Um dem bestehenden besonderen Ruf der Stadt Braunschweig weiterhin gerecht zu werden, genüge es nicht, rein ökomäßig 90 Hektar Wald zu beseitigen, einen innerstäditischen Park zu vernichten, den innerstädtischen Handel zu schädigen und in Rathausnähe einen Müllberg entstehen zu lassen, die Bürger durch Privatisierung ihres Eigentums und ihrer Rechte zu berauben, wie bei den Stadtwerken oder dem Abwassersystem oder bei der städtischen Wohnbaugesellschaft oder auch dem Abriß des Rathauses. Vielmehr müsse nunmehr ein Donnerschlag erfolgen, so hieß es aus dem Grünen Kabinett, der Braunschweigs Vorsprung, vor allem vor Schilda, deutlichst unterstreicht
Wie gewöhnlich, obwohl von ihm die Anregung für das Projekt stammen soll, hielt sich der OB persönlich bedeckt, obwohl Lieschen Müller, mit dem er kürzlich im ECE einkaufen war, auch zum Abriß des Domes gesagt haben soll: Und wann geht ihr da ran?
Gert Hoffmann: Ich bin nicht sicher, was die richtigen Antworten sind…
Stadtbaurat Zwafelink: Für mich ist der Dom immer ein autistisches Gebäude gewesen. Ich weiß wovon ich rede (zeigt auf ein Beule)
Hoffmann: Lssen wir doch Lieschen Müller, äh, die Experten zu Wort kommen…
Zwafelink: Dann kann ich mich ja zurückziehen…
Stefan Gieseler, Architekt in Braunschweig: Der räumliche Kontext….(allgemeines Raunen: so spricht nur ein wirklicher Experte….wie er den Kontext im Sprachfluß plaziert….Adjektiv, Substantiv, in schneller Folge….hohe Sprachkunst….)
Hoffmann besonnen: Ich bitte Sie, meine Herren, etwas mehr Disziplin, Herr Gieseler ist ja gar nicht zu verstehen. Akklamieren Sie doch nichtsprachlich, etwa durch Heben eines Arms…
Zwafelink unsicher: Des rechten…?
Professor Dr. Ackers: Das würde mir die Sichtachse versperren….
Gieseler, der Architekt, redet weiter: Wie ich schon sagte, der räumliche Kontext des Doms, insbesondere seine Blick- und Wegbeziehungen….
Ackers: Sehr gut, sehr beziehungsreich, Blickachse…, der Mann weiß, wovon er spricht….
Holger Herlitschke, Architekt, Fraktionschef der Grünen: Die dezentrale Anmietung von Domraum ist mir nicht ausreichend durchkalkuliert…
Gieseler: Seit Bau des Domes haben sich, wie ich bereits erwähnte, meine Beziehungen geändert…
Ackers: Zweifellos steht die Rehabilitierung vernachlässigter Beziehungen….
Gieseler:……grundlegend gändert….
Mathias Müller, Architekt in Heilbronn: Sehr richtig, Herr Kollege! Als Heinrich der Löwe auf seinem Roß seine Wegbeziehung offenlegte und behauptete, der Löwe würde dieser Beziehung entstammen…
Gieseler: Die Gewerbeeinheit im Sockel…..
Hoffmann: Aber bitte, das hatten wir doch schon beim Rathausabriß…..
Gieseler: Jedenfalls isr die Steigerung der der Qualität der Stadt und die durch den Domabriß gewährleistete Qualität auch der neu gewonnenen Räume ein Sockel auch für Gewerbeeinheiten….
Hoffmann: Zur Sache bitte..
Gieseler: Wir (zeigt dabei auf sich) plädieren für einen zukunftsorientierten Städtebau. Im Mittelpunkt steht die Schaffung erlebbarer Raumgefüge in menschlichem Maßstab…
Lieschen Müller: Das ist aber nett, dass Sie mich auch erwähnen…
Gieseler: Der Dom, dieser ursprüngliche Ausdruck menschenabgewandter Ideologien, kann nur durch seinen Abriß zur Entwicklung zu einer neuen Urbanität beitragen, die imstande ist, dem vielschichtigen Wettbewerb der Städte selbstbewußt gegenüber zu treten!
Müller: Sehr richtig……dieses doppeltürmige aufgeblähte Obergeschoß macht doch die fehlende Einbindung in die Umgebung nur zu deutlich….
Rainer Ottinger, Achitekt: Heinrichs Dombau ist in seinen Qualitäten wegen der optischen Verwahrlosung nicht sofort zu erkennen, das muß sorgfältig und seriös diskutiert werden…Hier ist eine überregionale…..Entscheidung nötig, gebt Heinrich eine Chance…
Müller: Dem Dom fehlt die Einbindung in das Quartier und die umliegenden Gebäude wirken eher zu klein….
Hoffmann und Lieschen Müller, wie aus einem Munde: Eine bemerkenswert scharfsinnige Beobachtung!
Müller: Fußläufigkeit des Domes läßt sich nur durch konsequnente Sanierung….äh Abriß…
Hans-Joachim Luer, Architekt: Äußerst komplexe Zusammenhänge rechtfertigen einen langen Entscheidungsweg.
Ackers: Ich sage nur ein Wort…..
Lieschen Müller: Sichtachse???
Ackers: Nein, diesmal heißt das Zauberwort ‘Qualitätssicherung’
Hoffmann: Na Duin, haben sie alles mitgekriegt? Schreiben Sie, dass die Experten den Dom auch weghaben wollen. Das wird mein Abschiedsgeschenk an die Braunschweiger….