Archiv für Mai 2009

CDU-Landesverband und ihr neuer Beinamen

Mai 31, 2009

Bekanntlich wählen immer noch viele Menschen die CDU, egal was kommt. Trotzdem – wenn die Information stimmt – hat sich die Partei einen neuen Beinamen zugelegt, der aufrüttelt. Und das soll so gekommen sein:

Jochen-Konrad (!) Fromme, der Vorsitzende des CDU Landesverbandes: Wir stehen immer mehr im Kreuzfeuer, weil wir nix Vernünftiges zu Asse II sagen…

Volker Meier, CDU-Spitzenpolitiker: Guckt streng.

J-K: Rausholen von dem Dreck wäre menschenfreundlich…

V M: Guckt noch wesentlich strenger.  

Oberbürgermeister Hoffmann runzelt die Stirn: Otto IV hat nicht solche Spuren hinterlassen, da sind wir ihm voraus…

H-K: Keine Angst, ich bin ja auch nicht fürs Rausholen…

VM , OB H und alle Umstehenden atmen erfreut auf, Gemurmel: Murmel, murmel, Schavan sei Dank!, wir wissen, was wir an unserem Konrad haben…

H-K: Umlagern ist die Devise, das Gift kommt weiter  unten rein!

Uwe Schäfer: Weitblickend! Bis das Tiefengrundwasser mal gebraucht wird – das erleben wir nicht mehr, trotz Klimawandel..

OB H: Der Gedanke könnte von mir sein. Erst spätere Generationen vergiften…

H-K: Verehrter Parteifreund! Wenn wir schon bei den Schädlichkeiten sind, die unsere Partei so anrichtet – Sie mit dem Umhacken von 90 000 Bäumen, völlig sinnlos unter dem Vorwand der Wirtschaftsförderung in Waggum…

OB H: Mein Verdienst an dieser Naturberaubung Braunschweigs durch überflüssige Waldvernichtung ist gering, gemessen an der unbändigen Freude die meine Fraktion im Rathaus über diese nun offiziell genehmigte Naturvernichtung gezeigt hat – ich sage nur Manlik!

H-K: …und dann erst diese Lüge, die Startbahnverlängerung würde Arbeitsplätze bringen. Bloß gut, dass die 49 Millionen für die Autoforschung nicht schon vor dem Urteil im Gespräch waren, obwohl die Entscheidung doch schon lange feststand…

OB H: Und dann dieser Witz.. Die DLR macht nur Forschung am Computer, das Rollfeld ist völlig überflüssig, für weitere 747 ist Waggum zu klein – keine Stellplätze (lächelt an diese Stelle) etc.pp. Horst Steiert von hinten (er will jetzt doch lieber die CDU unterwandern): Die Bürgerinitiativen lösen sich auf, fiderallala…

H-K: Aber warum ist das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg darauf reingefallen? (Alle  gucken gespannt auf den OB).

OB H: Weil sich keiner dort vorstellen kann, dass eine Ratsmehrheit die Interessen der eigenen Bürger ausverkauft…(lächelt erneut). Das ist ja auch der Grund, warum bis vor kurzem die Einnahmen aus dem Verkauf von städtischem Bürgereigentum (ein Parteisoldat der hinteren Bänke dazwischen: PPP!) jaja – nämlich ohne dass das  verkaufte Bürgereigentum als Vermögensverlust aufgeführt werden mußte. Mein Ruhm als Finanzgenie wäre andernfalls nie so groß…

H-K: Schon gut, Gert. Welche Konsequenzen ziehen wir aus der umweltpolitischen Katastrophenbilanz unserer Partei? Nein- jetzt nicht, über unsere Bildungspolitik sprechen wir gesondert….

V M: Mein Motto-Vorschlag für die Wahlen: CDU – die Partei der selbstgemachten Umweltkatastrophen j. u. s.

??: Jetzt und für später, Waggum jetzt und Tiefengrundwasser später – kapiert?

