Innovativer Naturschutz aus konservativem Denken? Also von einer Nationalparkverwaltung, die sich nicht an das Bundesnaturchutzgesetz hält, weil die Natur nicht weiß, wie natürliche Entwicklung geht und ihr durch Försterei und Jagd (65% mehr Abschüsse als irgendwo sonst) auf die Sprünge geholfen werden muß? Weil Natur sich nicht alleine entwickeln könne, die, wenn überhaupt, alles zu langsam macht? Eine Verwaltung, die es für ‚natürliche Auslese’ hält, die stärksten und kräftigsten jüngeren Tiere abzuschießen, so ganz anders als Herr Darwin sich das gedacht hatte? Wer nun glaubt, da könne wohl kaum innovativer Naturschutz entstehen – der sieht sich jetzt getäuscht!
Nun gut, es gibt ein Management , dass sicherstellt, dass die Feuersalamander zum Beispiel im Kalten Tal bei Harzburg massenhaft überfahren werden. Absurd der Gedanke, den Lieferverkehr für die Waldgaststätten so zu organisieren, dass nur noch wenige Fahrzeuge die Straße benutzen, eventuell durch Sperrung oder Errichtung einer elektronische Schranke nur für Berechtigte, die sich vorsichtig genug bewegen, um die streng geschützte Tierart vor der flattened fauna – Form zu bewahren. Aber jetzt kommt die kreative Schöpferkraft der NP-Verwaltug zum Zug.
Wenn auch die seltenen Tiere nicht gerettet werden sollen – was wäre derzeit absurder in einem deutschen Nationalpark – dann ist doch der gute Eindruck zu schützen, dessen jeder Nationalpark beim steuerzahlenden Publikum bedarf – auch der Nationalpark Harz. Wie unschön jene plattgefahrenen Kadaver auf dem Asphalt! Welche Beleidigung fürs Auge! Hier muß der spezifische Nationalparkschutzgedanke der Nationalparkverwaltung ran! Wofür gibt’s Ranger, freiwillige Helfer, Idealisten? Wofür Spachtel? Wofür deutsche Gründlichkeit? Mit dieser wird dem Nationalparkgedanken dann Genüge getan. Auf deutschem Asphalt und trotz der Gefahren, die von den in vierminütigem Abstand vorbeisausenden Autos für die Spachteltruppe ausgehen! Beim Einsatz für natürliche Dynamik läßt sich die Nationalparkverwaltung die Butter nicht vom Brot nehmen!
Sollte der Nationalparkdirektor Pusch etwa den Umweltministerposten in Hannover anstreben?? Er tut jedenfalls dafür, was er vermag.