein?

W: Schule nicht zuende gemacht oder so ????

P1: Du, das war schon ein sehr wichtiger Gedanke…

P2: Was kann man denn sonst noch abbrechen?

W (schon stark verunsichert, trotz der aufbauenden Bemerkungen von P1): FBZ ?

P1: Sehr gut, Wolfgang…

P2: Kannst du dir vorstellen, dass man auch ein Rathaus abbrechen…

W: Nein, auf keinen Fall. So etwas ist – jedenfalls in der Ratsfraktion der CDU – überhaupt nicht möglich….da gibt es nur einen Rathaus-Neubau….

P1: Sehr schön, Wolfgang. Jetzt hast du ganz alleine das Thema unserer heutigen Unterrichtsstunde herausgefunden. Ganz, ganz toll…

P2: Also – es geht um die unterschiedliche Bedeutung der Worte Abriss und Neubau.

P1: Wolfgang, das ist auch für andere schwer zu verstehen, wo da der Unterschied ist.

P2 (an die Drittklässler gewandt, die sich alle melden und ziemlich undiszipliniert rufen: Ich weiß den Unterschied….ich kann das sagen … das wußte ich schon in der ersten Klasse….ich langweile mich…ich finde Matrosenanzüge blöd, sollte man abreißen…): Keiner faßt mir Wolfgang an und Vorsagen dürft ihr ihm auf keinen Fall…

P1 (zu den Drittklässlern): Wolfgang muß sich ganz viel Mühe geben, weil er als Fraktionsvorsitzender der CDU unbedingt lernen muß, was ist ein Abriß und was ist ein Neubau. Wolfgang ist in seiner Partei sehr wichtig und er muß das so gut verstanden haben, damit er seinen Parteifreunden dann erklären kann, worin der Unterschied….

Drittklässler 1: Ich will aber überhaupt kein Fraktionsvorsitzender bei der CDU werden…

Drittklässler 2: Dafür bist du überhaupt nicht blöd genug….

P1: Das war aber gar nicht schön, was du da gesagt hast….

Drittklässlerin 3: Ich will sowieso lieber in die FDP, da kann man soviel Blödsinn reden wie man will und kommt trotzdem in die Zeitung, hat mein Papa heute über Herrn Kreßner gesagt…

P1: Liebe Kinder, ihr seid ganz lieb, dass ihr euch so viele Gedanken macht! Siehst du, Wolfgang, du hast deine Mitschüler zum Nachdenken angeregt, sehr schön…

W: Wieso? Den Vorwurf  hat mir doch überhaupt keiner gemacht, das würde ich doch merken….

P2: So Kinder, nun seid mal ruhig. Sonst kommt Wolfgang noch ganz durcheinander und er verwechselt auch noch in 50 Jahren oder so lange wie die CDU und die FDP die Mehrheit haben, was der Abriß eines Rathauses ist und was ein Neubau…

P1: Ja, für heute machen wir erst mal Schluß. Und in der nächsten Stunde machen wir dann weiter mit dem Unterschied zwischen Abriß und Neubau…

W: Ich hätte nie gedacht, dass Unterricht so interessant sein kann – aber auch sehr anstrengend…

P2: Sehr schwierig ist auch das nächste Kapitel. Da geht es um Geldverschwendung…..

P1 (unterbricht P2): Bitte, Herr Kollege, wir sollten Wolfgang nicht zu sehr belasten mit neuen Worten, er hat doch schon jetzt große  Schwierigkeiten (beiseite, dass nur P2 es hört: Haben Sie denn nicht die Braunschweiger Zeitungvom 11. Februar gelesen, Seite 19??)

P2 (doch, doch, ja unglaublich, aber wir kriegen das doch hin?? Zweifelzweifel…): So also für heute ist Schluß, liebe Schüler…(alle stürmen hinaus ins Freie, nur W nicht)

W: Ich verstehe überhaupt nicht, worum es gegangen ist…dabei bin ich der Hellste in der Fraktion. Darf ich meinen Matrosenanzug  jetzt wieder ausziehen…? Er kneift…

P1 und P2 (wie aus einem Munde): Nicht nur der, nicht nur der…..