H-K: Jaja, so ein Parteitag trägt doch immer wieder schöne Früchte…..: CDU – Pds U-Katas  j. u. s. – sehr prägnant……da werden wir von Stimmen nur so überflutet….

Journalist Ahlers murmelnd: … und dabei ist ihnen der Nationalpark mit Jagd und Holzverkauf noch nicht mal eingefallen….mal sehen, was der FDP  so vorhat, die werden doch nicht? In diese Richtung hatten sich doch auch schon am 26. in Torfhaus die Wissenschaftler geäußert?  …. wie schon vor ein paarJahren…

Neues Nationalparkhaus in Torfhaus / Harz

Mai 29, 2009

Am letzten Dienstag, d. 26.5.2009, fand die offizielle Übergabe des TorfHauses als Nationalparkhaus an den BUND statt – durch Ministerpräsident Wulff . Damit stellte die Landesregierung sicher, dass der BUND, wie schon beim Gesetzgebungsverfahren zum Nationalpark Gesetz Harz /Niedersachsen, keine Forderungen erhebt, die Forstwirstschaft und Jagd im Nationalpark in Frage stellen – obwohl beides laut Bundesnaturschutzgesetz und international gültiger Bestimmungen nicht in einen Nationalpark gehören.  Seit Errichtung des Nationalparkes setzt sich die Bürgerinitiative für den Stopp von Forstwirtschaft und Jagd im Nationalpark Harz ein. BUND und Nabu versagen in dieser Richtung vollständig.

Neben der Presseerklärung der Bürgerinitiative Nationalpark Harz wurden am 26.5. auch Flugblätter der Bürgerinitiative Goslar verteilt, in denen die beabsichtigte Errichtung einer Beschneiungsanlage im (!) Nationalpark, Bereich Sonnenberg  kritisiert wird. Es geht um die mit Steuergeld finanzierte Erweiterung  der dortigen Biathlonanlage – ein an sich schon unsinniges Unterfangen, da gemäß der Internationalen Biathlon Union diese Anlage u.a. so oder so nicht wettkampfgerecht ist und  weitere Natur zerstört werden müßte. Der erste Nationalpardirektor, Dr. Barth, beschreibt den ökologischen Irrwitz einer solchen Anlage (s. W.-E . Barth, Das Machbare, 1995, S. 402). BUND undNabu haben auch hier auf ihren Einfluß durch  Klage verzichtet.

TorfHaus0509

Wie soll der Dino heißen?

Mai 29, 2009

Diese Frage ist sehr dumm und liegt weit unter dem Nivrau der Braunschweiger Zeitung. Denn die Antwort ist doch wohl von vornherein klar!

GERT ist der einzig mögliche Name.  Vergleichen Sie doch die Bilder! Der lange Hals, die auffallende Ähnlichkeit der Gesichtszüge, die Größe des Gehirns im Vergleich zur Körpermasse. Und ein weiterer Vorteil: So ersparte sich Braunschweig eine weitere Ehrenbürgerschaft im Glogoformat!

Da das Anrufen bei den zuständigen Stellen schon einmal so gut geklappt hat, denken Sie an letzten Mittwoch, rufen Sie bitte wieder an, zwischen 4 und 18 Uhr heute. Entweder direkt im Naturkundemuseum oder bei der Braunschweiger Zeitung. Das würde auch nur den üblichen Telefontarif kosten.

Wie kaufe ich Verstand?

Mai 29, 2009

Das ist eine schwierige Frage und kommt später dran. Aber wie verkaufe ich Verstand? Blicken wir heute nichts ins Braunschweiger Rathaus sondern in die heutige Anzeigenbeilage der Schloß-Arkaden in der Braunschweiger Zeitung. Bekanntlich kann man einen Kauftempel benennen, wie man will, auch dann Schloss-Arkaden, auch wenn er kein Schloss ist und keine Arkaden hat. Aber das beantwortet die Frage nicht.

