Es ist ein Verdienst der Braunschweiger Zeitung – offensichtlich gibt es dort Abteilungen, die vom Muff der Lokalredaktion unberührt bleiben – Leute wie Herrn Weber vom BUND oder – heute – Herrn Latif, den Klimaforscher, umfangreich zu Wort kommen zu lassen.
Wie sieht es aber mit der Qualität der Fragesteller aus? Wer sucht die aus? Ist es ein Zufall, dass Herr Latif zwar über den Wahnsinn der Regenwaldurwäldervernichtung spricht, er aber von keinem der Fragesteller nach dem Wahnsinn der Waldvernichtung in Deutschland, speziell in Braunschweig gefragt wird? Von Lesern der Braunschweiger Zeitung? Natürlich weiß Herr Latif nichts über die geplante Waldvernichtung im Braunschweiger Stadtgebiet zwecks überflüssiger Landebahnverlängerung, er müßte gefragt werden. Ohne Zweifel – er sprach von dem Vorbild, den die Industrienationen bieten sollten – würde er die provinzielle ökologische (und auch ökonomische) Engstirnigkeit mancher Braunschweiger, insbesondere derer im Stadtrat, ansprechen. Frau Worzyna von der Uni hätte ihn fragen können, Herr Knolle vom Nationalpark nicht, denn er muß überall affirmativ sein, wenn er seinen Posten im Nationalpark Harz behalten will, wohingegen die Herren Henties und Frau Nolte unter diesen Hemmungen nicht leiden dürften. Wurden sie entsprechend gebrieft? Von wem? Oder können sie von sich aus ‘die simpelsten Zusammenhänge’ nicht erkennen?
Aber, wie Herr Latif richtig sagt, die simpelsten Zusammenhänge werden nicht hergestellt, nicht vor Ort und nicht in der großen Politik. Pfui deibel.