Wie positiv ist es doch, wenn die Europäische Union (EU), die Bundesrepublik Deutschland und Niedersachsen (über die N-Bank) Geld locker machen, damit die Wirtschaft floriert. Und wie beiläufig wird dabei dann so getan, als sei dieses Geld dafür da, einen Wald mit 60000 Bäumen zu vernichten, weil es heißt (Braunschweiger Zeitung v. 10.7.09), dieses Geld fließe auch in den ‘Forschungsflughafen’, also – so der erwünschte Eindruck beim Leser, in eben dieses Baum- und Waldvernichtungsprojekt und in den Beton der statt des Waldes einzurichtenden Startbahnverlängerung. Obwohl doch klar ist, dass die ‘Forschung’ (gemeint ist die der DLR, so weit derzeit noch in Braunschweig ansässig) nur am Computer stattfindet, wo es um die Simulation kritischer Flugzustände (AM COMPUTER!) geht. Die EU wird, wie man hört, nämlich keinen einzigen Cent in Startbahnbeton stecken und sei das noch so sehr der Wunsch Braunschweiger Rathausrumpelstilzchen im Stadtrat. Und sogar die ‘Forschung’ per Großflugzeug mittels eines vor sich hingammelnden und offensichtlich überflüssigen Altgerätes könnte ohne weiteres mit der bestehenden Landebahn bewerkstelligt werden, wie ein fachkundiger Pilot dem OVG Lüneburg erklärte.
Und die Verlogenheit geht weiter, wenn man dann das Bild des ‘Forschungsflughafens’ betrachtet. Es ist Lüge durch optisches Verschweigen. Denn das Bild soll den Eindruck erwecken, dies sei der so weiter bestehende Flughafen, obwohl nach dem Willen von CDU, FDP und OVG Lüneburg der Forschungsflughafen für PC-Simulation erst fertig ist, wenn der nicht im Bild befindliche Wald vernichtet ist.
Ja, da ist von Ethik keine Rede, sondern von einer subtilen Lesermanipulation. Und das vollständig unter Verzicht auf den verlogenen, jahrzehntelangen Mißbrauch des Wörtchens ‘Forschung’. Diese Stichwort braucht offensichtlich nur zu fallen, etwa im Gerichtssaal des OVG Lüneburg, dann steht sogar der Richter stramm wie der Braunschweiger Bürger wenn Victorialouise vorbeigeht. Vergessen ist die Helmholtzgesellschaft und ihre unselige Rolle beim Asse II - Gangsterstück, um nur ein Beispiel zu nennen.
Nun aber kommt Herr Weber ins Spiel, der frühere BUND-Vorsitzende, jetzt der der BUND-Stiftung Naturlandschaft. Ferner des Vereins Freilicht- und Erlebnismuseums Ostfalen. Dieser verdienstvolle Mann hat dazu beigetragen, dass das wertvolle Naturgebiet ‘Schimmerwald’ am Harzrand nicht einem Zoo zum Opfer gefallen ist (dort sollte, statt im Nationalpark, ‘natürliche Naturdynamik’ stattfinden, so der damalige NP-Direktor Dr. Barth). Auch seine Verdienste um den Geopark überragen alles, was sonst den Leuten geologische, landschaftsgestaltende Naturdynamik nahe bringen kann.
Wie sieht es aber sonst mit der von ihm mehrfach erwähnten Ethik aus? Da trübt sich das Bild. Im BUND hat er nicht dafür gesorgt, dass das Bundesnaturschutzgesetz so in Landesrecht umgesetzt wird, dass im Nationalpark Harz natürliche Dynamik herrscht und nicht Försterei und Jagdprivilegien im Nationalpark Harz für einige Beamte festgeklopft werden. Es ist nicht bekannt, dass er sich gegen die Beibehaltung von Naturzerstörung im NP durch Jagd und Försterei (oder gegen die Errichtung von Beschneiungsanlagen) irgendwann eingesetzt hat. Da bleibt schon viel Ethik auf der Strecke. Und kein Wort gegen die von Braunschweig (und VW?) geplante und durchgesetzte Waldvernichtung in Waggum. Sollte er, der ehemals so effektive Naturschützer, sein Pulver verschossen haben und sich jetzt nur noch in unverbindlichem Ethikgeschwätz verlieren?
Naturethik, wie sie im Braunschweiger Stadtrat offensichtlich nie vorhanden war, wie Herr Weber sie aber in Teilbereichen durchaus praktizierte und durch Taten krönte? Meinte er, über konkrete Naturvernichtung lieber schweigen zu sollen, um sie zu verhindern? Fiel er auf den Reporter der Braunschweiger Zeitung rein, der ihm keine entsprechenden Fragen stellte, stellen durfte? Fürchtete er um Staatsknete für den Geo-Park, wenn er sich konkreter, ethischer äußert? Hat er das Bundesnaturschutzgesetz §24 (2) nicht gelesen, nichts von Lindemann oder Elton? Klären Sie doch selbst die Rätsel indem Sie ihn fragen.