Wenn ich meinen Verstand für ein Artikelhonorar verkaufe, kann man zum Beispiel eine Schlossfassade Schloss nennen, obwohl der Auftraggeber des Artikels – ECE – selbst ganz korrekt von Schlossfassade spricht. Und zwar nur wenige Zeilen unter denen des Dr. Wedemeier. Jedoch, der Kreis schließt sich, wenn man bedenkt, dass sie  ja an die Einfältigen gerichtet sind, die Eintritt für die Borekbronce zahlen sollen, Eintritt, den die Stadt für Herrn Borek kassiert; oder die gerichtet sind an die Visionäre im Rathaus oder Königslutter, die statt der Fassade tatsächlich ein Schloss sehen.

Falsch gedacht – Karstadt, Insolvenz und Finanzkrise

Mai 29, 2009

Wer  gedacht hatte, die Steuergelder für Pleite - Banken seien dafür da, der Wirtschaft Kredite zu ermöglichen, damit das Spekulantentum der Bankoberen micht den Wirtschaftslauf der Normalwirtschaft behindert – ja der hat falsch gedacht. Karstadt – der Tante-Emma-Laden der Innenstädte – bekommt natürlich kein Geld von Banken. Das wird ja auch fürs weitere Derivatespekulieren gebraucht.

Und wie sieht es bei den nicht so bedeutenden Kreditbedürftigen aus? Wie man hört, nicht viel besser.

Information an die Presse anläßlich der Einweihung des Nationalparkhauses Torfhaus durch Ministerpräsident Wulff

Mai 28, 2009

Presseerklärung zum 26.Mai 2009: Ministerpräsident Wulff weiht das Nationalparkhaus TorfHaus ein

 

Die Bürgerinitiative Nationalpark Harz fordert, dass entsprechend nationaler (BNatSchG §24 (2)) und internationaler (IUCN) Bestimmungen im Nationalpark Harz ab sofort weder Forstwirtschaft noch Jagd betrieben werden.  Beides macht ‚natürliche Dynamik‘ unmöglich und damit den Zweck des Nationalparkes. Wenn kein Wild zu sehen ist, bleibt der Natur-Tourismus weitgehend aus und Arbeitsplätze werden vernichtet. So lange Jagd und Forstwirtschaft das Nationalparkmanagement bestimmen, bleiben Einrichtungen wie das Nationalparkhaus TorfHaus eine Farce.

 

Das  Projekt TorfHaus betreibt der BUND Niedersachsen zusammen mit der Gesellschaft zur Förderung des NP Harz e.V. und der Samtgemeinde Oberharz. Es soll die zahlreichen Besucher des Altenauer Ortsteils Torfhaus an die Besonderheiten des Nationalparks Harz heranführen. Dabei ist die Lage des Hauses auf dem viel besuchten Großparkplatz mit Blick auf den Brocken optimal gewählt. Die Bürgerinitiative Nationalpark Harz wünscht allen Beteiligten viel Erfolg bei der Vermittlung des Nationalparkgedankens.

 

Was aber macht einen Nationalpark aus? In Gebieten der höchsten Naturschutzkategorie ist  die ‚natürliche Dynamik‘ zu gewährleisten. Siehe hierzu z.B. die Bestimmungen der International Union for Conservation of the Nature (IUCN) und auf Bundesebene das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) §24 (2). Diese ‚natürliche Dynamik‘, die natürliche Entwicklung,  setzt im selben Augenblick ein, in dem der Mensch nichts mehr tut. Ministerpräsident Wulff persönlich – er wurde rechtzeitig informiert – ist für das in Niedersachsen gültige fehlerhafte Nationalparkgesetz Harz /Niedersachsen (NpGH/Ni) verantwortlich. Darin werden Forstwirtschaft und Jagd ausdrücklich erlaubt. Das führte seit Bestehen des Nationalparkes Harz  unter dem Vorwand des Waldumbaus zu einer forstlichen Ausräuberei des 16800 ha großen Gebietes. In manchen Jahren wurden über 80 000 Festmeter Holz ‚entnommen‘.  Erst im letzten Jahr haben 280 Schützen allein im Niedersächsischen Teil des Nationalparks Harz  390 Stück Rotwild abgeschossen. Noch wüster – so der Rotwildring Harz – geht es nur im übrigen Harz zu, wo systematisch der besonders gesunde und kräftige Nachwuchs dieser Tierart vernichtet wird.

 

Beides – Forstwirtschaft und Jagd im Nationalpark – sind ein weltweit einmaliger , auf biologischer, ökologischer und ökonomischer Ahnungslosigkeit (oder doch nur ‚Jagdleidenschaft‘?) beruhender Skandal, was die Bürgerinitiative Nationalpark Harz detailliert nachgewiesen hat (s. www.buergerinitiative-nationalpark-harz.de). Das Schweigen des BUND zu diesem Skandal erkauft sich Niedersachsen zum Beispiel durch das heute eingeweihte Nationalparkhaus (während der Nabu durch ein Nationalparkhaus in St. Andreasberg ruhig gestellt wurde).  Während die Spitzen der Bundesverbände, aber auch der Deutsche Naturschutzring als Zentralorgan aller deutschen Naturschutzverbände durchaus die natürliche Dynamik ohne menschliches Eingreifen unterstützen, schweigen die Landesverbände (Naturschutz ist Ländersache) still und unterstützen dadurch die Landespolitik. Durch diese Praxis des permanenten Eingreifens in das Schutzgebiet Nationalpark Harz (dessen Entstehung 1993 die Bürgerinitiative Nationalpark Harz von vornherein mitbetrieben hat) entstehen eine Fülle von Nachteilen. Neben dem ökologischen, ethologischen, ethischen Unsinn, den ein Nationalpark Harz mit Forstwirtschaft und Jagd bedeutet, sei hier vor allem auf den ökonomischen Aspekt hingewiesen.

 

Die Hauptwildart des Harzes sind weder die massenhaft ausgesetzten Zooluchse noch die für Besucher ohnehin nicht bemerkbaren Wildkatzen. Es ist das Rotwild, die letzte deutsche Großwildart, die bereits von 80% ihres ursprünglichen Lebensraumes verdrängt wurde. Durch die intensiv betriebene Jagd versteckt sich Rotwild bis in die tiefe Nacht hinein vor den Menschen. Im unbejagten Schweizer Nationalpark ist es dagegen DIE Hauptattraktion. Dort gibt es – im Gegensatz zum Harz – keine Leerstände bei den Vermietern von Touristenunterkünften. Insofern trägt die Landesregierung im Harz und Umgebung zur Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichem Niedergang bei, nur damit einige Personen im Nationalpark jagen gehen dürfen – einschließlich der dort beschäftigten  Forstbeamten. Abgesehen davon könnten die Mitarbeiter des Nationalparks z.B. sinnvollere Naturschutzarbeit leisten als bei der Vorbereitung von Massenjagden.

 

Wir fordern daher Ministerpräsident Wulff auf, nun endlich per sofortiger Anordnung  und nachfolgender Gesetzesänderung Forstwirtschaft und Jagd im Nationalpark zu untersagen und entsprechende Initiativen, auch innerhalb der Regierung, deutlich zu unterstützen. Der gerne vorgeschobene Vorwand, auch Sachsen-Anhalt müsse in die Regelung einbezogen werden, dient u. E. nur als Vorwand, unsere Forderung nicht umzusetzen bzw. die Umsetzung hinauszuzögern.

 

Bürgerinitiative Nationalpark Harz und Pro Rotwild

 

Reinhard Hoffer   Hasso Wege

 

Bürgerinitiative Nationalpark Harz

c/o Hoffer/Wege, Ferdinandstraße 9, 38118 Braunschweig

www.buergerinitiative-nationalpark-harz.de

Doitsche Sprak: Genug gequollen

Mai 28, 2009

Ich quelle, du quillst, ersie es  quillt, wir ihr sie quellen. Ich quoll, du quollest, ersiees quoll, wir ihr sie  quollen. Aber niemals, Herr Jonscher,  derart gequollen: ‘Dadurch quillen sie auf…’. Im übrigen sieht Herrentorte so aus, wie man sie bei z.B. bei Cafe Peters in Harzburg kaufen kann. Einen Ausflug wert, wenn sie gerade aus der Konditorhand kommt. Sie ist nie nur ein ein Sandbodenklops, schon gar nicht mit Weingreme.

Mathias Wehrmeyer im Interview – der SPD – Europakandidat

Mai 26, 2009

Fragesteller: Herr Wehrmeyer, Sie konnten sich bereits in der Staatskanzlei bewähren, jetzt ist Europa dran?

Wehrmeyer: Sicher. Ich bringe die besten Voraussetzungen mit, auch für Europa.

F: Was waren Ihre hervorragendsten Leistungen?

W: Absolute Loyalität. Wie damals bei Glogo…

F: Sie meinen den kurzfristigen Ministerpräsidenten, der wegen ein wenig Unterschleif, oder was war es doch?…sein Amt damals…..

W: Ich selbst war in der Sache Zeuge!

F: Können Sie etwas mehr dazu sagen?

W: Blicken wir lieber nach Europa – unsere Zukunft!

F: Nicht in den Gerichtssaal?

W: Lieber nicht, aber Europa ist unser aller . ich bin ein idealer Kandidat….

F: Wegen der Verurteilung wegen uneidlicher Falschaussage, meinen Sie…?

W: Wissen Sie, man muß in die Zukunft blicken..

F: Finanziell?

W: Wenn ich Europaabgeordneter bin, habe ich ausgesorgt, ein idealer Kandidat, schon wegen meiner juristischen Vergangenheit….

F: Zu einer Verurteilung wegen Meineids ist es aber nicht gekommen?

W: Ich habe meine Eignung als Politiker oft genug… die Vergütung in Brüssel würde mir schmecken….hätte ausgesorgt…

F: Sie tragen einen gestreiften Anzug. Hat das damit zu tun, dass Sie eventuell nicht nur wegen uneidlicher Falschaussage, sondern, wenn Sie wegen Meineids verurteilt, dann eventuell in Sträflingskleidung….

W: Sie sind doch völlig desorientiert. Der anzug ist kariert! In deutschen Gefängnissen gibt es übrigens überhaupt keine gestreifte Sträflingskleidung! So, und jetzt muß ich weiter, an meiner Zukunft basteln, mit Schülern sprechen, die von nix Ahnung haben…. (W entschwindet eilig nach Europa)

F: Aber so warten Sie doch, ich meine doch nur, dass Sie der ideale Kandidat für Europa sind, bei Ihrer Vergangenheit murmel murmel. Wie konnte der Mann mich so mißverstehen…. auch die SPD vertreten Sie doch besonders würdig…..mit der Vergangenheit…..

Gastkommentar von Ingeborg Gerlach zu ‘Kurras’

Mai 25, 2009

 

3. Juni 1967, Ort: Deutsches Seminar der Universität Göttingen. Eine junge Studentin läuft auf mich zu: „Das können die doch nicht mit uns machen. Die dürfen doch nicht einfach  einen erschießen, der nichts getan hat.“ „Können die wohl“, knurrt ein älterer, politisch sehr engagierter Student.

Das war der Tag, an dem die Studentenschaft der Universität Göttingen sich politisierte. Zumindest an der philosophischen Fakultät redeten die Studenten einander nicht mehr, wie bisher, mit „Sie“ an. Man fing an, in den Kategorien von „wir“ und „sie“ zu denken.

Heute, 2009, spekuliert man darüber, ob es Einfluss auf die Studentenbewegung gehabt hätte, wenn Kurras` Stasi-Tätigkeit schon damals bekannt geworden wäre. Ich glaube nicht, wir dachten über eine Räterepublik nach, die mit der real existierenden DDR wenig Ähnlichkeit gehabt hätte. Dutschke und manche andere kamen von „drüben“ und hatte die Nase voll.

Aber eines ist sicher: Kurras wäre verurteilt worden, wahrscheinlich zu lebenslanger Haft. Kein Westberliner Gericht hätte den Kommunisten laufen lassen. Auch hätten seine Kollegen ihn bestimmt nicht gedeckt. Ich erinnere mich noch an unser bitteres Lachen, als wir vom zweimaligen Freispruch mangels  an Beweisen hörten. Wir hätten gerne an den Rechtsstatt geglaubt, aber es wurde uns sehr schwer gemacht. 

Heute erwägt die Vereinigung der Opfer des Stalinismus, Anklage gegen Kurras zu erheben, weil Mord schließlich nicht verjährt. Käme es dazu und würde Kurras tatsächlich verurteilt, dann wäre der Rechtsstaat noch einmal beschädigt: Kurras würde nicht verurteilt, weil neue Beweise ans Licht gekommen wären oder Gottes und der Justitia Mühlen langsam, aber fein mahlen. Er würde verurteilt, weil er sich als Kommunist hatte ertappen lassen. Die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetzt wäre noch einmal desavouiert. Ein schönes Geschenk zum 60. Geburtstag unseres Grundgesetzes,

Kriegsschiff ‘Braunschweig’ außer Gefecht gesetzt

Mai 25, 2009

Wie konnte das passieren? Obwohl doch Braunschweig – und ein Kindergarten dortselbst? – die Patenschaft für dieses Kriegsgerät - unter ganzem Einsatz von Oberbürgermeister Hoffmann – übernommen hatte, ist dieses elegante Tötungsgerät außer Gefecht und zwar – wie wir hören – durch einen ‘Maulwurf’ – wie die Geheimdienstler sagen – aus Braunschweig.

Selbstverständlich nennen die Geheimdienste keine Namen. Bekannt ist aber, dass im Rat der Stadt Braunschweig Protest gegen die Patenschaft besteht, um nicht zu sagen, gegen Bau und Einsatz solchen Geräts, da für dasselbe Geld viel, sehr viel für Bildung und Wissenschaft getan werden könnte.

Aber mußte es sein, dass nun ein böser Verdacht auf diejenigen fällt, die als Abgesandte der Patenstadt bei der Einweihung – bzw. später – des Kriegsgerätes dabei waren? Bekanntlich ist ein gewisser Unterwanderungsprozeß der etablierten Parteien im Rat dieser Stadt in vollem Gange. Sollten es dieselben Personen sein, die – fröhliches Patenschaftstrinken vorgaukelnd – die Gelegenheit benutzt haben, um in einer unbeobachteten Minute, braunschweiger Quarzsand ins Schiffsgeetriebe geschüttet haben, um dann mit Unschuldsmiene dem Schiffe ‘Allzeitgutefahrt’ zuzuprosten? Ginge das nicht doch etwas zu weit?

Vertrauen wir auf die Geschichte, die wird es an den Tag bringen, so wie sie Kurras als DDR-Mörder entlarvte und so dem angeblichen Schweinesystem sein Gesicht gab. Wenn man bedenkt, wieviel ideologische Selbstsicherheit ein einziger Pistolenschuß auslösen kann, dann ist das bißchen Sand im Getriebe der Braunschweig eine lobenswerte Tat, weil sie doch alle Raketen und Kanonen des Schiffes vorübergehend still legt. Die Mannschaft kann ja zwischenzeitlich mit flott motorisierten Schlachbooten – etwa vom Typ ‘Eintracht’ – auf Piratenjagd gehen, damit am Horn von Afrika wieder Ruhe herrscht, weil alle Piraten sich über Braunschweig totgelacht haben.